Cyber-Sicherheitsrat gründet Hub „Third Party Risk Management“

Risiko Drittanbieter

Wie sicher sind meine Geschäftspartner und Lieferanten wirklich? Bei der kniffligen Antwort auf diese einfache Frage will der im vergangenen Jahr durch Jan Böhmermann in die Schlagzeilen geratene Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V. helfen. Dazu gründete er einen neuen Hub zum Thema „Third Party Risk Management“, der Anfang Juli erstmals zusammenkam.

Hans-Wilhelm Dünn, Präsident des Cyber-Sicherheitsrates Deutschland e.V.

Hans-Wilhelm Dünn, Präsident des Cyber-Sicherheitsrates Deutschland e.V.

„Die kontinuierliche Digitalisierung und der wachsende Datenaustausch mit weltweit verteilten Partnern erhöhen das Risiko von Sicherheitsvorfällen, vor allem aufgrund mangelnder Transparenz hinsichtlich ihrer Sicherheitspraktiken“, konstatierte Präsident Hans-Wilhelm Dünn bei der Auftaktsitzung. „Diese Herausforderungen, verstärkt durch begrenzte Ressourcen für eine angemessene Überprüfung, führen häufig zu unzulänglichen Schutzmaßnahmen und Vorkehrungen.“ Der neue Hub konzentriere sich daher auf die Identifizierung sowie Minderung von Risiken im Bereich Informations- und Datensicherheit bei Drittanbietern.

In seiner Keynote wies Arslan Brömme, National Information Security Officer beim Energieversorger Vattenfall, auf die Bedeutung des Themas für international tätige Unternehmen hin: „Auftragnehmer, Subunternehmen, Lieferanten – durch die komplexen globalen Strukturen von Wertschöpfungsketten entstehen Risiken für Geschäftsabläufe, aber auch für die Reputation und die Informationssicherheit von Unternehmen. Umso wichtiger ist es, auch die Sicherheit von Drittanbieter strategisch und langfristig zu gewährleisten.“

Gemeinsam mit Bedarfsträgern und Kompetenzpartnern aus der Mitgliedschaft des CSRD werden in den folgenden Sitzungen Methoden und Handreichungen erarbeitet, um praktische Hilfestellungen auf dem Gebiet des Drittanbieter-Risikomanagements zu leisten.

„Unternehmen müssen im eigenen Interesse dafür sorgen, dass bei ihren Geschäftspartnern die gleichen hohen Standards für Cyber-Sicherheit eingehalten werden, wie in ihrem eigenen Haus. Diesen fortlaufenden Prozess zu gestalten ist eine große Herausforderung, bei der wir Bedarfsträger unterstützen werden“, so der Leiter des Hubs Thibault Lapédagne, Head of Cybersecurity Research bei Cyber Vadis.

Der Cyber-Sicherheitsrat Deutschland, im August 2012 gegründet und in Berlin ansässig, ist politisch neutral und berät Unternehmen, Behörden und politische Entscheidungsträger im Bereich Cyber-Sicherheit. Zu den Mitgliedern des Vereins zählen große und mittelständische Unternehmen, Betreiber kritischer Infrastrukturen sowie Bundesländer und Bundesinstitutionen, Experten und politische Entscheider mit Bezug zum Thema Cyber-Sicherheit. Über seine Mitglieder repräsentiert der Verein mehr als drei Millionen Arbeitnehmer aus der Wirtschaft und knapp zwei Millionen Mitglieder aus Verbänden und Vereinen.

Bildquelle: Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V.

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