Volkswagen Sachsen wurde für das Pilotprojekt ausgewählt, da die Konzerntochter genau wie die weltweite Gruppe Fahrzeugfertigung und Komponentenfertigung vereinte sowie verschiedene Finanz-und ERP-Systeme an ihren drei Produktionsstätten in Zwickau, Chemnitz und Dresden nutzte. Viele Workflows wie das Reporting wurden immer noch manuell bearbeitet, die Nachverfolgung und Analyse der Herstellungskosten lief beispielsweise über Excel-Arbeitsblätter.
Laut Kai Siedlatzek, Managing Director Finance und Controlling bei der Volkswagen Sachsen, änderte der Abschied von den Excel-Arbeitsblättern „unsere bisherige Arbeitsweise grundlegend und stieß einen Kulturwandel im Unternehmen an.“
Der Volkswagen-Konzern, der SAP-Software konzernweit bereits seit Jahrzehnten nutzt, bleibt damit dem Software-Lieferanten treu. Mit S/4 Hana hat Volkswagen Sachsen jetzt ihre Finanz-, Planungs- und Controlling-Prozesse für die 2.000 Mitarbeiter, die mit SAP-Anwendungen arbeiten, standardisiert, digitalisiert und automatisiert. Anstatt wie zuvor komplexe Berichte zeitaufwändig zu erstellen, sind die Mitatbeiter nun in der Lage, die Rentabilität und verschiedene Dimensionen der Kosten – aufgeschlüsselt etwa nach Fahrzeugmodellen, Branchen oder Produktionsstätten – klar und unverzüglich zu berechnen.
Die Implementierung von S/4 Hana hat zudem die Datenqualität verbessert, da alle Mitarbeiter nun auf einer einzigen, einheitlichen Plattform mit vereinfachter Datenstruktur arbeiten. Dank dieser reduzierten Komplexität nutzt VW heute 30 Prozent weniger Kostenstellen. Darüber hinaus wurden organisatorische Prozesse so optimiert, dass schlankere Freigabeprozesse mit nur noch acht anstelle von 13 Hierarchieebenen möglich wurden. Das sorgt für Zeit- und Kostenersparnisse und führt zusammen mit einer verbesserten, übersichtlichen Datengrundlage zu schnelleren und fundierten Entscheidungen. So sind jetzt beispielsweise nur noch halb so viele Mitarbeiter in die Auftragseingangsprozesse eingebunden.
Die geplante Projektlaufzeit von 18 Monaten wurde eingehalten. Das Projekt, für das mit VW gemeinsam mit einem großen IT-Dienstleister die Gesamtprojektleitung übernommen hatte, lief im agilen Modus mit einer sechsmonatigen Test-, Trainings-Migrationszeit am Projektende. Dabei wurde das Heidelberger Softwarehaus SNP Schneider-Neureither & Partner von Volkswagen mit der Migration ihres IT-Systems nach S/4 Hana beauftragt.
Dieser Auftrag sollte bis zum 1. Januar 2019 abgeschlossen werden und sah neben der Migration von Daten nach S/4 Hana auch komplexe Anpassungen vor, wie zum Beispiel die Verschmelzung von Mandanten, Buchungskreisen und Werksverlagerungen. Das Projekt umfasste unter anderem auch die Übernahme der Stamm- und Bewegungsdaten verschiedener Module des SAP-Systems in das Zielsystem S/4 Hana, wobei die SNP-Standardsoftware Transformation Backbone verwendet wurde.
Die Implementierung in Sachsen dient als Pilot für die weltweite Marke Volkswagen Pkw und soll durch Standardisierung und Harmonisierung der Finanzprozesse für Synergieeffekte im ganzen Konzern sorgen. Beispielsweise könnte die Anzahl der SAP-Instanzen dank der einheitlichen Plattform-Lösung um mindestens 50 Prozent reduziert werden, was die Kosten erheblich senken würde. Die schlanken Prozesse werden es außerdem ermöglichen, die E-Mobilität bezahlbar zu machen.
Die Volkswagen Sachsen GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Volkswagen Konzerns, einer der weltweit führenden Hersteller von Pkw und Nutzfahrzeugen. Mit Sitz in Zwickau betreibt sie auch Produktionsstätten in Chemnitz und Dresden und beschäftigt an den drei Standorten mehr als 10.000 Mitarbeiter. Im Durchschnitt produziert die Volkswagen Sachsen GmbH täglich 1.400 Pkw, 3.200 Motoren und 4.000 Fahrzeugkomponenten.
Bildquelle: Volkswagen Sachsen