Bewährte IBM-i-Programme über aktuelle Browser bedienen

Plattform für das moderne Frontend

Internet-Browser sind schon lange nicht mehr nur Werkzeuge, mit denen man sich Webseiten ansehen kann. Projekte wie Chrome OS verdeutlichen, dass Browser längst eine vom Betriebssystem nahezu unabhängige Plattform und Laufzeitumgebung bilden. Kein Wunder also, dass immer mehr Unternehmen wie Slack und Microsoft ihre Applikationen bzw. deren Oberflächen in Browser-Technologien implementieren. Die IBM i darf diesen Paradigmenwechsel nicht verpassen!

  • Der Visual Designer von Profound Logic ist eine reine Webapplikation, mit der man DDS-basierte Weboberflächen bauen kann.

  • Vielfältige Einsatzszenarien für die Kommunikation mit RPG-Programmen über Near Field Communication.

Vor fast 20 Jahren schaute ich meinem Informatiklehrer zu, wie er in seinem Browser das quälend langsame Laden eines Java-basierten Web-Applets startete. Während wir andächtig warteten, sagte er Etwas, das ich bis heute nicht vergessen habe: „Eines Tages werden die meisten Applikationen im Browser laufen – aber nicht so.“ Er war merklich unzufrieden mit den damaligen Implementationen, erkannte aber dennoch, dass Browser in Zukunft eine wichtige Rolle spielen würden.

Heutzutage mag seine Aussage selbstverständlich klingen, ist es aber nicht. Man muss nicht lange suchen, um (zu) viele Unternehmen zu finden, die eben diese Veränderung in der Applikationsentwicklung übersehen und verpasst haben.

Das sieht im IBM-i-Sektor nicht anders aus. Doch haben tatsächlich auch einige IBM-i-Entwickler schon vor zwanzig Jahren das Potenzial der Browsers erkannt. Ein solches Unternehmen ist das US-Softwarehaus Profound Logic. Dessen Modernisierungs-Suite Profound UI eröffnet die Möglichkeit, den bewährten RPG-Dialogprogrammen eine Browser-basierte Oberfläche zu verleihen. Bei Profound Logic geht das so weit, dass sogar der WYSIWYG-Designer, mit dem man DDS-basierte Weboberflächen bauen kann, eine reine Webapplikation ist.

Vorteile einer Browser-basierten Oberfläche

Die Vorteile einer Browser-basierten Oberfläche gegenüber der klassischen 5250-Emulation sind eindeutig:

  • Verfügbarkeit von Browsern auf nahezu allen Geräten mit einem Bildschirm, wie z.B. Tablets, Mobilgeräte und sogar Smartwatches

  • Benutzung von Peripheriegeräten wie Webcam direkt über den Browser, ohne zusätzliche Software installieren zu müssen

  • Moderne Schnittstellen wie das neu angekündigte WebNFC, das die Kommunikation mit RPG-Programmen über Near Field Communication ermöglicht

  • Unterstützung sicherer Protokolle wie u. a. HTTPS und WSS

  • Sicherheit durch Isolation der Weboberfläche vom darunterliegenden Betriebssystem

  • Zugang zu quelloffenen und kommerziell nutzbaren Softwarepaketen, wie z. B. BWIP-JS für Barcode- oder QR-Codegenerierung.

Zudem darf man als IBM-i-Anwender nicht vergessen, dass die meisten Industrieeinsteiger ihre Karriere als Software-Entwickler mit Web-relevanten Sprachen wie Javascript beginnen und sich dementsprechend mit dem Browser wohler fühlen als am „Green Screen“. Deshalb machen Browser-basierte Oberflächen das Unternehmen für neue Talente attraktiver – und das Onboarding einfacher. Dies ist ein klarer Vorteil, um dem Generationsproblem entgegenzuwirken. Genau deshalb kann es nicht überraschen, dass moderne Unternehmen wie Microsoft, Google oder Facebook ihre Oberflächen oder sogar ganze Applikationen, wie z. B. den beliebten Visual Studio Code Editor, mit Hilfe von Browser-Technologien implementieren.

Leider ist es ein komplizierter und teurer Akt aktuell bestehende „Green Screen“-Oberflächen zu verwerfen und in den Browser umzusteigen. Dieses Problem ist Profound Logic nicht entgangen; deshalb wurde ein DDS-Konvertierungstool erstellt, mit dem durch DDS beschriebene Display-Files zu einer Weboberfläche konvertiert werden können. Diese auf RPG Open Access basierende Technologie ermöglicht einen graduellen Übergang und eine effektive Kombination von IBM-i- und Web-Technologien. Vor diesem Hintergrund dürfte es sich für jeden IBM-i-Anwender lohnen, sich mit solchen Lösungsansätzen beschäftigen. Außer, das Unternehmen hat seine IBM-i-Anwendungen bereits erfolgreich „webifiziert“.

*Unser Autor Kerim Güney ist Software-Entwickler bei der Task Force IT-Solutions GmbH

Bildquelle: Task Force IT-Solutions GmbH

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