Wie eine API-Management-Plattform die IT-Abteilung entlastet

Praktikabler Umgang mit Schnittstellen

Die „Two Speed IT“ ist mittlerweile weit verbreitet. Digitale Lösungen von einem Dienstleister entwickeln und integrieren zu lassen, ist ratsam, falls die IT-Abteilung mit ihren Kernaufgaben bereits voll ausgelastet ist.

  • Volker Dignas, Arvato Systems

    Unser Autor Volker Dignas ist Senior Cloud Consultant bei Arvato Systems.

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Doch lagert eine dynamisch agierende Abteilung wie das Marketing die Entwicklung innovativer Applikationen aus, können Unstimmigkeiten ent­stehen. Denn die IT-Abteilung hat häufig wenig bis keine Zeit, um die erforderlichen Daten sicher und datenschutzkonform bereitzustellen. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Um die Bedürfnisse der digital-affinen Konsumenten dennoch zu erfüllen, müssen die in Systemen wie Sharepoint, ERP, CRM, CMS, PIM, MAM oder DAM vorgehaltenen Informationen reibungslos in die jeweiligen digitalen Kanäle und Touchpoints fließen. Quell- und Zielsysteme über dedizierte Schnittstellen (Application Program Interfaces, APIs) direkt zu verknüpfen, ist aufwendig, ineffizient und fehleranfällig. Eine API-Management-Plattform kann die Entwicklung und Integration von Schnittstellen beschleunigen – jedenfalls dann, wenn die folgenden vier Ratschläge beachtet werden.

Ratschlag 1: Quell- und Zielsysteme verknüpfen

Eine zentrale API-Management-Plattform ist eine Art zwischengelagerte Schicht, über die die Bestands-IT mit den relevanten Zielsystemen verknüpft wird. Anders als in einer Point-to-Point-Architektur ist pro System nur eine Programmierschnittstelle zu entwickeln und mit der Plattform zu integrieren. 

Nachdem die APIs einmal definiert und konfiguriert sind (und damit auch die angebundenen Systeme), findet ein wechselseitiger Austausch zwischen den Systemen und mit verknüpften Endgeräten statt. So lassen sich alle Prozesse hinsichtlich Systemintegration, Datenkonsolidierung, System- und Datenzugriff über die Plattform abbilden.

Ratschlag 2: Daten und Systeme schützen

Viele Systeme, die marketingrelevante Daten vorhalten, sind für den internen Gebrauch konzipiert – nicht aber für den Online-Zugriff. Deshalb fehlen diesen System die erforderlichen Security-Features. Das wird ­kritisch, sobald externe Benutzer, wie Kunden und Partner, auf digitale Produkte und Services zugreifen, die sich aus diesen Quellsystemen speisen. Sensible Kundendaten zum Beispiel unterliegen besonders hohen Datenschutzanforderungen. Die in eine API-Management-Plattform integrierten Sicherheitsfunktionen ermöglichen es, Datenschutz und -sicherheit hochzuhalten, ohne von proprietären IT-Systemen abhängig zu sein. 

Als zwischengeschaltetes Gateway schirmt die Plattform die dahinter liegenden Daten und Systeme vor unerlaubten Zugriffen ab. Die erforderlichen Security-Maßnahmen sind mit der API-Management-Plattform zentral implementiert und gelten für alle angebundenen Systeme. Das stiftet  ein Höchstmaß an Sicherheit, ohne dass sicherheitsrelevante Anpassungen an den bestehenden Quellsystemen nötig wären. Zugleich sind neue digitale Lösungen und Services, welche die Plattform über interne Legacy-Systeme bereitstellt, im selben Umfang automatisch geschützt.

Ratschlag 3: Rechte und Rollen definieren

Beim API-Management ist festzu­legen, welche Nutzer(-gruppen) wie mit welchen Daten umgehen dürfen. Hierbei sind Aspekte wie eine zentrale Autorisierung und Authentifizierung besonders relevant. ­Zugunsten effi­zienter Prozesse ist es ratsam, die API-Management-Plattform mit der Nutzer­verwaltung, etwa Active Directory oder Lightweight Directory Access, zu verknüpfen. So lässt sich zentral festlegen, wer der Nutzer ist (Kunde, Partner, Mitarbeiter, Abteilung etc.), auf welche Daten und Systeme dieser Nutzer zugreifen, welche Services und Funktionen er verwenden und wie er mit den Daten umgehen darf. 

Insbesondere in Unternehmen mit vielen tausend Kunden, Partnern und Mitarbeitern hat es sich bewährt, Nutzer­gruppen zu definieren, denen verschiedene Anwender mit ähnlichen Attributen angehören. Im Active Directory wird dann zum Beispiel festgelegt, welche Gruppen welche Anwendungen wie nutzen dürfen. Diese Informationen fließen in die API-Management-Plattform und ermöglichen eine anwenderspezifische Datenbereitstellung.

Ratschlag 4: Die Datennutzung analysieren

Da eine API-Management-Plattform jegliche Zugriffe auf Daten, Systeme, Services und Funktionen protokolliert, schafft sie einen jederzeit Überblick über relevante Kennzahlen: Welches API wie häufig genutzt wird, wie viele Aufrufe einzelne Quellsysteme verzeichnen, wann die meisten Nutzer auf ein System zugreifen und welche Daten sie am häufigsten abrufen. 

Zudem geben die Monitoring-Daten Hinweise auf etwaige Cyber-Angriffe. Da ungewöhnlich hoher Traffic auf ein System als Warnsignal zu deuten ist, können gemeinsam mit IT-Security-Experten Schwellenwerte definiert werden. Wird eine bestimmte Anzahl an Zugriffen oder Datenabfragen in einem bestimmten Zeitraum überschritten, schlägt das System Alarm. Daraufhin leitet das „Security Operations Center“ (SOC) passende ­Response-Maßnahmen ein, um die Bedrohung abzuwehren. 

Fazit: Fokus auf die Kernaufgaben

Eine API-Management-Plattform ist eine nachhaltige Investition in die digitale Zukunft. Der Weg von einer Point-to-Point-Architektur hin zu einer service-basierten Architektur bzw. API-getriebenen Ökonomie bildet die Basis für die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle. Davon profitieren Marketing und IT zugleich: Wenn nur noch die APIs bereitstehen müssen, kann das Marketing gleich mehrere digitale Lösungen und Services parallel entwickeln lassen. 

Einmal konfiguriert und integriert, erfolgt der Zugriff auf die erforderlichen Daten und Systeme über die Plattform und das jeweilige Endgerät – ganz ohne Ihr Zutun. Die IT kann sich auf ihre Kernaufgabe fokussieren: die Bereitstellung sicherer, skalierbarer und hochverfügbarer IT-Lösungen.

Bildquelle: Arvato Systems, Shutterstock/Freevideophotoagency

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