SEF und German Edge Cloud auf der Hannover Messe

Showcase zu Predictive Maintenance und KI

Die „German Edge Cloud“ und Rittal wollen mit Edge-Computing-Lösungen eine Brücke zwischen der digitalen und physischen Welt schlagen. Auf der Hannover Messe zu sehen ist vom 1. bis 5. April am Gemeinschaftsstand des „SEF Smart Electronic Factory e.V.“ (Halle 7, D26) ein Anwendungsbeispiel in der „Predictive Maintenance“ in der SMT-Fertigung.

  • Dr. Sebastian Ritz, Geschäftsführer der German Edge Cloud

    Dr. Sebastian Ritz, Geschäftsführer der German Edge Cloud

  • Hochautomatisiert und vernetzt: Schweißroboter im Werk Haiger von Rittal.

Diese Lösung basiert auf einem Edge-Rechenzentrum, das in beliebigen IT-Umgebungen eingesetzt werden kann. Dabei werden auch Machine-Learning-Anwendungen zum Einsatz gebracht. Weitere Showcases am Stand sind gemeinsam mit Partnern präsentierte Analytics-Anwendungen für die Elektronikproduktion.

„Edge-Computing ermöglicht als Schlüsseltechnologie die digitale Transformation in der Industrie [...]“, erklärt Dr. Sebastian Ritz, Geschäftsführer der German Edge Cloud (GEC). Er verweist auf „datengetriebene Innovationen, die das Edge-Computing benötigen, wie etwa die echtzeitfähige und datensouveräne industrielle KI oder videobasierte Produktionsassistenzsysteme.“ Er will daher den Zugang zu Edge-Computing für Unternehmen vereinfachen.

Automatische Fehlerursachenanalyse

Auf der Hannover Messe zeigt die GEC gemeinsam mit ihrem Partner Iotos GmbH, Anbieter industrieller IoT-Lösungen, welche Vorteile Edge-Computing in der Praxis bringt. Der am Messestand des Industrie 4.0-Vereins „SEF Smart Electronic Factory e.V.“ präsentierte Use Case zu Smart Predictive Maintenance (inklusive KI) wird aktuell im Hause des Elektronikzulieferers Limtronik GmbH umgesetzt. Die Lösung wird auf einem Edge-Rechenzentrum der GEC betrieben.

Im Mittelpunkt steht dabei die Optimierung der qualitativen und quantitativen Ausbringung zweier „High Volume SMT“-Produktionsanlagen. Dazu werden die Stamm- und Bewegungsdaten des Iotos Track & Trace Services, welcher über den Iotos Integration Service powered by X4 mit Stamm- und Bewegungsdaten versorgt wird, mit den Daten des SMT-Prozessablaufes und KI- bzw. Machine-Learning-Services der German Edge Cloud kombiniert.

Vorhersage des Systemverhaltens

Später sollen neben ERP-, MES- und SMT-Daten weitere hochvolumige Daten (z.B. videobasierte Inspektionsdaten aus einer optischen Kontrolle) gesammelt und einer Batch-Analyse sowie nachfolgenden Real-Time-Streaming-Analysen unterzogen werden. Außerdem sollen Daten mit Hilfe von Algorithmen des maschinellen Lernens ausgewertet werden, um Korrelationen zwischen den gesammelten Daten zu finden und somit Erkenntnisse über Qualitätsprobleme, wie z.B. fehlerhafte Lötstellen, herzuleiten und letztlich vorherzusagen oder zu vermeiden.

Angestrebt wird die Vorhersage des Systemverhaltens und der Fehlerwahrscheinlichkeit sowie die Unterstützung der manuellen Ursachenanalyse. Die Elektronikfabrik soll dadurch Qualitätsverbesserungen erreichen, unvorhergesehene Stillstände vermeiden und die Maschinenkapazität besser verfügbar machen.

Der SEF Smart Electronic Factory e.V. ist ein im Jahr 2015 gegründeter Verein, der Industrie 4.0-fähige Lösungen - mit Fokus auf die Anforderungen des Mittelstandes - entwickelt. In der Smart Electronic Factory, eine Elektronikfabrik in Limburg a. d. Lahn, werden Industrie 4.0-Szenarien und -Anwendungen unter realen Produktionsbedingungen entwickelt und erprobt. Der Verein setzt sich aus verschiedenen Unternehmen sowie universitären Einrichtungen und Instituten zusammen. Zentrale Zielsetzung ist es, Unternehmen den Weg in die vierte industrielle Revolution zu ebnen.

German Edge Cloud ist wie Rittal ein Unternehmen der Friedhelm Loh Group; beide Schwesterunternehmen arbeiten eng zusammen. Rittal predigt übrigens nicht nur, sondern setzt in seinem neuen Werk im mittelhessischen Haiger auch selbst konsequent auf Industrie 4.0. Dort tätigte das Familien-Unternehmen mit 250 Mio. Euro die größte Gesamtinvestition der Firmengeschichte und baute eine Kompaktschrank-Produktion nach Industrie 4.0 Kriterien auf. Durch die hochautomatisierte Produktionssteuerung im Verbund mit dem globalen Distributionszentrum wird das Werk zu einem zentralen Glied in der digitalisierten Auftragsabwicklung und zu einem Garanten für die ständige Verfügbarkeit des Serienportfolios mit Zubehör.

Bildquelle: Rittal, SEF Smart Electronic Factory e.V.

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