Klärt sich die Zukunft des Zend-Frameworks?

Perforce kauft Rogue Wave

Perforce Software, ein 1995 in Minneapolis gegründeter US-Spezialist für Tools in der Software-Entwicklung, hat eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme von Rogue Wave Software getroffen. Beide Unternehmen waren zuletzt durch zahlreiche Firmenübernahmen aufgefallen. Rogue Wave hatte zum Beispiel im Jahr 2015 die kalifornische Firma Zend Technologies übernommen, den Anbieter einer populären PHP-Plattform – auch für IBM i.

Perforce-CEO Mark Ties

Der im letzten Juni angetretene Perforce-CEO Mark Ties will mit der Übernahme die weltweite Präsenz und das Angebot erweitern.

Rogue Wave, 1989 als Entwickler von Tools rund um die Programmiersprache C++ gegründetes Softwarehaus, ist zu einem führenden Anbieter plattformübergreifender Software-Entwicklungswerkzeugen und Embedded-Komponenten avanciert. Rogue Wave hat seinen Hauptsitz in Louisville im US-Bundesstaat Colorado und verfügt über 16 Niederlassungen weltweit. Das Unternehmen beschäftigt etwa 400 Menschen und erzielt mit mehr als 5.600 Kunden in verschiedenen Branchen rund 40 Mio. Dollar Jahresumsatz (geschätzt).

Dev-Ops im Fokus

Perforce Software, ursprünglich ein Hersteller von Tools für die Zusammenarbeit in großen Software-Projekten und für das „Application Lifecycle Management“ (ALM), positioniert sich mittlerweile – dem Trend folgend – als Dev-Ops-Spezialist. Seit Anfang 2016 im Besitz der Private-Equity-Gesellschaften (zunächst Summit Partners, jetzt Clearlake Capital), hat Perforce auch den finanziellen Background, seine aggressive Akquisitionsstrategie fortzusetzen.

Immerhin ist dies bereits die sechste Akquisition von Perforce in den vergangenen beiden Jahren mit dem Ziel, das Portfolio über den gesamten Technologieentwicklungs-Lebenszyklus hinweg zu erweitern. Auch wenn keine Zahlen zum Unternehmen veröffentlicht werden, scheint es mit schätzungsweise 300 Mitarbeitern und rund 20 Mio. Dollar Jahresumsatz deutlich kleiner zu sein als Rogue Wave. Die Zahl der Kunden wird mit weltweit mehr als 15.000 beziffert.

Die Konditionen der Akquisition, die bereits Anfang Februar abgeschlossen werden soll, sind nicht bekannt. Aus der Kombination beider Firmen soll eine umfassende Tool-Suite entstehen, welche die Entwicklerproduktivität messbar verbessert und Dev-Ops in vollem Umfang unterstützt. Erklärtes Ziel ist es, die Anforderungen von Software-Entwicklungsteams zu erfüllen, die mit unterschiedlichen Herausforderungen bezüglich Skalierung konfrontiert sind und dennoch Produkte sicher und schnell liefern müssen.

Statische Code-Analyse

„Diese wichtige Übernahme vergrößert unsere weltweite Präsenz weiter und verbreitert unser Angebot“, erklärt der im letzten Juni angetretene Perforce-CEO Mark Ties. „Die Software-Suite von Rogue Wave stärkt die bestehende statische Code-Analyse und die Angebote für automatisiertes Testen von Perforce und fügt außerdem neue Funktionen in den Bereichen dynamische Code-Analyse, API-Management, Projektvisualisierung, Entwicklerproduktivität und Embedded-Analytics hinzu.“

„Die Software-Entwicklung wird immer komplexer und erfordert immer mehr Plattformen und Lösungen, mit denen Unternehmen ihre Anwendungen vereinfachen und Zykluszeiten verkürzen können. Angesichts der ständig wachsenden Kundenanforderungen war es für Unternehmen noch nie so wichtig, qualitativ hochwertige Produkte und Lösungen schnell bereitzustellen. Rogue Wave ist die Software-Plattform der Wahl für Unternehmenskunden, die Wert auf Stabilität und Sicherheit legen“, so Brian Pierce, CEO von Rogue Wave.

Zend for IBM i

Eine dieser Plattformen ist auch IBM i. Den größten Berührungspunkt mit dieser Plattform bildet die PHP-Laufzeit- und Entwicklungsplattform Zend for IBM i, die seit der Übernahme der kalifornischen Softwarehauses Zend im Oktober 2015 Rogue Wave gehört. Seit 2006 hatten Zend und IBM gemeinsam daran gearbeitet, eine PHP-Entwicklungsumgebungs- und -Produktionsumgebung für die Plattform IBM i bereitzustellen.

Diese Entwicklungen rund um PHP auf IBM i liefen lange sehr erfolgreich, bis zuletzt Sand ins Getriebe bei der Weiterentwicklung geriet. Kurz nach der Übernahme, im Februar 2016, hatte bereits Zend-Mitgründer Andi Gutmans das Unternehmen verlassen. Im Oktober 2018 gab dann Zeev Suraski (der gemeinsam mit Gutmans die Zend-Engine entwickelte) bekannt, dass wichtige Mitglieder des PHP-Kernteams Rogue Wave verlassen würden, weil sich das Unternehmen auf den Zends Anwendungsserver konzentrieren wolle. Vielleicht gibt es jetzt aber Aussicht auf Besserung, hatte doch Suraski in Aussicht gestellt, dass es mögliche Szenarien Fortsetzung der Arbeit unter einem anderen Dach geben würde.

Unabhängig davon wollen die Clearlake-Partner Prashant Mehrotra und Paul Huber „die Markttrends rund um hochskalierbares Enterprise-Dev-Ops“ nutzen, mit Perforce „die Konsolidierung in der Branche voranzutreiben und die Bandbreite ihrer Plattform sowohl organisch als auch durch weitere Zukäufe zu vergrößern.“ Beide Unternehmen sind übrigens bereits in Deutschland über eigene Standorte präsent – Perforce Software in Hallbergmoos bei München und Rogue Wave in Stuttgart.

Bildquelle: Perforce Software

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