Für die Knauf-Gruppe mit Sitz in Iphofen, die weltweit in 86 Ländern an über 250 Standorten mit Produktionsstätten und Vertriebsorganisationen vertreten ist, zählt Innovationskraft zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil in einem hart umkämpften Markt. Die Verantwortlichen bei Knauf setzen daher konsequent auf die digitale Transformation. Das heißt u.a. auch: IT-Services werden aus der Cloud bereitgestellt. Das wiederum setzt ein leistungsfähiges und ausfallsicheres Netzwerk voraus, das bei möglichst wenig Managementaufwand agile und schnelle Einsatzszenarien unterstützt.
Der Baustoffhersteller hat sich für ein SD-WAN entschieden, das Cloud-Dienste durch lokale Internet-Breakouts an jedem einzelnen Standort performant anbindet. Das Software-definierte Netz nutzt die Leitungskapazitäten durch die dynamische Auswahl des besten Pfads, anwendungsbasiertes „Load Balancing“ und eine verbesserte Netzwerkverfügbarkeit möglichst gut aus, erhöht so die Ausfallsicherheit sowie Servicequalität und reduziert gleichzeitig die Kosten.
Bei der Planung und Umsetzung des SD-WAN-Projektes vertraut Knauf auf die deutsche Tochter des japanischen Telekommunikationskonzerns NTT. Dessen Experten haben die SD-WAN-Architektur entsprechend der Anforderungen von Knauf geplant, inklusive Auswahl der Plattform, passgenauer Konfiguration und einem Traffic- und sicherheitsorientierten Policy-Setup.
Vor der eigentlichen Implementierung wurde ein Pilot-Setup realisiert, um die Vorteile eines Overlay-basierten SD-WAN-Ansatze gegenüber den bisher verwendeten Verbindungen über „Multiprotocol Label Switching“ (MPLS) in der Praxis unter Beweis zu stellen. Aktuell wird in enger Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung von Knauf sowie Deloitte, dem langjährigen Beratungspartner des Baustoffherstellers, das neue Unternehmensnetz realisiert. Für den Betrieb nutzt Knauf das Managed-Service-Modell von NTT: Die eigenen Mitarbeiter werden damit entlastet und können sich auf neue innovative Projekte konzentrieren.
Mit SD-WAN schafft Knauf eine Entkoppelung seiner Datenströme von der zugrundeliegenden physikalischen Infrastrukturebene, dem sogenannten „Underlay“. Durch die Abstrahierung der Intelligenz auf ein übergelagertes, virtuelles „Overlay“ hofft man deutlich flexibler, agiler und skalierbarer auf neue Geschäftsanforderungen eingehen zu können und dem selbstgesteckten Ziel, führend im Bereich der Digitalisierung zu sein, gerecht zu werden.
Alle in die neue Technologie gesetzten Erwartungen wurden bislang erfüllt, sagt Oliver Harmel, Vice President Managed Services Go-to-Market bei NTT Ltd. in Deutschland. Das applikationsbasierte Routing sorge für eine bessere Ausnutzung der Bandbreite, die Latenzzeiten hätten sich verringert und der Traffic-Durchsatz spürbar erhöht, so dass Daten deutlich schneller übertragen werden und Anwendungen stabiler laufen. Neben diesen Einspareffekten erhält Knauf mit SD-WAN die Möglichkeit, schneller und einfacher auf Anforderungen reagieren zu können und IT-Lösungen auszurollen. „In sämtlichen Bereichen haben sich die entscheidenden KPIs deutlich verbessert“, zieht Harmel eine erste Bilanz. „Der Overlay-Ansatz hält, was er verspricht.“
Das Familienunternehmen ist als Hersteller von Baustoffen und Bausystemen weltweit auf allen fünf Kontinenten in 86 Ländern an über 250 Standorten vertreten. Die Werke produzieren Trockenbausysteme, Putze und Zubehör, Dämmstoffe, Farben, Fließestriche und Bodensysteme sowie Maschinen und Werkzeuge für die Anwendung dieser Produkte. 2020 erwirtschaftete Knauf weltweit mit über 35.000 Beschäftigten einen Jahresumsatz von 10,5 Mrd. Euro.
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