Digitales Rückgrat für die Automobilproduktion der Zukunft geplant

SAP baut „Digital Backbone“ für Mahle

Die Stuttgarter Mahle GmbH, ein Zulieferer und Entwicklungspartner der Automobil- und Motorenindustrie, will bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategie eng mit SAP zusammenarbeiten. Mit dem neuen „Digital Backbone“ soll eine neue digitale Plattform entstehen, insbesondere mit dem Ziel, Daten und Prozesse zu zentralisieren und zu standardisieren.

  • Mahle-CEO Dr. Jörg Stratmann strebt per Digitalisierung sowohl in der Fahrzeugtechnologie als auch in der IT einen Innovationsvorsprung im globalen Wettbewerb an.

  • Die Stuttgarter Mahle-Konzernzentrale bei Nacht.

  • Thomas Saueressig (links), im SAP-Vorstand für Product Engineering verantwortlich, und Michael Frick, CFO in der Geschäftsführung des Mahle-Konzerns.

Diese neue Plattform soll auf SAP-Technologie basieren und insgesamt sechs strategische Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Konzerns unter einen Hut bringen, der im Jahr 2018 mit mehr als 79.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 12,6 Mrd. Euro erwirtschaftet hat und mit 160 Produktionsstandorten in mehr als 30 Ländern vertreten ist.

Angestrebt wird in Zusammenarbeit unter anderem, dass künftig der vollständige Produktentstehungs-Prozess weltweit einheitlich gestaltet wird. Außerdem sollen moderne direkte und indirekte Einkaufslösungen weiter ausgerollt werden, heißt es in der Pressemitteilung des Industriekonzerns. „In der Digitalisierung liegt ein wesentlicher Schlüssel, um Mahle nicht nur in der Fahrzeugtechnologie, sondern auch in der IT einen Innovationsvorsprung im globalen Wettbewerb zu sichern“, sagt CEO Dr. Jörg Stratmann.

Kontinuierliche Co-Innovation angestrebt

Durch die Umsetzung eines „Manufacturing Execution System“-Projekts sollen Fertigungsprozesse durchgängig und entlang der Geschäftsprozesse mit der Flexibilität und Transparenz gestaltet werden, die eine moderne digitale Architektur verspricht. Hierbei sind stets hybride Modelle im Fokus, sprich Lösungen sowohl in der Cloud als auch klassisch On-Premise.

„Die neue Plattform soll nach dem Prinzip der Co-Innovation kontinuierlich weiterentwickelt und optimal auf das spezifische Umfeld der Automobilindustrie optimiert werden“, heißt es in der Presseinformation. Und weiter: „Die Kompetenzen der beiden Konzerne werden dabei ideal gebündelt; beide Partner profitieren von den Fortschritten.“ Gemeinsam werde man sowohl bei der Standardisierung als auch in der Agilität neue Maßstäbe setzen, hofft Michael Frick, CFO und in der Konzern-Geschäftsführung auch verantwortlich für das Ressort Informationstechnologie.

„Die Automobilindustrie zeigt eine beindruckende Dynamik in der digitalen Transformation und wir als SAP unterstützen unsere Kunden mit unserem tiefen Branchenwissen. Die gemeinsame Entwicklung von Best Practices und Co-Innovationen gibt auch Kunden und Partnern in der Industrie wertvolle Impulse, wie Unternehmen sich zukunftssicher aufstellen können“, sagt Thomas Saueressig, Mitglied des Vorstands der SAP SE für den Bereich Product Engineering. Erst im August hatte der Softwarekonzern eine ähnliche strategische Partnerschaft mit Schaeffler vereinbart.

Umstellung auf S/4 Hana

Bereits im November wurde ein Rahmenvertrag über Software und -Services von SNP Schneider-Neureither & Partner bei der Modernisierung der ERP-Landschaft vereinbart. Mit Unterstützung des Heidelberger Anbieters automatisierter Datenmigrationen sollen sollen acht SAP-Systeme auf ein zentrales S/4-Hana-System migriert werden – und Daten aus 20 Non-SAP-Systemen.

„Von der Zusammenarbeit mit SNP erwarten wir uns die Geschwindigkeit und Qualität der Datenmigrationen, die zur Erreichung unserer herausfordernden Zeitschiene notwendig ist“, sagte Mahle-CIO Markus Bentele. Ziel sei es, eine sichere, flexible und leicht zu wartende IT-Landschaft im ERP-Umfeld zu schaffen. Die dazu mit der SNP geschlossene Vereinbarung hat eine Laufzeit bis Ende 2025. Vertragsgegenstand ist ein Softwarepaket ergänzt um passende Serviceleistungen. Die Enabling-Phase soll Mahles Kernteam in die Lage versetzen, auf Basis der SNP-Software für Analyse und Datenmigration die Rollouts eigenständig umzusetzen.

Bildquelle: Mahle / SAP

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