Drei neue IBM-Pakete für die In-Memory-Plattform

SAP Hana auf Power8

Im Vorfeld der Kundenveranstaltung Sapphire, die am 5. Mai in Orlando/Florida beginnt, kündigte IBM drei „Power Systems Solution Editions“ für die Hana-Plattform von SAP an. Sie sind laut IBM-Manager Doug Balog seit Sommer 2014 von Kunden getestet worden und ermöglichen es, die In-Memory-Plattform auf aktuellen Power8-Servern unter dem Betriebsystem Linux – nicht aber unter AIX oder IBM i – zu betreiben. Bisher war der Einsatz von Hana auf Intel-basierte Linux-Server beschränkt.

Die In-Memory-Plattform Hana steht im Fokus der diesjährigen Sapphire (vom 5. bis 7. Mai in Orlando)

„Die Commodity-Server, die viele Organisationen heute nutzen, werden von neuen Workloads in der Cloud oder on-premise zunehmend an ihre Grenzen gebracht“, wird Balog, General Manager Power Systems bei IBM, in der Presseinfomation zitiert. Die Power-Architektur dagegen sei eigens darauf zugeschnitten, schnelleren Zugang zu gespeicherten Daten zu gewähren. Die neuen Solution Editions für das im Jahr 2011 lancierte Hana setze „den wachsenden Ansprüchen der Kunden an die Zuverlässigkeit von Systemen hochwertige Kapazitäten entgegen.“ Ziel der IBM ist es, den Kunden einen schnellen Start mit Hana sowie – getreu dem SAP-Motto „Run Simple“ – einen unkomplizierten Betrieb zu ermöglichen.

„Die heutige Ankündigung ist ein wichtiger Schritt in der Partnerschaft zwischen SAP und IBM und hilft Unternehmen, ihre Geschäfte einfach in Echtzeit abzuwickeln“, fügt SAP-Cheftechniker Quentin Clark hinzu. Diese Belastbarkeit dieser Partnerschaft geht also offenbar über die Interessen der IBM am DB2-Geschäft hinaus, das durch Hana und speziell durch S/4 Hana leiden dürfte – ist DB2 doch heute noch eine der wichtigsten Datenbank nach Oracle für die SAP-Anwender.

Die neuen Solution Editions sind zunächst in drei Konfigurationen für „Data Warehouses“ verschiedener Größe erhältlich. Die erste Konfiguration basiert auf dem kleinen Power-System S824 mit 24 Prozessor-Cores. Sie ist zugeschnitten auf Business-Warehouse-Anwendungen auf Hana-Datenbanken mit einer (komprimierten) Größe von bis zu 512 GB.

Die Konfigurationen Nr. 2 und 3 basieren auf dem wesentlich schnelleren Power-System E870 mit 40 bzw. 80 Cores; sie sind für bis zu doppelt so große Datenbanken gedacht. Während Hana von allen Power8-Servern unterstützt wird, sehen diese beiden neuen Solution Editions speziell den Einsatz von SAP Business Warehouse (ab Version 7.31) vor.

In der Presseinformation ist ausschließlich von der 40-Core-Maschine und Suse Linux Enterprise die Rede, was darauf hindeutet, das die ebenfalls für Power8 verfügbaren Linux-Distributionen Red Hat und Ubuntu (noch) keine Rolle spielen. Es gibt zwar bereits eine spezielle Distritution von Red Hat Enterprise Linux für Hana, von deren Einsatz in Projekten bisher allerdings nur wenig zu hören ist.

Geplant ist außerdem eine Power Solution Edition für Hana auf einem neuen Power8-Server, der bis auf 2 TB Memory skaliert. Das dürfte das erwähnte 80-Core-Modell E870 sein, das in der deutschen Presseinformation noch nicht berücksichtigt ist. Diese Limitierung rührt daher, dass Hana bisher nur 32 GB Memory je Core eines Power-Systems unterstützt.

Diese Limitierung rührt daher, dass Hana bisher nur 32 GB Memory je Core unterstützt. Auch 4-TB-Konfigurationen hat IBM in einem „Statement of Direction“ bereits avisiert, wobei Hana selbst gar nicht mehr als 2 TB adressieren kann. Als Workaround für die 2-TB-Grenze gilt heute eine Multi-Server-Lösung.

Laut US-Hardware-Preisliste kostet das Modell S824 für die Hana-Edition 12.487 Dollar, der große 40-Core-Bruder E870 mit 83.050 Dollar mehr als Sechsfache. Deutsche Preise liegen noch nicht vor; die Verfügbarkeit der beiden kleineren Editionen wurde für den 12. Juni versprochen.

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Bildquelle: SAP

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