Optischer Helfer bringt VW-Mitarbeiter zum passenden Bauteil

Pick-by-Light: Das Licht weist den Weg

Schnelleres Kommissionieren bei niedriger Fehlerrate strebt Volkswagen mit Pick-by-Light in der Produktion an. Erstes Fazit seit der Einführung im Werk Wolfsburg Mitte 2017: Die Produktivität stieg um mehr als 40 Prozent.

Vanja Burkatzki, Standortplanung bei Volkswagen Wolfsburg

Vanja Burkatzki von der Standortplanung bei Volkswagen Wolfsburg greift in eine blaue Kiste, in der Kleinteile für die Montage liegen. Das Teil, das sie für den nächsten Montageschritt braucht, liegt jedoch nicht hier, sondern in einem anderen Fach. Ein Warnton und eine rote Anzeige weisen darauf hin.

Mit der Digitalisierung verändern sich bei Volkswagen viele Arbeitsbereiche. Ziele sind mehr Effizienz – und Entlastung für die Mitarbeiter. In den Produktionshallen unterstützen Roboter und Computer die Arbeit, verschmelzen Fertigung und IT immer stärker – nicht zuletzt, um das im vergangenen Sommer vom Zukunftspakt im Rahmen der Strategie „Transform 2025+“ gesetzte Ziel einer Produktivitätsverbesserung von 25 Prozent bis 2020 zu erreichen. Eine von vielen Innovationen dafür ist Pick-by-Light – ein System, das den Mitarbeitern beim Kommissionieren von Teilen zur Seite steht.

Pick-by-Light ist ein kabelloses Sicherungs- und Quittierungssystem, mit dem Volkswagen Wolfsburg Mitte vergangenen Jahres startete. Seitdem konnte die Produktivität hier um mehr als 40 Prozent gesteigert werden. Das beschreibt auch der Film „Digitalisierung in der Produktion und Logistik bei Volkswagen".

Kleinteile an der Montagelinie finden

Beim Pick-by-Light-System sind Fächer für Kleinteile an der Montagelinie mit LEDs ausgestattet. Die zeigen an, welches Teil der Mitarbeiter als nächstes greifen muss. Das hilft, denn mitunter stehen um die 50 blauen Kisten nebeneinander.

Zusätzlich erkennt eine 3D-Kamera, in welches Fach der Mitarbeiter greift. Das System checkt, ob dort tatsächlich das Teil liegt, das für den nächsten Montageschritt benötigt wird. Greift der Mitarbeiter etwa in ein Fach mit unpassenden Schrauben, ertönt ein Warnton und der Visualisierungsprozess stoppt kurzzeitig.

Pick-Fehler sofort erkennen

Weil manche Fehler sonst erst im nächsten oder übernächsten Montageschritt zu bemerken wären, kann eine solche Absicherung viel Zeit und Geld sparen. „Gerade wenn auf der Linie mehrere Modelle gleichzeitig gefertigt werden, könnte schnell mal ein Fehlgriff passieren. Pick-by-Light-Systeme sind da eine gute Absicherung", erklärt Vanja Burkatzki von der Standortplanung bei Volkswagen Wolfsburg. „Auch andere Prozesse wie das Quittieren bei der Entnahme von Teilen funktionieren automatisch. So nutzen wir die Technik, um unsere Mitarbeiter zu entlasten."

Die einzelnen Module von Pick-by-Light arbeiten neuerdings kabellos per Bluetooth zusammen und sind dementsprechend flexibel einsetzbar. Das Licht, das den Weg weist, unterstützt die Mitarbeiter schon heute beim Kommissionieren in der Golf-Fertigung. Weitere Standorte, auch markenübergreifend, haben Interesse am kabellosen Pick-by-Light angemeldet.

Bildquelle: Volkswagen

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