Deutschland nicht im neuen Common Europe Executive Committee vertreten

Rückblick auf die CEC 2019 in Berlin

Über 260 Teilnehmer aus 20 verschiedenen Ländern, 20 Aussteller und 7 Sponsoren aus Europa und den Vereinigten Staaten waren zum Common Europe Congress angereist. Im Berliner Radisson Blu Hotel gab es vom 16. bis 19. Juni auf der Technologie- und Networking-Konferenz der IBM Power-User aus Europa sieben Intensiv-Workshops, zahlreiche Zertifizierungen und mehr als 100 weitere Sessions. Das waren deutlich mehr als die geschätzt 150 bis 200 Besucher und 14 Aussteller auf der CEC 2018 in Warschau.

Mehr als 260 Teilnehmer besuchten vom 16. bis 19. Juni die Technologie- und Networking-Konferenz der IBM-i-Anwender in Berlin.

Heidi Schmidt, Vorsitzende von Common Deutschland, war sowohl vom europäischen Flair als auch vom fachlichen Niveau der Konferenz angetan: Der Enthusiasmus der Teilnehmer zeige vor allem, dass IBM-i-Anwender „wirklich sehr interessiert an technischer Weiterbildung und fachlichem Tiefgang sind“. Für für Common Deutschland sei die CEC 2019 eine ganz besondere Veranstaltung, fungierte man in diesem Jahr doch erstmals seit langem wieder als Gastgeber. Die letzte „deutsche CEC“ gab es im Jahr 2000 in Bremen – und davor traf man sich 1988 in Deutschland, und zwar in Wiesbaden.

Rund 100 der 260 Teilnehmer seien diesmal aus Deutschland angereist, so Schmidt; sie hätten insbesondere die Kompetenz der Referenten gelobt, war IBM doch mit dem „Who is Who“ der Power-Welt aus USA vor Ort, angefangen bei Ian Jarman über Steve Will und Scott Forstie bis hin zu Jesse Gorzinski, Senior Business Architect für Open Source Software auf IBM i. Speziell das Beispiel Gorzinski zeigt, dass IBM beim Ausscheiden der „alten Hasen“ durchaus auch jungen Mitarbeitern Verantwortung überträgt.

Offenkundig wurde auch, wie sehr IBM sich in der Weiterentwicklung der Power-Server und der Plattform IBM i engagiert. Nach der Veröffentlichung von IBM i 7.4 wird bereits direkt an den Erweiterungen („Technology Refresh“) und nächsten Versionen gearbeitet, mit deren Erscheinen in etwa 3 Jahren zu rechnen ist.

Hohe Management-Beteiligung

Schmidt sieht die hohe Management-Beteiligung am erstmals veranstalteten „Executive Day“ als klare Bestätigung für eine in Deutschland schon länger gelebte Praxis. Der „Common Europe Executive Day“ bot Führungs- und Leitungskräften aus der IT einen ganzen Tag zur individuellen Strategieentwicklung. Hier ging es um die aktuellen Herausforderungen der IBM-i-Anwender aus Management-Sicht, etwa um den Generationswechsel in den IT-Teams, die Herausforderung, junge Mitarbeiter zu gewinnen sowie die Modernisierung gewachsener Anwendungen (sog. Legacy-Transformation) zu neuen Anwendungs- und Betriebsszenarien.

Der eintätige Workshop wurde bewusst auf einen ausgewählten Kreis von ca. 20 Teilnehmer begrenzt. IBM war mit Top-Management aus der Power-Mannschaft vertreten, mit Ian Jarmann (Business Unit Executive, Power Systems Lab Services) und Steve Sibley (Vice President, Power Systems Offering Management) sowie weiteren Führungskräften wie Alison Butterill, Tim Rowe und Steve Will. Es gab Impulsvorträge zu Technologie- und Managementaspekten und Raum zum Netzwerken und zum persönlichen Austausch untereinander.

Alle Teilnehmer waren von dem Tag so begeistert, dass das CEC-Organisationskomitee direkt im Anschluß ankündigte, den „Executive Day“ dauerhaft in die CEC-Agenda zu verankern. Dabei will auch Heidi Schmidt ihren Beitrag leisten, da sie als Vorsitzende von Common Deutschland auch dem Common-Führungsgremium in Europa angehört. Sie hat sich aber nicht in das neue Common Europe Executive Committee wählen lassen, weil sie jetzt in Deutschland zusätzlich zur Common-Arbeit auch noch für die Mainframe-Usergroup aktiv wird.

