Interessenausgleich mit dem Konzern-Betriebsrat vereinbart

Rittal baut Produktion um

Im Zuge der Neuausrichtung der Produktion in Deutschland haben Geschäftsleitung und Konzern-Betriebsrat von Rittal einen Interessenausgleich geschlossen. Im Zuge der größten Investition in der Firmengeschichte sollen vier Werke bis 2018 schrittweise geschlossen, zwei erweitert und ein komplett neues Werk in Haiger gebaut werden.

Rittal richtet seine Produktion in Deutschland bis 2018 komplett neu aus und investiert 250 Millionen Euro in die Region.

Mit der Neuausrichtung der Produktion in Deutschland will Rittal bis 2018 die Werke Burbach, Wissenbach, Rennerod und Herborn schrittweise schliessen. In Haiger soll ein modernes Produktionswerk für Kompaktgehäuse entstehen. Die Werke Rittershausen und Hof werden ausgebaut und bilden zusammen mit Haiger einen Produktionsverbund. Insgesamt investiert Rittal in den nächsten Jahren 250 Mio. Euro.

Dr. Friedhelm Loh, Inhaber und Vorsitzender der Rittal-Geschäftsführung, geht davon aus, dass dem überwiegenden Teil der Mitarbeiter der vier wegfallenden Standorte ein Arbeitsplatz im neuen Produktionsverbund der Region angeboten werden kann. Beim Wechsel an einen anderen Rittal-Standort wird die bisherige Betriebszugehörigkeit vollständig anerkannt. Rund 570 Arbeitsplätze werden an den zukünftigen Rittal-Standorten neu zu besetzen sein.

„Nach dem heutigen Stand der Planungen gehen wir davon aus, dass an den drei verbleibenden Standorten zwischen 0 und 100 Mitarbeitern dauerhaft kein Arbeitsplatz angeboten werden kann. Das sind nur circa 2 Prozent der Beschäftigten von Rittal in Deutschland“, so Loh. Die notwendigen Anpassungen sollen „sozialverträglich“ erfolgen, zum Beispiel über die Fluktuation sowie altersbedingte Austritte. Zusätzlich stellt Rittal auch Mittel zu Errichtung einer Transfergesellschaft zur Verfügung.

„Das Zukunftsprogramm bedeutet für alle Mitarbeiter eine Herausforderung, aber auch eine Chance“, erklärte Markus Betz, Konzern-Betriebsratsvorsitzender von Rittal: „Unsere Mitarbeiter werden in einer hochmodernen Produktionsumgebung arbeiten. Die Digitalisierung wird zu ihrem Alltag gehören. Jeder Mitarbeiter, jung und alt, kann Neues lernen und sich weiterentwickeln.“

Modernste Produktion für Kompaktgehäuse der Welt

Bis 2018 soll in Haiger das weltweit modernste Produktionswerk für Kompaktgehäuse entstehen und die Edelstahl- und Schwarzblechproduktion auf neuen Maschinen starten. Vor 55 Jahren wurden die ersten Kompaktgehäuse in Rittershausen produziert und galten als die Innovation schlechthin. Jetzt soll die Erfolgsgeschichte von Haiger aus fortgeschrieben werden – mit Industrie-4.0-Strukturen für hocheffiziente Produktions-, Logistik- und Kommunikationsprozesse.

Die zum Teil nicht mehr weiter modernisierbaren Standorte Herborn, Wissenbach und Burbach werden bis 2018 schrittweise geschlossen. Der Standort Hof soll künftig zusätzliche Produktgruppen der Standorte Herborn und Burbach fertigen. Das Werk in Rittershausen wird zusätzliche Produktgruppen der Werke Wissenbach und Burbach fertigen. In Rennerod ist bislang eine Kühlgerätefertigung beheimatet. Zukünftig bündelt Rittal das Know-how am Standort Valeggio in Norditalien, der bereits seit über 20 Jahren auf Kältetechnik spezialisiert ist. Dann wird der Standort Rennerod geschlossen.

Die Veränderung als Chance

„Die Industrie verändert sich, deshalb müssen auch wir uns verändern – und wir müssen dabei immer die Chancen im Blick behalten. Wir haben bei Rittal schon viele Veränderungen erfolgreich gemeistert und ich bin stolz auf meine Mitarbeiter und die Betriebsräte, die mit anpacken und die Unternehmensstrategie aktiv unterstützen“, so Firmenchef Friedhelm Loh. Mit der Großinvestition in den neuen Produktionsverbund bekennt er sich klar zum Standort Deutschland – und zur Region: „Das ist die größte Investition in der Unternehmensgeschichte!“

Über Rittal

Rittal ist ein weltweit aktiver Systemanbieter für Schaltschränke, Stromverteilung, Klimatisierung, IT-Infrastruktur mit rund 10.000 Mitarbeitern und 58 Tochtergesellschaften. Die Systemlösungen kommen in nahezu allen Branchen zum Einsatz, vorwiegend in der Automobilindustrie, in der Energieerzeugung, im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der IT. Die Softwareanbieter Eplan und Cideon ergänzen die Wertschöpfungskette durch disziplinübergreifende Engineering-Lösungen, Rittal Automation Systems durch Automatisierungslösungen für den Schaltanlagenbau. Zum Leistungsspektrum gehören Infrastrukturlösungen für modulare und energieeffiziente Rechenzentren mit innovativen Sicherheitskonzepten zur physischen Daten- und Systemsicherung.

Rittal wurde im Jahr 1961 gegründet und ist das größte Unternehmen der inhabergeführten Friedhelm Loh Group, die Friedhelm mit 18 Produktionsstätten und 78 Tochtergesellschaften international präsent ist. Die Unternehmensgruppe beschäftigt über 11.500 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2015 einen Umsatz von rund 2,2 Mrd. Euro.

Bildquelle: Rittal

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