Aus dem Systemhaus Bison IT Services wird Bit Hawk

Rebranding betont Bison-Trennung

Eine gemeinsame Vergangenheit, ein gemeinsames Logo und eine gemeinsame Adresse in Sursee bei Luzern haben sie – und tragen beide den Bison im Namen: Der ERP-Hersteller Bison Schweiz AG, der auch in Deutschland aktiv ist, und der IT-Dienstleister Bison IT Services AG. Das ändert sich Anfang 2019, denn dann erhält Bison IT Services den Namen Bit Hawk AG und ein neues Logo. Damit sollen Verwechselungen bei Kunden, Partnern und Bewerbern ein Ende haben.

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Die Bison IT Services AG reklamiert den „Falkenblick“ auf IT-Projekte für sich.

Das Rebranding klingt logisch, zumal das Geschäft beider Firmen genauso unterschiedlich ist wie die Eigentumsverhältnisse. Der ERP-Hersteller gehört der landwirtschaftlichen Genossenschaft Fenaco, das Systemhaus zu 100 Prozent der Firma Progress Solutions des Schweizer Unternehmers Peter Pfister, der dessen Verwaltungsrat ebenso angehört wie Rudolf Fehlmann. Fehlmann, der ehemalige CEO des ERP-Herstellers Bison, hat ja seinerzeit durch die schlagzeilenträchtige Comparex-Affäre im Jahr 2010 maßgeblich zum Entstehen der heutigen Bison IT Services AG beigetragen, auch weil er mit etlichen Übernahmen einen riskanten Expansionskurs eingeschlagen hatte und mit rund 180 Comparex-Leuten das Dienstleistungsgeschäft ausbauen wollte.

Positionierung im Kunden- und Arbeitsmarkt

Schon 2002 hatte Fehlmann mit der Bison Group und dem deutsche Systemhaus PC-Ware das Joint-Venture Bison Systems gegründet, um Bisons Servicegeschäft sauber vom ERP-Business zu trennen. Nachdem PC-Ware im Jahr 2009 von der österreichischen Raiffeisen Informatik übernommen worden war, wurde aus dem Joint-Venture Anfang 2010 Comparex Schweiz.

Bekanntermaßen beschäftigt die darauf folgende Comparex-Affäre heute noch die Gerichte – und Rudolf Fehlmann wurde 2014 als CEO des hochverschuldeten ERP-Herstellers abgelöst, der nur dank der Übernahme durch die Mutter Fenaco gerettet werden konnte. Zuvor hatte Fehlmann Bison IT Services im Jahr 2010 das Nutzungsrecht für den Markennamen „Bison“ und das Logo eingeräumt, auch wenn das Unternehmen nicht der Bison Group gehörte, sondern dem befreundeten Unternehmer. All das zeigt, wie eng die beiden Unternehmen auch heute noch verbunden sind – selbst wenn sich bald ein Name ändert.

Den Falkenblick zu eigen gemacht

CEO von Bit Hawk bleibt der aktuelle CEO Oliver Schalch, der schon den Comparex-Exodus mitverantwortete. Das Unternehmen beschäftigt heute rund 190 Menschen am Hauptsitz Sursee und den Standorten Basel, Bern und Winterthur. Zum Lösungsportfolio gehören Netzwerke, Storage, Virtualisierung, Cloud Computing, Service-Management, Security, Unified Communications, Retail und Digital Signage Solutions.

Der neue Name Bit Hawk setzt sich zusammen aus „Bit“ – der kleinsten Informationseinheit – und „Hawk“ (Falke). Zum einen verweist der neue Name also laut Marketingleiter Roland Marti auf die Herkunft als IT- und Technologieunternehmen, mit Expertise für technische Bits und Bytes. Zum anderen stehe die Metapher des Falken für den Blick sowohl für das ganzheitliche Konzept als für die Details. Den „Falkenblick“ habe sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren immer stärker zu Eigen gemacht: die Sicht auf das grosse Ganze, um die Ansatzpunkte für optimale Lösungen bei der Digitalisierung zu finden und mit geschärftem Blick aufs Einzelne diese in der Praxis umzusetzen. Dies widerspiegele sich fortan direkt im Namen.

Die Bison Deutschland GmbH, die bereits 1995 gegründet wurde, beschäftigt heute über 50 Menschen. Anfangs vor allem über Partner wie SoftM oder Dakoda aktiv, verstärkte Bison später die Aktivitäten in Deutschland mit den Übernahmen der Softwarehäuser Marketstream (2012) und Maxess (2013) aus Kaiserslautern. Maxess war die Software-Tochter der Handelsgruppe Wasgau, die auch heute noch zu den Bison-Kunden zählt. Weitere Referenzen sind die Asropa Food GmbH, Coop, die J.A. Woll Handels GmbH, Kölle-Zoo, Max Lüning und Rewe Dortmund. Insgesamt erzielt die Bison Group nach eigenen Angaben mit rund 300 Mitarbeitern 75 Mio. Franken Jahresumsatz.

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