IBM bringt Power7+ wohl noch vor Weihnachten

Performance-Kicker im Servermarkt

Nach Informationen von DV-Dialog werden neue Power Systems der IBM mit dem verbesserten Prozessor Power7+ noch in diesem Jahr erhältlich. Die offizielle Ankündigung ist wohl Anfang Oktober zu erwarten.

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Wie mehrfach berichtet, hat IBM am 29. August auf der Konferenz Hot Chips an der Stanford-Universität in Kalifornien Opens external link in new windowerstmals die Weiterentwicklung der Power7-Prozessortechnologie im Detail der Öffentlichkeit vorgestellt. Aus dem Vortrag, dessen Folien DV-Dialog jetzt vorliegen, lassen sich interessante Prognosen für die neuen Servermodelle aus der Baureihe Power Systems ableiten.

Aufgrund der Verkleinerung der Chipstrukturen von 45 auf 32 Nanometer und Verbesserungen bei der Stromversorgung kann IBM die Taktrate um bis zu 25 Prozent erhöhen. Liegt bei den Power7-Prozessoren die Taktrate je nach Servermodell zwischen 3,0 und 4,25 GHz, wären demnach bei Power7+ bis zu 5,3 GHz möglich.

Weitere Performance-Kicker sind die Verdopplung der Geschwindigkeit bei Gleitkommaberechnungen (weniger interessant für AS/400-Anwender) und zusätzliche Akzeleratoren (etwa für die Kryptographie), aber vor allem auch der wesentlich größere Level3-Cache auf dem Chip (statt 32 MB jetzt 80 MB). Dafür verwendet IBM wie schon bei Power7 aufgrund der höheren Packungsdichte die Technologie eDRAM statt des klassischen SRAM (siehe Grafik 3).

Auch Power7+ wird es wieder als Dual-Chip-Modul (DCM) geben, wobei ein Chip aus 8 Prozessorkernen (Cores) besteht. Das heißt: Ein Power7+-Prozessormodul kann als Single-Chip-Modul (SCM) 8 oder als DCM sogar 16 Kerne haben. Die Gesamtperformance des Power7+ kann so nach IBM-Angaben deutlich gesteigert werden, je nach Workload etwa um den Faktor 1,5 bis 2. Die größten Verbesserungen sind demnach bei ERP- und Java-Workloads erreicht worden (siehe Grafik 2).

Diese Verbesserungen machen ein Server-Upgrade auf zwei Wegen möglich: Scale-Up oder Scale-Out (siehe Grafik 1). Beim Scale-Up profitieren die Workloads dank höheren Taktfrequenzen und größerem Cache von dem Performanceschub für die einzelnen Threads und von der besseren SMP-Skalierbarkeit. Bei Scale-Out verdoppelt das DCM-Modul die Zahl der Cores je Prozessorsockel (Socket, Steckplatz für Computerprozessoren im Server) und erhöht damit die Rechenleistung, arbeitet dafür aber mit ähnlichen Taktraten wie die bisherigen Power7-Prozessoren. Allerdings wirken auch hier die 80 MB Level3-Cache als zusätzlicher Turbo.

www.ibm.de

www.hotchips.org

Bildquelle: IBM

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