Interview mit Oliver Schallhorn, Geschäftsführer bei Fritz&Macziol

„Ruhiges Fahrwasser erreicht!“

Kurzinterview mit Oliver Schallhorn, Geschäftsführer bei Fritz&Macziol.

Oliver Schallhorn, Geschäftsführer bei Fritz&Macziol

Heribert Fritz schied zum Jahresende völlig überraschend aus dem von ihm im Jahr 1987 gemeinsam mit Eberhard Macziol gegründeten Ulmer Systemhaus Fritz&Macziol aus. Die französische Konzernmutter Vinci hat deshalb neben dem 2014 auf die Chefetage zurückgekehrten Oliver Schallhorn den kaufmännischen Leiter Stephan Pawlowski zum zweiten Geschäftsführer ernannt; Pawlowski gehörte bisher schon dem im August 2011 eingerichteten Management-Board an. Oliver Couvigny, Geschäftsführer der F&M-Schwester Infoma, wurde befördert und übernimmt zusätzlich die Leitung des Bereiches „Public Sector“ von Vinci Energies Deutschland.

Herr Schallhorn, am 22. Dezember wurde das Ausscheiden von Herrn Fritz bekanntgegeben. Für uns völlig überraschend. Für Sie auch?
Oliver Schallhorn:
Erstmal ja. Doch auf den zweiten Blick wird die Ent­scheidung nachvollziehbar, die Herr Fritz und der Konzern Vinci freundschaftlich getroffen haben. Nachdem die Integration in den Konzern gut verlaufen ist, war es nur eine Frage der Zeit, wann die Wege sich trennen, da, wie so oft, ein früherer Unternehmer und ein Konzern nicht in allen Dingen kompatibel sind. Herr Fritz hat das Unterneh­men mit gegründet, das auch seinen Namen trägt. Er war und ist dem Unter­nehmen sehr verbunden; deshalb ist er ja auch nach dem Verkauf an Imtech 2006 dabei geblieben.

Doch man darf nicht vergessen: Die letzten Jahre unter Imtech waren sehr schwer. Die Krise der Konzernmutter hätte auch uns fast ins Schlin­gern gebracht. Deswegen hatten wir einen ganz anderen Support nötig als bei der Übernahme durch Imtech, als wir selbst nur auf Erfolgs­kurs waren. Insofern haben Herr Fritz und Vinci einen Sensationsjob gemacht, denn heute steht Fritz & Macziol wieder gut bis sehr gut dar. Die Integration ist erfolgreich – und daher wurde die Zusammenarbeit beendet.

Das wurde auch als Grund für die Trennung angeführt: Dass die Basis für eine erfolgreiche Arbeit in der Konzernstruktur geschaffen sei...
Schallhorn: 
Das stimmt. Schon im Zuge des Verkaufs und danach wurde darüber oft gesprochen, dass Herr Fritz mit der restlichen Managementmannschaft die Unternehmens­gruppe wieder ins ruhigere Fahrwasser führen soll.  Offenbar waren jetzt beide Seiten der Meinung, dass dieses ruhige Fahrwasser erreicht ist – und haben die Konsequenzen gezogen.  

Zu den fünf Grundsätzen, nach denen Vinci arbeitet, gehört Vertrauen. Jetzt gibt es Gerüchte, dass dieses Vertrauen in Herrn Fritz nach einer Compliance-Prüfung gestört gewesen sei...
Schallhorn:
Gegen diese Gerüchte muss ich mich in aller Form verwehren. Wir haben als Geschäftsführer und als Firma immer sauber gearbeitet; das war bzw. ist einer unserer absoluten Grundsätze. Es gab auch keine Compliance-Prüfung oder ähnliches. Das sind nichts als zu 100 Prozent falsche Gerüchte.

Wird es eine Umbenennung des Unternehmens geben?
Schallhorn:
Nein, zumindest nicht dieses Jahr; Namen sind ohnehin überschätzt. Es wird auch keine Veränderung bei Marktauftritt und Strategie geben. Die einzige Veränderung gibt es in der Geschäftsführung. Ansonsten wollen wir unseren Erfolgskurs fortsetzen.

 

 

©2020Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok