Schnittstellen entscheidend für die Logistik 4.0

Pipelines für die Daten

Zur Münchener Messe Transport Logistic rückt Dako das Thema Schnittstellen in den Fokus. Das mittelständisches Soft- und Hardwareunternehmen aus Jena, das sich auf die Bereiche Transportgewerbe, Multimedia/CAD, Banken/Sparkassen und Sicherheitslösungen spezialisiert hat, baut diese Schnittstellen mit weiteren Kooperationspartnern aus – zu sehen vom 9. bis 12. Mai (Halle B2, Stand 201/302).

Um das Potenzial der Digitalisierung voll auszuschöpfen, sind der Austausch und die Vernetzung von Daten Grundvoraussetzungen. Im Transportmanagement haben daher Schnittstellen schon jetzt enorme Bedeutung. Sie eröffnen IT-Chefs die Möglichkeit, den am besten geeigneten Anbieter zu wählen, ohne sich auf eine kleine kompatible Menge beschränken zu müssen.

Im Transportmanagement bedeutet das, Systeme nach allen Seiten durchlässig zu machen. Dafür sorgen die besagten Schnittstellen, die eine sichere Kommunikation zwischen Systemen herstellen. Wenn Daten das Rohöl des 21. Jahrhunderts sind, kann man Schnittstellen als die Pipelines bezeichnen. Sie sorgen für den Datenfluss an die richtige Stelle, um qualifizierte Schlüsse zu ziehen.

Laut Christian Weiß, Teamleiter Key Account bei Dako, gibt es bereits heute mehr als zwei Dutzend Schnittstellen im Tachoweb für das Auslesen, Auswerten und Archivieren digitaler Tachografen und Fahrerkarten. Die neu geschlossenen Kooperationen laufen jetzt an, weitere sind im Entstehen. Denn das Thema Schnittstellen erweist sich als besonders entscheidungsrelevant für Flottenmanager, da für einen reibungslosen Ablauf im Fuhrpark verschiedene Systeme von ERP- und Speditionssoftware über Transportmanagementlösung bis hin zum Warenwirtschaftssystem miteinander kommunizieren müssen.

Schwierigkeiten bei Mischfuhrparks

Ein besonders wichtiges Kriterium bei der Systemauswahl ist die Kompatibilität. Vergleicht man hier Telematiksysteme der „Original Equipment Manufacturer“ (OEMs) und Drittanbieter, sind OEMs auf die herstellereigenen Fahrzeuge ausgelegt. Bei Mischfuhrparks kommt es häufig zu Schwierigkeiten – oder es ist schlichtweg nicht möglich, verschiedene Fahrzeugmodelle mit einem System auszustatten.

Diese Probleme sieht Weiß bei Drittausrüstern wie Dako nicht, da die Lösungen von Anfang an herstellerübergreifend entwickelt wurden. Tachoweb besitze u.a. Schnittstellen zu den größten OEMs (u.a. Fleetboard, Volvo, Scania) sowie Navigationsexperten Telematik Anbieter (Tomtom, Astrata, Vehco), weitere sind in Arbeit. Hinzu kommen Anbindungen an Auftragsmanagement-Software (darunter Initions, AIS, Soloplan, LIS), Speditions- und ERP-Software (etwa SAP) sowie Frachtbörsen und Schulungssoftware. Auch Speziallösungen gehören zum Schnittstellenportfolio von Tachoweb, etwa der Trailer-Telematikanbieter Blue Tree Systems, der kürzlich als aktuellster Kooperationspartner gewonnen werden konnte.

Fahrzeughersteller konzentrieren sich bei hauseigenen Telematiksystemen bisher meist auf ihre Fahrzeuge und entdecken erst jetzt mit dem Digitalisierungstrend den Schnittstellenmarkt für sich. Dako dagegen bewegt sich seit fast zehn Jahren im Bereich der herstellerübergreifenden Datenübertragung und -auswertung und verfügt deshalb über großes Know-how bei der Schnittstellenentwicklung.

An Wartungsdaten scheiden sich die Geister

Ein Argument, an dem sich die Geister scheiden, sind die Wartungsdaten. Viele Herstellersysteme werben mit ihrem tiefen Blick ins Fahrzeug, der aufgrund der engen Anbindung an die Fahrzeugentwicklung zwangsläufig umfangreiche Daten hervorbringt. Mit diesen Daten allein lässt sich aber noch nicht viel anfangen. Vom Reifenabrieb kann man vielleicht ableiten, wann neue Reifen fällig sind, Daten zu den Bremsbelägen geben Aufschluss über die Bremsenwartung. Diese Informationen sparen sicherlich Zeit in Zusammenarbeit mit Werkstätten, sind aber auch auf anderem Weg ermittelbar.

Knackpunkt ist und bleibt die Vernetzung der Daten. Über die standardisierte Flottenmanagement-Schnittstelle (FMS), die alle Hersteller zur Verfügung stellen müssen, können auch Drittanbieter auf Fahrzeugdaten zugreifen. Durch intelligente Verknüpfung wertet Dako die Daten auf, so dass daraus Schlüsse für die Tourenoptimierung oder vorausschauendes Fahren gezogen werden können, um nur einige Beispiele zu nennen. In dieser „Veredelung“ der Daten liegt hohes Einsparpotenzial, das durch die reine Verfügbarkeit der Daten nicht erreicht wird.

Bildquelle: Dako

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