Firmengründer Jim Goodnight: Kein Verkauf an Broadcom

SAS vor dem Börsengang?

Nach Gerüchten über einen Verkauf an den Konzern Broadcom folgte am 13. Juli prompt ein Dementi von SAS-Gründer Jim Goodnight (78). Heute gab der weltweit aktive IBM-Partner SAS, der mit Analytics-Software rund 3 Mrd. Dollar Jahresumsatz bei weltweit 83.000 Kunden erwirtschaftet, Vorbereitungen für einen möglichen Börsengang bis 2024 bekannt.

Jim Goodnight (78), CEO und Mitgründer von SAS, arbeitet an einer Nachfolgeregelung.

„Das Unternehmen, das nach wie vor von den Gründern Jim Goodnight und John Sall geführt wird, sieht sich hinsichtlich Finanzkraft, Markenwert und Marktposition als sehr gut aufgestellt, um diesen Schritt zu planen“, heißt es in der Pressemitteilung. Im Hinblick auf den möglichen Börsengang starte man jetzt mit der Anpassung der Strukturen in der Finanzberichterstattung und mit der Vereinheitlichung relevanter Prozesse. Außerdem sei eine Fokussierung auf die Segmente mit besonderem Wachstumspotenzial geplant. Parallel dazu sollen die Investitionen in die Weiterentwicklung von KI- und Analytics-Software „uneingeschränkt fortgesetzt“ werden.

„Mit dem Schritt hin zur Börsenreife eröffnen wir neue Möglichkeiten für SAS Mitarbeiter, Kunden, Partner und die Community, an unserem Erfolg teilzuhaben und unser Unternehmen noch besser für die Zukunft zu positionieren“, wird Goodnight in der Presseinformation zitiert. „Als Unternehmen sind wir sehr gut aufgestellt, mit nachhaltigem Wachstum auf der Basis einer starken und vertrauenswürdigen Marke und Plattform. Wir können auf ein starkes operatives und finanzielles Fundament bauen. Jetzt ist es an der Zeit, sich auf das nächste Kapitel unserer Geschichte vorzubereiten.“

SAS beschäftigt über 12.000 Menschen und verfügt über einen treuen Kundenstamm unter den „Global 2000“ – auch wegen der Kontinuität seit der Gründung 1976 und der starken Analytics-Plattform (auch für IBM-Systeme). Im Jahr 2020 erwirtschaftete SAS einen Umsatz von rund 3 Mrd. Dollar und arbeitete damit im 45. Jahr in Folge profitabel. Das war ein Rückgang um 2 bis 3 Prozent gegenüber 2019; im ersten Halbjahr 2021 stand allerdings wieder ein Umsatzwachstum von 8,4 Prozent zu Buche. Das deutet darauf hin, das die seit fünf Jahren andauernde Wachstumsflaute zu Ende gehen könnte; schon 2016 wurden 3,2 Mrd. Dollar Umsatz erreicht, die in den beiden Folgejahren leicht um 40 Mio. und dann 30 gesteigert wurden. 2019 folgte dann der erste Umsatzrückgang – auf 3,1 Mrd. Dollar.

Eine Folge der Flaute war eine zuletzt ungewöhnlich große Fluktuation auf der Chefetage, mit prominenten Namen. So verließ im Januar Oliver Schabenberger, der designierte CEO für die Ära nach Goodnight, seinen Posten als Nummer 2 bei dem Softwarekonzern. Schon 2020 wechselte Marketingchef Randy Guard nach 20 Jahren bei SAS wie Schabenberger zu einem Startup. Angesichts der ungewohnten Managementwechsel und des Umsatzrückgangs kamen die Gerüchte über einen Verkauf an den Chip-Hersteller Broadcom auf, der ja zuvor schon CA und die Enterprise-Sparte von Symantec erworben hatte. Diese Gerüchte entkräftete Goodnight schließlich mit einer Mail an alle Mitarbeiter, in der er sagte: „Wir stehen nicht zum Verkauf!“.

Bildquelle: SAS

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