Den Rahmen für diese Ankündigung bildete die alljährliche User-Konferenz Inforum, die zur Zeit in New Orleans stattfindet; dort war IBM, der anfangs wichtigste Infor-Partner, nur noch als „Silber-Sponsor“ vertreten, engagiert sich also, auch im Vergleich zu den zehn Platin- und Gold-Sponsoren des Events, wesentlich weniger als früher.
Bei den jetzt angekündigten „Implementation Accelerators“ handelt es sich um vorkonfigurierte Lösungen, die auf den neuesten Versionen der entsprechenden Software-Suiten von Infor basieren – und bestimmte Prozesse für Kernanwendungen einer Branche bereitstellen, Implementierungszeiten, -risiken und -kosten zu verringern.
Mit einem solchen Akzelerator für die Geschäftsprozessmodellierung nutzen Infor-Kunden Signavios webbasierte „Business Transformation Suite“, insbesondere die Tools „Process Manager“ und „Process Intelligence“. Damit soll die Basis für sichtbarere Prozesse im Unternehmen geschaffen werden, heißt es in einer Presseinformation.
„Wir sind überzeugt, dass Kunden von der Kombination der leistungsstarken Prozess-Mining- und Prozess-Management-Funktionen von Signavio und den Implementation Accelerators von Infor profitieren“, sagt Dr. Gero Decker, CEO von Signavio. „Dadurch wird es möglich, intelligentere und fundiertere Entscheidungen in einer Vielzahl von Geschäftsprozessen zu treffen.“
Soma Somasundaram, CTO von Infor, will mit Process-Mining- und -Intelligence-Technologie den Kunden die Möglichkeit bieten, die von den Akzeleratoren vorgeschlagenen Praktiken und Geschäftsprozesse mit den von den Anwendungen generierten Echtzeit-Transaktionsdaten abzugleichen. „Damit werden Unternehmen bei der Identifizierung und Behebung von Abweichungen und letztlich bei der Verbesserung der Business Performance auf der Grundlage von realen Daten unterstützt,“ glaubt CTO Somasundaram.
Ob Signavio auch die IBM-Plattform unterstützt, konnte Basem Abdo, „Global Head Brand & Communications“ bei den Berlinern, auf Anfrage von DV-Dialog nicht direkt beantworten. Später hieß es: „In dem Feld, in dem Signavio sein Business betreibt, also hauptsächlich im Bereich Business-Process-Management, wird IBM als Wettbewerber wahrgenommen, weshalb das eher nicht denkbar ist.“ Eine definitive Antwort liegt uns aber bisher nicht vor.
Das Unternehmen Signavio mit Sitz in Berlin wurde 2009 gegründet und zählt nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als 1.300 mittelständische und große Unternehmen weltweit zu seinen Kunden. Diese Kunden nutzen Business-Transformation-Suite der Berliner, um ihre Geschäftsprozesse zu modellieren, zu optimieren, zu analysieren und zu steuern. Die Suite wird vor allem in den Bereichen „Digitale Transformation“, „Operational Excellence“ und „Customer Journey Mapping“ genutzt.
Bildquelle: Gerd Altmann / Pixabay