Möglichen Verzögerungen in der Auftragsvergabe zum Trotz

PSI mit mutigen Jahreszielen für 2020

Mit der Vorlage der Bilanz für das vergangene Jahr, in dem dank einem starkem Schlussquartal die Ziele für 2019 noch übertroffen werden konnten, schwächte die PSI AG ihre Jahresziele 2020 ab. Die Berliner Software-Schmiede zeigt sich damit aber weitaus optimistischer als viele andere Player im IT-Markt, die ihre Ziele weit zurückgeschraubt haben oder erst gar keine Prognose mehr wagen.

Die PSI-Zentrale in Berlin

Vor der Coronakrise strebte PSI für 2020 eine Fortsetzung des Wachstums und eine abermalige Steigerung des Betriebsergebnisses um 10 Prozent an. „Das Coronavirus wird zu Verzögerungen in der Auftragsvergabe führen, bei vielen Kunden ist PSI aber auch wichtig in der Krisenabwehr“, heißt es in der Presseinformation. „PSI hatte schon im Vorfeld alle 2.000 Mitarbeiter mit Notebooks und Fernzugriffen für Heimarbeit ausgestattet. Aufgrund des hohen Auftragsbestands erwartet das Management daher gegenwärtig eine leichte Schwächung des Umsatzes und einmalig 20 Prozent weniger Betriebsergebnis.“

Im Geschäftsjahr 2019 konnte der bereits 1969 gegründete PSI-Konzern sein Betriebsergebnis (Ebit) auf 17,2 Mio. Euro steigern (2018: 15,5 Mio. Euro). Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) sprang um fast 40 Prozent auf 28,0 Mio. Euro (2018: 20,1 Mio. Euro), wozu auch die IFRS 16 Umstellung mit 5,3 Mio. Euro beitrug. Das Konzernergebnis erhöhte sich wegen steuerlicher Effekte um fast 35 Prozent auf 14,3 Mio. Euro, der Umsatz um 13,1 Prozent auf 225,2 Mio. Euro.

Die Themenfelder „Smart Grid“ und „Verkehrswende“ wuchsen nach Firmenangaben um 15 Prozent; die „Industrie 4.0“-Bereiche konnten trotz Stahl- und Dieselkrise in Europa den Umsatz organisch um 10 Prozent erhöhen. Der Auftragseingang wuchs um 8,8 Prozent auf 236 Mio. Euro, der Auftragsbestand zum Jahresende um 2,2 Prozent auf 142 Mio. Euro.

Auch im Midrange-Markt aktiv

Der Bereich Automotive & Industrie kam mit zahlreichen Upgrade-Projekten gut durch das Jahr der Diesel- und Feinstaubkrise. Über ihre Tochter PSI Automotive & Industry GmbH, mit deren 1996 eingeführten ERP-System Psipenta und mit Partnern wie Portolan sind die Berliner auch im Midrange-Markt aktiv. Piuss-O, der Vorgänger der plattformunabhängigen Java-Software Psipenta, war sogar eine lupenreine AS/400-Software.

PSI hat auch im Berichtsjahr 24,0 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung investiert, davon rund ein Drittel für die die Produkt- und Plattform-Strategie. Zwei Drittel der Produkte seien aktuell bereits auf die Java-Plattform umgestellt, an dem verbliebenen Drittel werde „hart gearbeitet“. Die grafische Bedienoberfläche der Plattform läuft ohne Anpassungsaufwand auch im Internet (bzw. in Intranets) und auf Mobilgeräten. PSI erprobt gegenwärtig einen App-Store für die Plattformprodukte, aus dem Partner und Stammkunden die automatische Auslieferung in verschiedene Clouds wählen können.

Der Bereich Logistik wuchs mit starkem Partnergeschäft um 28 Prozent. Alle Geschäftseinheiten haben laut Hersteller auf Basis ihrer auf das Java-Framework umgestellten Produkte und einer wachsenden Partnerstruktur ihre Ergebnisse deutlich verbessert. Der Umsatz im Segment Produktionsmanagement (Rohstoffe, Metallerzeugung, Industrie, Logistik) wuchs organisch um 9,9 Prozent auf 109,4 Mio. Euro, das Betriebsergebnis um 18 Prozent auf 11,8 Mio. Euro. Der Bereich Metallerzeugung habe die Schwäche in Europa durch Großaufträge aus den USA und China ausgleichen können, heißt es.

Die Mitarbeiterzahl des Konzerns zum Jahresende 2019 stieg durch Neueinstellungen und den Zukauf im Energiesegment gegenüber dem Vorjahr um 197 auf 1.984. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag nicht zuletzt durch Wachstumsfinanzierung mit 12,5 Mio. Euro unter dem starken Vorjahreswert von 19,0 Mio. Euro. Der Umsatzanteil der Wartungs- und Upgrade-Subscriber-Verträge wurde weiter auf jetzt 33,5 Prozent gesteigert.

Die Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise können von Vorstand und Aufsichtsrat zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend quantifiziert werden, heißt es. „Die Bundesregierung hat eine außergewöhnliche Notsituation festgestellt. In einer solchen Situation ist es aus Sicht des Vorstands und Aufsichtsrats geboten, vorsichtshalber einen höheren Anteil des Gewinns als in den Vorjahren im Unternehmen zu belassen.“

Bildquelle: PSI AG

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