Kostengünstig zu hoher Kommissionierleistung bei geringen Fehlerraten

Pick-by-Light mit passiven RFID-Tags

Seit Juli 2019 arbeiten die TU München, das Fraunhofer IIS mit der Arbeitsgruppe für „Supply Chain Services“ (SCS) sowie neun weitere Projektpartner an der Umsetzung eines innovativen Kommissioniersystems mit RFID-Tags. Ziel ist eine Pick-by-Light-Kommissionierung auf Basis passiver RFID-Tags, die keine eigenständige Stromzufuhr benötigen: Pick-by-Tag.

Bildquelle: KBS Industrieelektronik

Das Forschungsprojekt Pick-by-Tag soll bis zum Sommer 2021 Ergebnisse liefern.

In manuellen Lagern werden zur Unterstützung der Kommissionierer und zur Steigerung der Leistung oftmals Pick-by-Light-Systeme eingesetzt. Durch die Anzeige des Entnahmefachs und der Entnahmemenge kann eine hohe Kommissionierleistung bei geringen Fehlerraten erreicht werden.

Schwachpunkte leitungsgebundener Montage

Schwachpunkte solcher Systeme sind die hohen Kosten und die niedrige Flexibilität aufgrund der leitungsgebundenen Montage an jedem Lagerfach. Abhilfe schaffen soll das Projekt Pick-by-Tag, das auf Fachanzeigen und LEDs ohne eigene Energieversorgung basiert, die über RFID-Tags aktiviert werden. Das System führt den Kommissionierer mittels RFID-Tags und LEDs an den Lager-Regalen durch das Lager.

Daran arbeiten neben TU München und Fraunhofer-Institut Projektpartner Cim GmbH, Elabo, Gebhardt Fördertechnik, KBS Industrieelektronik, Liv Tec, Siemens, Unity und Zebra Technologies sowie die FIS Informationssysteme und Consulting GmbH, die jetzt einen Statusbericht veröffentlichte und das Szenario beschrieb: RFID-Tags mit LED-Leuchten sind an den Lagerfächern angebracht. Die passiven RFID-Transponder (ohne eigene Energiequelle) werden durch ein drahtloses Signal des RFID-Lesegeräts aktiviert. Dieses Lesegerät befindet sich beispielsweise an einem mobilen Datenterminal (MDT) oder Kommissionierwagen.

Das ausgesendete Signal aktiviert alle auftragsrelevanten Fachanzeigen – und die daran angebrachten LED-Leuchten blinken auf. Der Lagerarbeiter erkennt, aus welchem Regal Ware zu entnehmen ist. Da die Fächer und Waren nicht mehr gescannt werden müssen, hat er beide Hände für die Entnahme frei.

Höhere Pick-Geschwindigkeit und weniger Fehler

Zu erwarten sind eine höhere Pick-Geschwindigkeit und weniger Fehler in der Kommissionierung. Die RFID-Tags – ob passiv oder batteriebetrieben – sollen zudem die Kosten für Anschaffung, Installation und Wartung des drahtlosen Systems deutlich senken. Ein Teilziel des Projekts ist es, die Anschaffungskosten des Systems bei einer Installation an 1.000 Lagerfächern unter 30 Euro pro Fach zu halten. Dieses Szenario ist besonders für kleine und mittelständische Unternehmen interessant, für die andere Pick-Systeme zu kostspielig sind.

Systemseitige Anforderungen, wie die Anbindung der Steuerungssoftware „Pick-by-Tag“ an das Lagerverwaltungssystem sowie die Entwicklung einer bedienungsfreundlichen Frontend-Oberfläche, werden derzeit von den IT-Experten der Forschungs- und Projektpartner entwickelt. Weitere Arbeitspakete befinden sich in der Umsetzung. Das Projektende ist laut Matthias Hübner, Head of Warehouse & Transport Solutions bei FIS, für Juni 2021 geplant.

Bildquelle: KBS Industrieelektronik

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