Anfängliche Hektik in ruhige Bahnen gelenkt

„Die gelungene Mischung auf der CEC aus unseren lokalen Anwendern, den Gästen aus ganz Europa und dem seitens IBM international exzellent ausgewählten Expertenteam war so für Deutschland einzigartig“, zieht Schmidt zufrieden ein erstes Fazit, auch wenn es am Anfang mit dem Standaufbau und den WLAN-Anschlüssen etwas turbulent zuging. „Wir werden natürlich mit den Impulsen von der CEC auch weiter daran arbeiten, dass wir unsere deutschen Common-Veranstaltungen auf ein fachlich hohes Niveau entwickeln.“

Für Common Deutschland war die Ausrichtung der CEC ein besondere Herausforderung in der Verbandsgeschichte, die sich aber, so Schmidt, „mehr als gelohnt hat“, denn man habe sich im Organisations- und Unterstützer-Team noch besser kennengelernt und sei dank der Erfahrung der letzten Monate gut gewappnet, weitere hochkarätige Events in Deutschland zu organisieren. „Wir möchten unsere Mitglieder auf technischer Ebene ebenso wie im Management-Kontext unterstützen und zur fachlichen Weiterentwicklung in allen Aspekten beitragen“, betont Schmidt. Mit den in Berlin gewonnenen Kontakten zu IBM USA sowie zu national und international aktiven Businesspartnern könne man künftige Programme attraktiver, innovativer und vielseitiger gestalten.

Das Konferenzprogramm bot eine Mischung aus topaktuellen wie traditionellen Themen (Datenbanken, Anwendungsentwicklung, Systemmanagement, Sicherheit und Hochverfügbarkeit). Gerade das Thema „Hochverfügbarkeit“ erfuhr aufgrund der neuen IBM-Ankündigung zu Continuous Availability mit „Db2 Mirror“ erhöhte Aufmerksamkeit.

Zukunftsweisende Themen wie Cloud Computing wurden ebenso angesprochen das Dauerbrennerthema „Integration der Power-Systeme in IT-Infrastrukturen“ sowie die Open-Source-Trends auf der Plattform, aber auch kognitive Technologien wie Machine Learning, Artificial Intelligence, Visual Recognition und andere Watson-Initiativen. Aber auch Compliance und Best Practices in der Cybersicherheit stießen bei den Teilnehmern auf reges Interesse, so Schmidt.

Zwei Deutsche im Common Europe Advisory Council

Last but not least fand im Rahmen der CEC auch wieder das CEAC-Meeting statt. CEAC steht für „Common Europe Advisory Council“ und repräsentiert als ausgewählte Gruppe von Common-Mitgliedsunternehmen die Interessen der Power-Anwender gegenüber dem Hersteller auf internationaler Ebene. Common Deutschland stellt aktuell mit Holger Scherer (RZKH) und Stefan Pelzer (Profi Engineering) zwei Experten für das CEAC-Gremium ab und kann dadurch unmittelbar die Interessen und Wünsche der Mitglieder in die Strategie- und Produktentwicklung der IBM einbringen.

„Die Mitarbeit im CEAC-Gremium bringt interessante Einblicke in die Arbeit am aktuellen Release sowie in die Planungen und Arbeiten an den zukünftigen Versionen“, erklärte Holger Scherer auf Anfrage von DV-Dialog. „Hier wird es auch in absehbarer Zeit weitere interessante Neuerungen geben, die noch nicht genauer dargelegt werden dürfen. Die Rückmeldungen aus der Community und der gesamten Kundschaft sind sehr wichtig für Common und die IBM, daher bitten wir um möglichst viele Rückmeldungen und Nutzung der „Request for Enhancement“- bzw. RFE-Seiten der IBM, die nach Anmeldung für jedermann zugänglich sind. Eine solch direkte Rückmeldung an die Entwicklung bieten nur wenige Hersteller.“

Die nächste CEC findet übrigens vom 15. bis 18. Juni 2020 im IBM Client Center in Montpellier statt, in Kooperation von Common Europe, Common France und Common Romandie. Veranstalter wird dort IBM selbst sein. Detailinformationen hierzu wird es in den kommenden Monaten geben.

„Wir von Common Deutschland überlegen aufgrund des positiven Feedbacks zur CEC in Berlin bereits, die Reise nach Montpellier für unsere deutschen Mitglieder zu organisieren und somit eine Teilnahme zu vereinfachen“, so Heidi Schmidt in Berlin. Die künftigen CEC-Konferenzen werden neben dem „Executive Day“ auch „Soft Skill Sessions“ als festen Programmbestandteil aufnehmen, erklärt der Verantwortliche für die nächste CEC-Agenda, Jesper Hemmet-Omer aus dem Vorstand von Common Dänemark. Die Premiere der „Soft Skill Sessions“ in Berlin war überzeugend ausgefallen.

Bildquelle: Common Deutschland

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