Ihre Partnerschaft besiegelt haben (von links) die beiden Lis.Tec-Geschäftsführer Frank Murthum und Jens Orhanovic sowie Dochouse-Chef Wolfgang Brugger.
Was bringt die Digitalisierung, wenn nichts mehr funktioniert und die Innovation nicht alle Mitarbeiter mitnimmt? Wolfgang Brugger, Geschäftsführer der Dochouse GmbH aus Ravensburg, geht deshalb einen anderen Weg einschlagen: die sanfte Digitalisierung. Mittel zum Zweck sei Digit:Pro, eine App für alle Benutzer, die eine Server-, mandanten- und userabhängige Formularbereitstellung ermöglicht. Ein Alleinstellungsmerkmal sei es, dass sich jedes einzelne Feld mit den Systemen des Kunden verknüpfen lasse. Diese Schnittstellen machen administrative Aufgaben, wie z.B. das händische Eingeben von Bestellungen, überflüssig. Ob Daten und Informationen aus CRM-, ERP- oder anderen Systemen – alles werde in eine einzige App gepackt.
Der Vorteil der sanften Digitalisierung: Für das Unternehmen bieten sich viele Optionen, um gemeinsam mit der Belegschaft Digitalisierung als Erfolgsgeschichte zu erleben. Mittelständler, die ein Digitalisierungsprojekt umsetzen möchten, das die IT-Abteilung kaum beansprucht, oder die schon lange etwas tun wollten, sich jedoch vor großen IT-Projekten fürchten, denen verspricht das 1995 gegründete Ravensburger Softwarehaus einen schlanken Einstieg in die digitale Unternehmensentwicklung.
Die vertrieblichen Aktivitäten dazu werden jetzt partnerschaftlich mit dem Ludwigsburger Distributor Lis.Tec gebündelt, der sein OEM-Software- und Partner-Produktportfolio – IBM, HCL, MongoDB, Rocket Software, Active Logistics und andere – in die Kooperation einbringt. Gemeinsam wollen die Partner künftig Digitalisierung Schritt für Schritt praktikabel und nachvollziehbar anbieten.
Wie Brugger berichtet, arbeiten heute viele seiner Kunden mit bereits optimierten Prozessen, bei denen digitale Formulare das Papier abgelöst haben: „Da wir Anwendungen nicht programmieren, sondern generieren, ist ein erster digitaler Prozess schnell umgesetzt.“ Die Basis bildet dabei das universelle PDF-Format in Verbindung mit XML-Datenstrukturen. Die Anwender können wegen des hohen Wiedererkennungswertes ihrer bisherigen Papierformulare ohne Umgewöhnung sofort weiterarbeiten.
Laut Frank Murthum, Geschäftsführer bei Lis.Tec, gelingt so „in jedem Unternehmen Digitalisierung von heute auf morgen – und das ganz ohne teure Entwicklung von Apps“. Nur Papier in digitaler Form wäre natürlich etwas wenig für eine echte Digitalisierung. Deshalb werde in die neuen Formulare integriert, was mobile Endgeräte sowieso schon können. Bar- oder QR-Codes stellen eine Erfassung von Maschinendaten ohne Medienbruch zur Verfügung. Mit Fotos, Videos, Audioaufnahmen oder Skizzen kommt sofort alles in einen Vorgang, was früher nachträglich am PC zusammengetragen werden musste.
Ergänzungen erfolgen vor Ort über die Bildschirmtastatur oder Spracheingabe. Und abhängig davon, welche Sprache des Mitarbeiter beherrscht, stellt das mobile Endgerät dem Anwender Formulare in unterschiedlichen Sprachversionen zur Verfügung. Funklöcher spielen keine Rolle: Auch auf dem flachen Land, in Gebäuden oder unter der Erde muss es einfach immer funktionieren. „Selbst beim Betriebsmodell können wir alle denkbaren Optionen anbieten“, sagt Lis.Tec-Geschäftsführer Jens Orhanovic. „Je nach Präferenz ist Inhouse-Betrieb beim Kunden genauso denkbar, wie Betrieb in der Cloud.“
„Oft ist der Einstieg in die Digitalisierung bei unseren Kunden nur ein einzelner papiergebundener Prozess, bei dem schon lange der Schuh drückt“, ergänzt Wolfgang Brugger. „Hier können wir sehr schnell gute Ergebnisse erzielen. Die Anbindung der Warenwirtschaft oder des CRM-Systems erfolgt in vielen Fällen erst später.“
Bildquelle: Dochouse GmbH