Florian Kraus, Partner der Retailsolutions GmbH und Leiter Vertrieb & Business Development
In der Public Cloud könne man das ERP-System per Software-as-a-Service als weitestgehend betriebsfertiges und vorkonfiguriertes SAP-System betreiben, sagt Kraus. So lasse sich beispielsweise ein Roll-out besonders schnell umsetzen – was für den Handel als Branche mit enormem Kostendruck von großem Vorteil sei. Zudem verspreche die Public Cloud geringere und bessere kalkulierbare Kosten.
Für Unternehmen, die ihr Kerngeschäft mit standardisierten Prozesse für Warenwirtschaft, Finanzbuchhaltung, Controlling, Vertrieb und Logistik betreiben, sieht Kraus viele neue Möglichkeiten und Vorteile der Cloud-Lösung – vor allem Transparenz, Zeitersparnis und weniger Fehler dank einheitlicherer Vorgehensweise. Grundlage hierfür ist bei der Public Cloud ein komplett externer Betrieb des ERP-Systems – Server, Hardware und Software werden von der SAP gestellt. Der Zugriff auf das System erfolgt über einen Browser mit dem SAP Fiori Launchpad und über Fiori Apps.
Gegen eine monatliche Nutzungsgebühr kümmert sich die SAP um den Betrieb des Systems und stellt quartalsweise neue Updates zur Verfügung, sodass Händler stets die neuesten Innovationen nutzen können. Allerdings gibt hier der Hersteller den Takt vor; Benutzerschulungen zum Beispiel oder eventuell nötige Anpassungen angrenzender Fremdsysteme sind schwieriger zu organisieren und müssen oft unter Zeitdruck erfolgen. Hinzu kommt die bekannten Outsourcing-Risiken, die es zu managen gilt.
Dank des hohen Standardisierungsgrades seien die „Prozesse sehr übersichtlich“ und das „Upgrade-Management sehr einfach“, entkräftet Florian Kraus manche dieser Bedenken. Und ergänzt: „Retailer mit mehreren Genossenschaften, Tochterfirmen oder Standorten in verschiedenen Ländern haben so auch die Möglichkeit, die Prozesse zu verschlanken und eine einheitliche sowie zukunftssichere Lösung zu etablieren.“ Darüber hinaus erhalten sie aussagekräftige, datengestützte Insights und Analysen in Echtzeit, die sich auf den jeweiligen Anwender personalisieren lassen.
„SAP nimmt die lauten Stimmen ihrer Kunden in Bezug auf Individualität ernst und hat auf ein recht umfangreiches Erweiterungskonzept gesetzt“, betont Kraus. So seien gewisse Anpassungen weiterhin möglich – Prozesse, sogenannte Scope Items, könnten jederzeit hinzugebucht oder deaktiviert werden. Mithilfe neuer technischer Lösungen – wie etwa der „Business Technology Platform“ (BTP) oder den „Application Programming Interfaces“ (APIs) – lassen sich laut Kraus auch Eigenentwicklungen oder andere Cloud-Apps in die Public Cloud integrieren. Obwohl das Konzept des „Clean Core“ in Kraft bleibe, könnten Kunden „trotzdem individuelle Lösungen in der Cloud nutzbar machen“.
Weil Datenschutz und die Datensicherheit nicht nur in der Cloud eine immer größere Bedeutung gewinnen, unterstützt SAP S/4 Hana Cloud for Retail die Händler nicht nur bei der Einhaltung wichtiger Vorschriften, sondern reduziert gleichzeitig die Risiken durch integrierte Cybersicherheit, sodass SAP-Anwendungen und -Daten bestmöglich geschützt werden. „Wir haben uns mit unserem Fokus auf Retail-Kunden […] zertifizieren lassen“, erklärt Kraus abschließend.
Bildquelle: Retailsolutions