Vernetzte Anlagen gegen Cyberangriffe wappnen

Pipeline-Modell für die Ära Industrie 4.0

Durch intelligente Datennutzung und die Vernetzung von Menschen und Objekten werden neue Geschäftsmodelle für Produkte oder Dienstleistungen entstehen und viele bestehende verdrängt. Pioniere der Industrie 4.0 stehen allerdings häufig vor dem Problem, Maschinen unterschiedlicher Unternehmen sicher und zuverlässig zu vernetzen. Wie das gelingen kann, will der Tüv Nord auf der diesjährigen Hannover Messe an einem Pipeline-Modell demonstrieren.

Gemeinschaftsmodell zur Lecküberwachung von Pipelines , das der Tüv Nord mit den drei Herstellern Phönix Contact, Krohne und Rosen entwickelt hat

Für die Ära Industrie 4.0 müssen einheitliche Industriestandards entwickelt und rechtliche Fragen geklärt werden, etwa wem die Daten gehören (Datenhoheit) oder wie Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit sicher gestellt werden können (Datensicherheit). Eine wesentliche Herausforderung ist die IT-Sicherheit, denn Cyberangriffe auf vernetzte Technologien gefährden die Verfügbarkeit der Anlagen und die Wirksamkeit funktional sicherer Systeme.

Vernetzte Anlagen mit dezentralen Steuermechanismen

Doch schon heute lohnen sich Investitionen in Industrie 4.0-Technologien, denn über vernetzte Anlagen mit dezentralen Steuermechanismen erhalten Unternehmen einen besseren Überblick über relevante Rohstoffflüsse, Produktionsdaten und Anlagenzustände, die sich so einfacher überwachen und optimieren lassen.

Der Tüv Nord will das nächste Woche auf der Hannover Messe (Halle 27, Stand G41) am Beispiel eines Modells der drei Unternehmen Phönix Contact, Krohne und Rosen zur Lecküberwachung von Pipelines unter Beweis stellen. An diesem Modell sind die zur dezentralen Steuerung notwendigen Sensoren, Kommunikationsschnittstellen, Visualisierungssysteme und Inspektionsgeräte anschaulich in einer Pipeline dargestellt, die zum Transport von Gas, Öl oder raffinierten Produkten eingesetzt werden kann.

Die Pipeline ist bei einer angenommenen Länge von über 100 Kilometern mit einer Lecküberwachung inklusive der erforderlichen Mess- und Automatisierungstechnik ausgestattet. Gezeigt wird die geschützte Datenübertragung von entlegenen Orten auch für raue Umgebungsbedingungen. Hierfür werden die Signale aus der explosionsgefährdeten Zone erfasst, vorverarbeitet und an ein zentrales Visualisierungs- und Auswertungssystem gesendet.

Zusätzlich wird am Modell gezeigt, wie Pipelines mithilfe intelligenter Prüfmolche und anderer Prüfverfahren inspiziert werden, um Korrosionen, Risse und Leckagen aufzuspüren. Tüv Nord ist auch hier aktiv, um lokalisierte Schäden anschließend zu bewerten. Dabei helfen realitätsnahe 3D-Simulationsmodelle beispielsweise Korrosionsstellen zu bewerten, Prüfzyklen zu optimieren oder Sanierungen optimal planen zu können. Dieses Bewertungsverfahren wird ebenfalls am Messestand gezeigt.

Sicherheitsstandards entwickeln

Der Tüv Nord versteht sich Partner der Komponentenhersteller und Anlagenplaner für die Sicherheitsaspekte von Industrie-4.0-Technologien. Durch das Engagement der Fachleute in Gremien zur Aktualisierung von Regelwerken und Normen, etwa beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), der Deutschen Kommission Elektrotechnik (DKE) oder dem Verband der Automobilingenieure (SAE), werden bereits in heutigen Projekten die Anforderungen der IT- und Sicherheitsstandards der Zukunft berücksichtigt.

Bildquelle: Tüv Nord

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