Deutsche Telekom will auf S/4 Hana umstellen

Projekt One.ERP gestartet

Um den Netzausbau zu beschleunigen und die Kundenlogistik zu verbessern, transformiert die Deutsche Telekom ihre internen IT-Systeme. In mehreren Stufen wird die bisherige IT-Architektur mit verschiedenen Planungs- und Logistik-Systemen vereinfacht. Die Telekom setzt dabei auf S/4 Hana, die aktuelle ERP-Generation der SAP.

Peter Leukert, Deutsche Telekom

Peter Leukert, seit 2017 IT-Chef der Deutschen Telekom

Practice what you preach: Als Partner für ihre Digitalisierung setzt die Deutsche Telekom auf SAP, wohl auch, weil beide Unternehmen bereits seit Jahren eng zusammen arbeiten. Die Konzern-Tochter T-Systems betreibt mit rund vier Millionen Anwendern die nach Firmenangaben derzeit größte SAP-Cloud – und hat bereits mehrere große Unternehmen auf S/4 Hana umgestellt.

Der Bonner IT-Dienstleister hat laut Referenzbroschüre bereits einigen großen SAP-Anwendern bei der Umstellung auf S/4 Hana geholfen, etwa Celulose Irani, Fraport Brasil und Schettino. Wie bei der VW-Tochter Seat begleitet T-Systems jetzt auch die Konzernmutter mit maßgeschneiderten Lösungen und einem Ende-zu-Ende-Ansatz bei der Migration zu SAP-Services aus der Cloud.

11 von 55 ERP-Systemen konsolidieren

Am 30. Dezember hat die Deutsche Telekom angekündigt, in einer ersten Phase ihrer ERP-Transformation mit S/4 Hana elf ihrer 55 insgesamt ERP-Systeme zu konsolidieren. Ziel ist es, so die Planungs- und Logistikabläufe für den großen Roll-out des künftigen 5G-Netzwerkes zu standardisieren. Am Ende soll One.ERP stehen, eine der weltweit größten SAP-Plattformen, mit der die Telekom unternehmensweit einheitliche Datenmodelle und Geschäftsprozesse in den Bereichen Finanzen, Personal, Einkauf, Technologie und Großkundengeschäft erreichen will.

Diese ERP-Umstellung hat bereits begonnen. „Wir treiben unsere eigene Digitalisierung massiv voran“, erklärt das Peter Leukert, CIO der Deutschen Telekom, in der Presseinformation. Es gehe darum, „mehr aus den vorhandenen Daten herauszuholen. Mit der Vereinheitlichung unserer IT-Systeme werden wir bei der Netzplanung erheblich effizienter – und unsere Kunden profitieren von einer schnelleren Logistik.“ Weitere Details werden (ab Seite 24) in einer Image-Broschüre mit Referenzprojekten beschrieben.

„Wir wollen die Telekom in ihrer Vision unterstützen, die IT-Landschaft zu konsolidieren und für die digitalen Herausforderungen der Zukunft fit zu machen. Davon profitieren nicht nur Kunden und Mitarbeiter, dies unterstützt gleichermaßen den ambitionierten Ausbau der europäischen Kommunikations-Netze“, so Hartmut Thomsen, der bei SAP die Region Mittel- und Osteuropa leitet.

Mit S/4 Hana neue Modelle erstellen

Generell will die Telekom mit S/4 Hana neue Modelle für Datenanalyse, Künstliche Intelligenz und vorausschauende Planung erstellen. Zu den ersten Teil-Projekten auf dem Weg zu One.ERP gehört die Planung für das 5G-Netz und den Glasfaserausbau, denn hier sollen sich nach Einschätzung der Telekom die einzelnen Schritte auf einer einheitlichen Datenbasis ohne Systembrüche erheblich beschleunigen lassen. Davon profitieren unter anderem Kunden, die bestellte Ware künftig schneller erhalten, weil der gesamte Prozess von der Bestellung, über die Lagerlogistik bis hin zur Auslieferung dann in einem System abgebildet ist. Der Konzern verspricht sich darüber hinaus auch Einsparungen im IT-Betrieb, denn erfahrungsgemäß senke der Umstieg auf S/4 Hana die IT-Betriebskosten um durchschnittlich 37 Prozent.

Als einer der größten Cloud-Betreiber kann T-Systems den Kunden private, öffentliche, hybride oder Multi-Cloud-SAP-Cloud-Angebote machen. Die Deutsche Telekom selbst positioniert sich als SAP-Dienstleister für den Mittelstand und gab erst auf der letzten Hannover Messe bekannt, dass die Tochter T-Systems ihre eigene Cloud an die von SAP anbinden wird. Dies ermöglicht Kunden, die in den T-Systemen gespeicherten IoT-Daten mithilfe ihrer SAP-Instanzen zu nutzen und die Prozess-Automatisierung aus einer Hand zu beziehen.

T-Systems betrachtet sich als größter SAP-Hosting-Provider der Welt und betreibt nach eigenen Angaben mehr als 820 TB Speicherplatz beanspruchende Hana-Datenbanken für Kunden; insgesamt sind das weltweit mehr als 600 Firmen. Darunter sollen auch die größte zertifizierte Hana-Installation mit 45 TB Speicher sein und das weltweit größte SAP-System – mit 850.000 SAPS, der Einheit des „SAP Application Performance Standards“.

Bildquelle: Deutsche Telekom AG

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