Bryan Harris, Chief Technology Officer bei SAS
„Wir wollen die Kunden da abholen, wo sie sind“, sagte Harris. Man werde dem Kunden die Wahl überlassen, wo und wie er die SAS-Tools nutzt, ob in der Cloud, On-Premises im eigenen Rechenzentrum oder gehostet – oder auch an mehreren Standorten. Die Lösungen sollen daher möglichst einfach überall dort eingesetzt werden können, wo der Kunde es will. Daher setzte man auch auf populäre Standardplattformen wie Windows oder Linux. Die neuen IBM-Systeme Power10 und z16 unterstütze man mit Viya nicht, weil sie nicht allgemein verbreitet sind. Umgekehrt werden aus genau diesem Grund populäre Open-Source-Sprachen wie Python oder R gleichberechtigt mit der eigenen Programmiersprache in die Analytic-Tools integriert. Mit dieser Strategie soll das bereits breit gefächerte Portfolio von Branchenlösungen in den Bereichen „Life Sciences“, Energiewirtschaft und Marketingtechnologie weiter ausgebaut werden.
Die Transformation des Produktportfolios in die Cloud ist laut Harris langfristig vorbereitet worden. Schritt 1 war die Entwicklung von Viya als Cloud-nativer Analytics-Plattform, auch wenn die Software wohl auf Power9-Systemen (unter Linux) läuft. Seit November läuft die Analyseplattform im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit Microsoft z.B. auch auf Azure, danach folgten AWS, Google und Red Hat Openshift. Ganz aktuell ist die Zusammenarbeit mit Cosmo Tech, bei der ein KI-basierter digitaler Zwilling insbesondere Lieferketten simuliert und optimiert.
„Wir haben unser Portfolio so umgestaltet, dass es Cloud-nativ und Cloud-portabel ist, damit Kunden ihren Übergang in die Cloud beschleunigen und ihre Nutzung von Analytics, Machine Learning und KI rasch ausbauen können", erklärte CTO Harris die Strategie. Ziel sei es, „dass unsere Plattform und unsere Branchenlösungen ein entscheidender Teil der analytischen Innovation jedes Kunden werden“.
Man baue die Software sowohl „Cloud-first" als auch „Cloud-agnostic“, sagte Chief Information Officer Jay Upchurch, der auch das Cloud-Geschäft des Unternehmens leitet. Deshalb müssten sich die Kunden auch nicht mit Datenkomplexität oder dem Betrieb von analytischen Workloads in der Cloud herumschlagen. Kundenprojekte belegen den Erfolg dieses Ansatzes in der Praxis:
Georgia-Pacific, einer der weltgrößten Holz- und Papierhersteller, nutzt SAS Analytics for IoT auf AWS als ein Kernelement, um seine Produktions- und Handelsabläufe digital zu transformieren. Damit seien die Ausfallzeiten in der Fertigung um 30 Prozent reduziert worden – und Probleme in der Lieferkette würden früher erkannt.
Die neuseeländische Steuerbehörde hat mit Viya ihre Prozesse digital transformiert. Diese Umstellung hat der Behörde geholfen, die Einhaltung von Vorschriften sicherzustellen, Steuergelder zu sparen und den Service deutlich zu verbessern.
Der Lkw-Hersteller Iveco reduzierte mit Viya in der Cloud die Zahl der nötigen Serviceaktionen und Rückrufe von Lastwagen zu reduzieren, weil deren Schwachstellen proaktiv erkannt und behoben werden, bevor sie zu Ausfällen führen.
Das North Carolina Collaboratory analysiert IoT-Sensordaten von Covid-19-Impfstoff-Tiefkühltruhen, um die Kühlkette zu sichern und die Lieferung von Impfdosen verlässlicher zu gestalten – insbesondere mit Blick auf unterversorgte und ländliche Gemeinden.
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