Microsoft-Managerin wird SAP-Vorstand für Personal & Operations

Sabine Bendiek soll SAP-CEO Klein entlasten

Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächern, als SAP am 3. September hochoffiziell bekannt gab: Sabine Bendiek (54), derzeit noch Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, rückt Anfang 2021 als „Chief People Officer“ und Arbeitsdirektorin in den SAP-Vorstand ein.

Sabine Bendiek

Sabine Bendiek, ab Anfang 2021 „Chief People & Operating Officer“ der SAP, sagt: „Wer die Digitalisierung erfolgreich gestalten will, muss alle Menschen mitnehmen!“

Dann wird Sabine Bendiek nicht nur die HR-Organisation leiten, sondern auch die Personalstrategie der SAP verantworten. Dafür ist derzeit noch CEO Christian Klein mitverantwortlich, der die Aufgaben des Ende Mai ausgeschiedenen Personalvorstands Stefan Ries in Personalunion mit übernommen hat.

Bendiek soll Vorstandssprecher Klein aber Mitte 2021 zusätzlich auch als neuer „Chief Operating Officer“ entlasten; in dieser Rolle leitet Klein bereits seit April 2016 die Transformation der SAP zu dem Unternehmen, das die Walldorfer gern „intelligent“ nennen; er ist somit letztlich verantwortlich für die Vereinfachung sämtlicher Geschäftsprozesse. Diese Rolle soll Bendiek zusätzlich übernehmen, damit zur ersten „Chief People & Operating Officer“ von SAP werden und den Software-Konzern nach all den Führungsquerelen der jüngeren Vergangenheit endlich wieder in ruhiges Fahrwasser bringen.

Chief People & Operating Officer

Klein war ja erst im Oktober 2019 zusammen mit Co-CEO Jennifer Morgan an die Spitze des größten Softwareherstellers Europas aufgerückt, weil Vorgänger Bill McDermott plötzlich zu Service Now wechselte. Mitten in der Corona-Krise und nach nur einem halben Jahr trennten sich die Walldorfer dann zum 30. April überraschend schon wieder von der Doppelspitze, die dort eine gewisse Tradition hat. Seither führt Klein den Softwarekonzern allein.

SAP begründet die Berufung anders. „Um die sich stetig ändernden Anforderungen der Kunden zu erfüllen und zukünftiges Wachstum zu ermöglichen, müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Prozesse einer Organisation reibungslos zusammenwirken“, schreibt SAP altklug in der Pressemitteilung zu Bendieks Aufgabe. Und CEO Klein wird so zitiert: „Eine erfolgreiche digitale Transformation geht weit über Technologie und Prozesse hinaus. Sie bedeutet einen unternehmensweiten Kulturwandel, der bei den Menschen beginnt und endet.“ Schon zuvor hatte er zerknirscht gesagt, man habe die Geduld der Kunden überstrapaziert.

Mit solchen Transformationen hat Bendiek Erfahrung; die hat sie nicht nur seit Anfang 2016 als Deutschland-Chefin bei Microsoft gesammelt, sondern davor u.a. bei Dell und EMC, McKinsey oder (Siemens) Nixdorf – und auch als Mitglied des Aufsichtsrats von Schaeffler. „Personalstrategie und Geschäftsprozesse müssen Hand in Hand arbeiten, um den Geschäftserfolg heute und in Zukunft sicherzustellen“, sagt Bendiek und dankt Aufsichtsrat und Vorstand, „dass sie mir mit der Leitung der Personalstrategie und der operativen Geschäftstätigkeiten das Herzstück der laufenden Transformation von SAP anvertrauen.“ Für sie hängt der Erfolg digitaler Transformation auch von schlüssigen Antworten auf die Kulturfrage ab. „Wer die Digitalisierung erfolgreich gestalten will, muss alle Menschen mitnehmen“, glaubt Bendiek.

Bendiek wird ihren Sitz in Walldorf haben und wurde für drei Jahre in den Vorstand berufen. Sie ist Absolventin des Studiengangs Managementwissenschaften des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft der Universität Mannheim.

Bildquelle: Microsoft

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