Klärt auf: Dimitry Ellin, Experte in Sachen Automation bei SSI Schäfer

Sechs Mythen über die Intralogistik

Dimitry Ellin, Head of Pre-Sales und Experte in Sachen Automation bei SSI Schäfer, schildert gängige Mythen der Automatisierung und erklärt, warum sie nicht immer der Realität entsprechen – und was es mit der Automatisierung wirklich auf sich hat.

  • Dimitry Ellin, Head of Pre-Sales bei SSI Schäfer

    Dimitry Ellin, Head of Pre-Sales bei SSI Schäfer

  • Das Regalbediengerät Exyz zur vollautomatischen Lagerung von Paletten.

    Das Regalbediengerät Exyz zur vollautomatischen Lagerung von Paletten.

  • Der Schäfer Miniload Crane (SMC)

    Der Schäfer Miniload Crane ist ein Regalbediengerät in der vollautomatisierten Kleinteilelogistik

Eine Lagerautomatisierung hat viele Vorteile: Einerseits erhöht sie Effizienz und Geschwindigkeit in der Auftragsabwicklung, andererseits trägt sie verglichen mit rein manuellen Prozessen zur Kostensenkung bei und reduziert die Fehleranfälligkeit. Dennoch gibt es auch Bedenken, ob eine Automatisierung im konkreten Anwendungsfall die beste Lösung ist. Und es gibt einige Mythen, die sich leicht widerlegen lassen, wie man bei SSI Schäfer aus langjähriger weiß.

Mythos 1: Jeder braucht automatisierte Prozesse. Es mag für zukunftsorientierte Unternehmen den Anschein erwecken, dass die Implementierung vollumfänglich automatisierter Systeme für ausnahmslos alle Logistikzentren notwendig ist. Aber das trifft nicht immer zu. Bei einem kleinen Sortiment, einer geringen Anzahl von Waren oder einer geringen Lagerkapazität ist eine manuelle oder mitwachsende, teilautomatisierte Lösung in manchen Fällen die bessere Wahl. Gerade wenn eine zukünftige Expansion nicht geplant ist, kann es für Unternehmen oftmals effizienter sein, kleine Auftragsmengen teilautomatisiert oder manuell zu bearbeiten und abzuwickeln.

Mythos 2: Die Automatisierung aller Prozesse nimmt viel Zeit in Anspruch. Auf den ersten Blick erscheint eine vollständige Lagerautomatisierung recht zeitaufwändig – aufgrund von mehreren Gründen: Zuerst muss die benötigte Ausrüstung definiert, das erste Designkonzept entwickelt und die Lösung den Erwartungen und dem Budget des Kunden entsprechend ausgewählt werden. Erst anschließend können die Installations- und Inbetriebnahmeprozesse gestartet werden. Eine Automatisierung während des laufenden Anlagenbetriebs stellt eine besondere Herausforderung dar. Um sicherzustellen, dass ein reibungsloser Übergang erfolgt, ist eine sorgfältige Planung nötig. Dann können die Vorteile von automatisierten Systemen wie z.B. optimierter Lagerplatz, Skalierbarkeit und Ergonomie, bereits in der Bauphase ausgespielt werden. Eine Teil- oder Vollautomatisierung bestehender Logistikzentren ist natürlich zeitaufwändiger verglichen mit Greenfield-Projekten, sie kann aber bei laufendem Anlagenbetrieb durchgeführt werden. Daher empfiehlt es sich, die strategischen Unternehmenspläne und -erwartungen mit der Logistik bereits in der Projektplanungsphase mit dem Kunden abzugleichen, um nachhaltig zwischen einer Modernisierung der Bestandsanlage und einem Neubau abzuwägen.

Mythos 3: Automatisierung führt zum Kontrollverlust im Prozess. Im Gegenteil, Automatisierung führt mithilfe von Software zu mehr Kontrolle. Die eingesetzte Logistiksoftware überwacht die Prozesse und visualisiert detaillierte Informationen der verfügbaren Artikel. Sie visualisiert nicht nur die Anlage, sondern auch den Materialfluss, stellt Leistungskennzahlen dar und gibt umfangreiche Kontrollmöglichkeiten.

Mythos 4: Automatisierung erfordert personelle Änderungen. Eine Automatisierung oder Modernisierung des Lagers bedeutet nicht zwangsläufig zusätzliche Kosten oder hohen Zeitaufwand für die Schulung von Mitarbeitern oder gar deren Austausch. Automatisierte Logistikprozesse sind einfach zu bedienen dank benutzerfreundlicher Schnittstellen, sodass das Personal seine Handlungsanweisungen ohne umfassende Erfahrung oder Trainings ausführen kann und künftig mit verantwortungsvolleren Tätigkeiten betraut ist. Verglichen mit manuellen Prozessen ohne automatisierte Qualitätskontrolle sinkt die Fehlerwahrscheinlichkeit auf ein Minimum. Ein weiterer wichtiger Vorteil der Automatisierung ist das erhöhte Sicherheitsniveau – besonders wichtig z. B. bei Arbeiten im Hochregallager. Zudem ermöglicht das Ware-zur-Person-Prinzip höchste Kommissionierqualität, indem die Ware direkt an den Kommissionier-Arbeitsplatz geliefert wird.

Mythos 5: Die Integration aller Prozesse in ein einziges System ist zu schwierig. Was bei der Systemumstellung oftmals vernachlässigt wird, ist die Datenmigration bei der Einführung oder Umstellung auf ein hochautomatisiertes Lagersystem. Setzt ein Unternehmen bereits manuelle und teilautomatische Systeme zur Verwaltung von Lageraktivitäten ein, liegen wertvolle Informationen und Daten vor. Deren Migration muss mit einer fundierten Analyse gut vorbereitet werden – und ist umfangreich aber zielführend. Wenn ein Unternehmen bereits ein Warehouse Management System einsetzt, verläuft die Integration deutlich reibungsloser und schneller.

Mythos 6: Automatisierung ist immer zu teuer. Auf den ersten Blick erscheinen die Anschaffungskosten automatisierter Lösungen höher als der finanzielle Aufwand manueller Systeme. Ihr Einsatz bringt aber einen schnellen Return on Invest (ROI) mit sich. Je nach Umfang amortisieren sich die Kosten schon innerhalb von drei bis fünf Jahren vollständig. Es handelt sich um eine Investition in die Zukunft und daher ist Qualität ein entscheidender Faktor: Minderwertige Qualität kann langfristig zu kostspieligen Ausfallzeiten oder weiteren Ausgaben führen. Je nach Unternehmensstrategie und -entwicklung empfiehlt sich beispielsweise eine schrittweise Integration automatisierter Systeme. Investitionen und Prozessmodernisierungen werden dann stufenweise vorgenommen und die Leistung langsam gesteigert.

Um all diese Mythen weiß man bei SSI Schäfer. Der weltweit aktive Anbieter modularer Lager- und Logistiksysteme beschäftigt am Hauptsitz in Neunkirchen sowie weltweit in rund 70 operativ tätigen Gesellschaften und an acht Produktionsstätten im In- und Ausland rund 10.500 Mitarbeiter. Mehr als 1.100 IT-Experten entwickeln entsprechende Anwendungen und stehen den Kunden für Lösungen zur Verknüpfung von Software- und Hardwarekomponenten beratend zur Seite.

Bildquelle: SSI Schäfer / Knud Dobberke

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok