Ransom Block soll gewährleisten, dass Daten auf Magnetbändern in Scalar-Systemen nicht über das Netzwerk abgerufen oder manipuliert werden können.
Der amerikanische Speicherhersteller Quantum, eines der drei Mitglieder des Konsortiums „Linear Tape Open“ (LTO), hat heute einen neuen Schutzmechanismus vor Ransomware und anderen Cyberbedrohungen vorgestellt. Mit Ransom Block ist erstmals gewährleistet, dass Daten auf Magnetbändern in Scalar-Systemen nicht über das Netzwerk abgerufen oder manipuliert werden können. Das zum Patent angemeldete Feature errichtet eine Hardware-Sperre zwischen den Tapes und allen mit dem Netzwerk verbundenen Geräten, einschließlich des Robotiksystems.
Ransom Block errichtet mit einer einfachen Methode eine physische Barriere zwischen den Tape-Daten und dem netzwerkverbundenen Robotiksystem. Das Feature lässt sich sofort remote aktivieren und sorgt dafür, dass die Tape-Daten vollständig offline sind. Es erfordert keine manuelle Entnahme der Tapes. Daten können selbst dann nicht über das Netzwerk abgerufen werden, wenn die Tape Library gehackt wird. Regelmäßige Audits geben Kunden die Gewissheit, dass ihre Daten weiterhin sicher und geschützt sind.
„Ransomware und andere Formen von Cyber-Attacken geben unseren Kunden immer wieder Anlass zur Sorge“, begründet Jamie Lerner, Chairman und CEO von Quantum, die Entwicklung dieses Features. „Für den Aufbau einer Cyber-resilienten Infrastruktur sind Tape-Speichersysteme enorm wichtig – sowohl für große Archive als auch im Rahmen einer umfassenden Datensicherungsstrategie. Bei einem erfolgreichen Hackerangriff sind jedoch selbst Daten auf Tapes nicht sicher. Deshalb haben wir gemeinsam mit einem großen Cloud-Anbieter diese neuen Features entwickelt.“ Er spricht von einem „wirksamen Schutz von Daten per Mausklick“ und einer „ultimativen Absicherung für Tape-Daten“.
Die Tapes einer Library befinden sich in Magazinen mit 25 Stellplätzen. Das zum Patent angemeldete Design sieht vor, dass ein Magazin teilweise entladen werden kann. Der Zugriff auf die sich darin befindenden Tapes ist erst dann wieder möglich, wenn das Magazin per Hand zurückgeschoben wurde.
Da das Magazin nur zum Teil entladen wird, sind die Barcodes der Tapes für den Scanner des Library-Roboters weiterhin lesbar. Es lässt sich somit regelmäßig prüfen, ob noch alle Tapes vorhanden sind. Soll nun auf die Daten eines Tapes in jenem Magazin wieder zugegriffen werden, so muss zunächst ein Mitarbeiter mit physischem Zugang zur Tape Library das Magazin zurückschieben.
Die Tapes können darüber hinaus in abgesicherten Rechenzentren gelagert werden, zu denen der Zutritt nur mit Sicherheitsausweis möglich ist. Mit dem ebenfalls neuen Logical-Tape-Blocking-Feature können Administratoren zusätzlich per Software verhindern, dass Tapes in ein Laufwerk geladen werden, während das Magazin vor dem Entladen mit Tapes bestückt wird. Diese neue Funktion ist zwar softwarebasiert und kein physischer Sperrmechanismus, verkürzt aber dennoch den Risikozeitraum bis zur Aktivierung von Ransom Block.
Ransom Block ist Bestandteil von Quantums „Scalar Security Framework“ und damit eines von über 25 Features und Funktionen für wirksame Zugriffskontrolle sowie für Monitoring und Ereigniserkennung – zum Schutz vor Cyber-Bedrohungen und zum Erhalt der Datenintegrität.
Ransom Block und Logical Tape Blocking werden voraussichtlich ab Dezember als Bestandteil der neuen Scalar i6- und Scalar i3-Libraries bereitgestellt. Alle anderen Features des Scalar Security Frameworks sind bereits jetzt allgemein verfügbar. Bestimmte Features können separat erworben werden – und nicht alle Features sind in sämtlichen Modellen enthalten.
Bildquelle: Quantum