SAP und Microsoft laden ein zum Tandemsprung in die Cloud

S/4 Hana und Microsoft Azure als Tandem

Die Cloud als Plattform ist vielen Unternehmern noch nicht geheuer, wenn es um wichtige IT-Systeme wie Produktionssteuerung oder Warenwirtschaft geht. Das wollen Microsoft und SAP ändern – und laden sozusagen zum Tandemsprung in die Cloud ein – mit Azure und S/4 Hana.

Bildquelle: AJ Garcia / Unsplash

Im Rahmen ihrer jetzt erweiterten Zusammenarbeit wollen beide Softwarehäuser Microsofts Collaboration-Suite Teams bis Mitte des Jahres in aktuelle Produkte des Walldorfer Software-Konzerns integrieren – explizit genannt werden S/4 Hana, Success Factors und Customer Experience (ehemals C/4 Hana bzw. Hybris). Außerdem soll die Einführung von S/4 Hana auf Microsoft Azure – und damit der Weg in die Cloud für Kunden – vereinfacht und verbessert werden.

Der amerikanische Bekleidungshersteller Carhatt, ein langjähriger IBM-i-Anwender, konsolidiert seine diversen ERP-Systeme gemeinsam mit diesen beiden Partnern. „Wir sind im Rahmen unserer allgemeinen betrieblichen Transformation auf SAP S/4 Hana umgestiegen“, wird IT-Chef John Hill in der Presseinformation von SAP zitiert. „Der Betrieb auf Microsoft Azure gibt uns die Geschwindigkeit, Verfügbarkeit, Skalierbarkeit und Flexibilität, die wir für mehr Transparenz und Effizienz im gesamten Unternehmen brauchen. Die Pandemie hat uns mitten im Prozess der SAP-Implementierung getroffen. Doch dank Teams konnten wir die Arbeit an dem Projekt fortsetzen, unseren Terminplan einhalten und alle Beteiligten stets auf dem Laufenden halten. Die Kombination aus SAP und Microsoft war in dieser schwierigen Zeit überaus hilfreich.“ So konnte beispielsweise Mitte Juni 2020 erfolgreich S/4 Hana Fashion in Betrieb genommen werden.

Auch die britische Coats Group, ein Hersteller von Industriegarn mit 19.000 Beschäftigten in mehr als 50 Ländern und bedeutenden Wurzeln in Deutschland, hat sich auf den Weg zu S/4 Hana gemacht. Der langjährige Anwender von SAP ERP auf der Plattform IBM i setzt dabei ebenfalls auf SAP und Microsoft. „Unsere Kunden liefern persönliche Schutzausrüstung, hierbei können wir keine Verzögerungen riskieren. Deshalb setzen wir als digitales Rückgrat unserer reibungslosen Lieferkette auf SAP- und Microsoft-Lösungen“, wird auch Helge Brummer, bei Coats Vice President, Technical Infrastructure, Support & Operations in der Presseinformation zitiert. „Durch die Kombination von […] Teams mit unseren SAP-Lösungen können unsere Mitarbeitern von jedem beliebigen Ort arbeiten. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass Bestellungen termingerecht ausgeliefert werden und unsere Kunden mit ihren Produkten die Menschen unterstützen können, die im Einsatz vor Ort ihr Leben riskieren.“

„SAP empfiehlt Azure zur ERP-Cloud-Migration, das positive Kunden-Feedback zur Kooperation zwischen den Unternehmen war eindeutig“, heißt es in der Presseinformation wörtlich, ohne das die Embrace-Partner Amazon, Alibaba und Google oder auch der Plattform-Partner IBM überhaupt erwähnt werden. Rechnet man noch die beiden neuen SAP-Vorstände mit Microsoft-Vergangenheit hinzu, scheinen in Walldorf die Weichen in die Cloud gestellt zu sein.

Untermauert wird diese Einschätzung durch die Passage zum Abschluss der gemeinsamen Presseinformation, die wir deshalb zitieren: „SAP und Microsoft werden weiter die Migration vereinfachen und das Vertrauen der Kunden in die Realisierung des digitalen Unternehmens in der Cloud stärken. Gleichzeitig äußern zahlreiche Kunden den Wunsch, Multi-Cloud-Umgebungen zu betreiben. SAP behält deshalb die langjährige Strategie auch in Zukunft bei, dass Kunden bei der Bereitstellung aufgrund ihrer geschäftlichen Anforderungen die Wahl haben und Alternativen wünschen.“ Ziel sei es, Kunden die Entwicklung und Ausführung von intelligenten Lösungen für die digitale Lieferkette und Industrie 4.0 in der Cloud und in der Netzwerkperipherie zu ermöglichen.

All das heißt übersetzt: SAP bevorzugt Microsoft als Hyperscaler, schließt aber andere Partner nicht aus. Bereits zertifiziert sind außer den hier erwähnten Hyperscalern auch Huawei und die Telekom. Und nicht vergessen werden sollte auch, dass die SAP ja auch selbst als Cloud-Provider auftritt.

Bildquelle: AJ Garcia / Unsplash

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