CFO Harald Fuchs scheidet zum 30. Juni 2021 aus

Revirement im PSI-Vorstand angekündigt

„Aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen“ von Aufsichtsrat und Harald Fuchs zur zukünftigen Entwicklung der Berliner PSI Software AG scheidet der Finanzvorstand mit dem Auslaufen seines Vorstandsvertrages zum 30. Juni 2021 aus. Sein Verantwortungsbereich: Organisation, Personal, Finanzen und Controlling.

Bei einer Vertragsunterzeichnung Ende 2018: Dr. Harald Schrimpf (links, CEO PSI AG) und Harald Fuchs (CFO PSI Software AG)

Harald Fuchs (Jahrgang 1964) ist seit dem 1. Juli 2013 Vorstand des 1969 gegründeten Softwarekonzerns; zuvor war er seit 2011 als Geschäftsbereichsleiter Finanzen und Controlling im Bereich „Elektrische Energie“ der PSI Software AG. Die Meldung über sein Ausscheiden kam überraschend nur drei Tage nach der Vorlage der Bilanz für das erste Halbjahr – mit stabilem Auftragseingang und Umsatz. In der Pressemeldung hieß es: „Aufgrund des weiterhin hohen Auftragsbestands rechnet das PSI-Management für 2020 Corona-bedingt weiterhin mit einer leichten Schwächung des Umsatzes um bis zu 5 Prozent und einem bis zu 20 Prozent geringerem Betriebsergebnis. Soweit das zweite Quartal für PSI bereits der Tiefpunkt der Krise gewesen sein könnte und sich die Anzeichen einer Belebung weiter bestätigen, wird PSI im Herbst über eine Anpassung der Jahresziele entscheiden.“

Lobende Worte

Ob hier die nicht näher beschriebenen Unterschiede bei den Vorstellungen zu Tage traten? Jedenfalls ist in der Pressemitteilung zum Abschied von Fuchs lobend von „acht erfolgreichen Jahren als Finanzvorstand“ die Rede. In seiner Vorstandszeit sei der Umsatz von 176 Mio. Euro (2013) auf 225 Mio. Euro (2019) gesteigert worden, das Konzernergebnis von 0,4 Mio. auf 14,3 Mio. Euro und die Mitarbeiterzahl von 1.692 auf 1.984. „Der Aufsichtsrat bedankt sich bei Herrn Fuchs für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und für seine Verdienste um und den großen Einsatz für den PSI-Konzern und wünscht ihm alles Gute für die Zukunft“, heißt es abschließend.

Der PSI-Konzern entwickelt und integriert auf der Basis eigener Softwareprodukte komplette Lösungen für die Optimierung des Energie- und Materialflusses bei Versorgern (Energienetze, Energiehandel, Öffentlicher Personenverkehr) und Industrie (Metallerzeugung, Automotive, Maschinenbau, Logistik). Mit der Vorlage der Bilanz für das vergangene Jahr, in dem dank einem starkem Schlussquartal die Ziele für 2019 noch übertroffen werden konnten, schwächte die PSI AG bereits im März ihre Jahresziele 2020 ab. Die Berliner Software-Schmiede zeigte sich damit aber weitaus optimistischer als viele andere Player im IT-Markt, die ihre Ziele weit zurückgeschraubt haben oder erst gar keine Prognose mehr wagen.

Im ersten Halbjahr 2020 konnte der PSI-Konzern trotz der Auswirkungen der Coronakrise mit 141 Mio. Euro knapp den Rekordauftragseingang des Vorjahreszeitraums von 141 Mio. Euro erreichen. Der Konzernumsatz erreichte mit 141 Mio. Euro ebenfalls fast den Vorjahreswert (106,6 Mio. Euro), in diesem Jahr allerdings stärker durch das Energiesegment geprägt. Das Konzernergebnis verringerte sich um 15,1 Prozent auf 3,7 Mio. Euro.

Multicloud-Initiative auf Kurs

Gute Fortschritte macht nach Firmenangaben die Multicloud-Initiative zur automatischen Bereitstellung aller auf der PSI-Plattform basierenden Produkte über alle marktgängigen Clouds (Public, Private, Hybrid, On-Premise). Diese „Continuous Integration“ und „Continuous Delivery“ soll die Auslieferungskosten in den konventionellen Kundenprojekten senken. Darüber hinaus werden ersten Testkunden und VAR-Integrationspartnern aber auch einige plattformbasierte Produkte (Produktionsplanung ASM, Lagerverwaltung WMS und Metals Virtual Factory) in einer PSI-Multicloud als Software-as-a-Service zur Nutzung bereitgestellt.

Die generischen Produkte für Planung (ASM), Steuerung (JSCADA) und Zeitreihen (TSM) wurden in die ersten Produktlinien eingebracht. Funktionsumfang und Performance werden weiter rasch verbessert. Die generischen Produkte ersetzen bisherige Mehrfachentwicklungen und verbessern deutlich die Partnerfähigkeit, die Produktattraktivität, die Stückzahleffekte und damit die Profitabilität. Kunden und Partner reagieren begeistert auf die Anpassbarkeit der PSI Software mit grafischer Geschäftsprozessmodellierung (BPM), PSI-Click-Design für Benutzeroberflächen von Applikationen (auch Web) sowie Plug & Play-Softwarebus.

„Zahlreiche Industriekunden scheinen sich auf eine wirtschaftliche Aufholjagd im Jahr 2021 vorzubereiten und nutzen die Corona-bedingte Ruhe in der Produktion für die Digitalisierung ihrer Prozesse“, heißt es aus Berlin. „Zudem zeichnet sich ab, dass die degressive Abschreibung in Deutschland für 2020 und 2021 zu einem guten Schlussquartal beitragen kann.“

Bildquelle: PSI

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