Projekt „Embrace“ mit Microsoft, Amazon und Google gestartet

SAP ebnet Wege in die Cloud

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, wenn also der Kunde nicht die SAP Cloud Plattform nutzen will, dann muss sich eben der Prophet bewegen. Deshalb hat SAP das neue Projekt „Embrace“ lanciert und mit Microsoft, Amazon und Google die drei stärksten Cloud-Provider um sich geschart. Ziel ist es, gemeinsam auf Basis von deren Cloud-Infrastrukturen Plattformen für S/4 Hana zu schaffen, die SAP-Kunden attraktiv finden.

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SAP glaubt an die Cloud – und bekanntlich kann der Glaube Berge versetzen. Und ein solcher nur schwer beweglicher Berg ist die mit 437.000 riesige Zahl von SAP-Kunden, die aus unterschiedlichsten Gründen den Glauben der SAP an die Cloud nicht teilen.

Erklärtermaßen entwickelt die SAP ihre Produkte heute mit einer „Cloud First“-Strategie weiter und wünscht sich daher, dass möglichst viele Kunden möglichst schnell den Weg in die Cloud finden. Weil aber offenbar die SAP (Hana) Cloud Plattform – kurz SCP – die Kunden bisher nicht vollends überzeugen kann, wird jetzt das Projekt „Embrace“ gestartet. Gemeinsam mit den drei großen Cloud-Providern sowie globalen strategischen Service-Partnern (GSSP genannt) will SAP auf Basis von Microsoft Azure, Amazon Web Services (AWS) und Google Cloud durch neue Lösungen und Services Kunden einen Umstieg auf S/4 Hana in der Cloud schmackhafter machen.

Zusammenarbeit intensiviert

Mit allen drei Cloud-Providern hatte SAP auch schon vorher zusammengearbeitet. Ziel der neuen Kooperation Embrace ist es, dem Kunden die zum ihm passenden SAP-Technologien, Branchenlösungen und Hyperscaler- sowie Servicepartner zu vorzuschlagen. Den folgenden Wechsel darauf sollen bereits bewährte Lösungswege, Referenzarchitekturen und der vereinfachte Zugriff auf grundlegende Technologie-Services erleichtern. Das angestrebte Ergebnis: kürzere Vertragsverhandlungen, ein teamorientierter Ansatz und schnellere Implementierungen mit professionellem Risikomanagement.

Die Basis der Lösung bilden eine Reihe grundlegender Services auf Basis der SAP-Cloud-Plattform (SCP) zur Integration, Orchestrierung und Erweiterung von SAP-Systemen und auch Anwendungen von Drittanbietern, die dann sowohl in der Cloud als auch „on premise“ im Rechenzentrum des Kunden oder seines Outsourcing-Partners laufen können.

Mit der Referenzarchitektur ist ein gemeinsam entwickelter „technischer Bauplan“ gemeint, der alle erforderlichen SAP- und Hyperscaler-Komponenten für den Betrieb der Kundenanwendungen enthält. Dazu kommen dann noch Migrations-Fahrpläne und eine gemeinsam erstellte Roadmap für S/4 Hana mit Branchenbezug – erstellt mit den Hyperscalern und globalen Servicepartnern.

Feilen am Support

Ebenfalls neu im Rahmen von Embrace sind Support-Services bei den Support-Angeboten Max Attention und Active Attention (früher Active Embedded) speziell für Kunden, die eine Cloud- oder Hybridinfrastruktur auf einem Hyperscaler betreiben. Beim günstigeren Active-Attention-Angebot der SAP gibt zwar eine Mindestabnahme (und damit auch einen Mindestpreis), doch der Preis richtet sich wie bisher nach den ausgewählten Paketen und wurde im Vergleich zum Active Embedded nicht erhöht.

Weil der Glaube allein die Berge aber nicht immer schnell genug und oft auch gar versetzt, sind manchmal andere Wege opportun, um ans Ziel zu kommen. Deshalb ist es richtig, dass SAP auf Geschäft verzichtet und Partner für die Cloud-Migration an Bord holt. Denn die Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat, ist längst passé.

Das hat man bei SAP auch erkannt, zumal man schon viele gescheiterte Anläufe in die Cloud unternommen hat. Den ersten gab bereits 1997 mit dem gemeinsam mit Intel gegründeten kalifornischen Joint-Ventures Pandesic. Das startete damals unter der Flagge des E-Commerce, weil der Begriff Cloud noch gar nicht geprägt war – und wurde mangels Gewinnaussichten bereits drei Jahre später wieder aufgelöst. Genau dieses Schicksal droht jetzt auch der SCP – jedenfalls, wenn man den Marktkennern glaubt.

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