Eine Karriere wie im Bilderbuch: Von der eher rudimentären Standard-Schraube zum heute alles fest umschließenden Sicherheits- und Systemteil in höchster Qualität – als Kaltfließpressteil oder als Schmiedeteil in fortwährend optimierter Produktionstechnik hergestellt. Im Bild eine vorspannbare HV-Garnitur in feuerverzinkter Ausführung als hochfestes Verbindungssystem für tragende Konstruktionen im Bauwesen.
Es gibt nur eine Handvoll jener Erfindungen, ohne die der Mensch nicht in der Lage gewesen wäre, darauf aufbauende technische Entwicklungen in immer neue Dimensionen zu steigern. Die Schraube gehört dazu. Und selbst das Rad – die Mutter aller technischen Revolutionen – wurde erst durch die Schraubverbindung zum alles bewegenden Faktor der industriellen Entwicklung.
Einer der Pioniere dieser Entwicklung ist die 1884 in Gelsenkirchen gegründete August Friedberg GmbH. Zunächst vorwiegend im Bergbau eingesetzt, hielten die Schrauben des mittlerweile in vierter Generation geführten mittelständischen Familienunternehmens früh Einzug in alle industriellen Bereiche, in denen Verbindungstechnik eingesetzt wurde – wie etwa Automotive, Windkraft, Hoch- und Stahlbau, Energiewirtschaft oder Maschinenbau.
Zur Steuerung ihrer komplexen Prozesse hat sich der langjährige AS/400-Anwender für Comarch ERP und Financials entschieden. Zentrales Steuerungsinstrument ist das ERP-System; zudem wurden eine weitere Softwarelösungen wie EDI-System, Bankingsoftware oder Businessplanung angedockt. Somit werden über ERP-System das Werkzeugmanagement, der Versand inklusive aller Frachtpapiere (z.B. Frachtbriefe („CMR“), DFÜ-Warenanhänger bzw. Warenbegleitscheine), die Ausgangsrechnungen (inklusive Electronic Banking) sowie Finanzbuchhaltung und Controlling abgewickelt.
Letztes Jahr verarbeitete der Mittelständler mit dem ERP-System 57.434 Ausgangsrechnungen, 50.424 Wareneingänge, 38.136 Tonnen Fracht, 32.455 Sendungen, 19.317 Eingangsrechnungen sowie 5.236 Produktionsaufträge. Um diese Menge zu schaffen, wurde eine Anbindung des ERP-Systems an Comarch EDI realisiert. Darüber sind sechs unterschiedliche EDI-Nachrichtenarten gemäß der drei Standards VDA, Odette und Edifact nutzbar.
Ferner wurden in der Sparte Automotive Abrufverfahren und Versand, die Produktion über drei Werke und die Produktionsfeinplanung angebunden. Schnittstellen gibt es zur Betriebsdatenerfassung miz MPDV Hydra, zum APS-Tool Inform, einem Hochregallager-System sowie dem Easy-Archiv.
Via Comarch EDI sendet August Friedberg auch Daten an die Konsignationslager von VW; eine Umstellung von VDA/Odette auf Edifact wurde ebenfalls realisiert. Damit werden pro Jahr 215.749 Dokumente an Easy Archiv übergeben, 117.472 EDI-Vertriebsabrufe empfangen und 66.030 BDE-Meldungen ausgetauscht.
Zur Optimierung des Materialflusses und der Materiallagerung im Bereich Lager und Versand wurde zudem ein„Smart Warehouse“ aufgebaut. Mit einer agilen Projekteinführungsmethode, angelehnt an Business Scrum, wurde dieses Projekt ebenfalls in Comarch ERP umgesetzt.
Bei der ursprünglichen Erfassung der Fertigware für das Hochregallager mussten viele Teilschritte gebucht werden. Zunächst waren alle Paletten des Produktionsauftrages zu verwiegen, bevor der Wareneingang im ERP-System angelegt werden konnte. Anschließend musste dieser erfasste Wareneingang mit einer zusätzlichen Buchung im Hochregallagersystem „verheiratet“ werden, bevor die Label an den einzulagernden Paletten angebracht werden konnten. Anschließend erfolgte die physikalische Einlagerung. Die Buchung des Wareneingangs – und der damit sichtbare Lagerbestand für den Vertrieb – konnte erst mit Einlagerung der letzten Palette abgeschlossen werden.
Dieser Prozess war einerseits kompliziert und mit einer durchschnittlichen Bearbeitungsdauer pro Wareneingang von rund 24 Stunden auch sehr aufwendig. Andererseits gab es auch keinen Zugriff auf noch nicht gebuchte Ware.
Heute ist hier dieser Prozess „rundumoptimiert“: Die Palette wird gewogen über eine Waagen-Anbindung, es erfolgt eine Validierung des Wiege-Ergebnisses und ein automatisches Anlegen des Wareneingangs. Bei Anlage des Wareneingangs wird die Palette beim Lagerverwaltungssystem online angemeldet – und das Einlagerungslabel direkt am Wiegeplatz gedruckt und an der Palette angebracht.
Es erfolgt eine Buchung des Wareneingangs, sobald die Palette physikalisch eingelagert worden ist. So konnte die durchschnittliche Bearbeitungsdauer pro Wareneingang von vorher 24 Stunden auf rund vier Stunden reduziert und die Gefahr einer Vertauschung der Paletten minimiert werden. Es konnte damit ein schnellerer Zugriff auf eingelagerte Ware gewährleistet werden.
Beatrix Brand, Geschäftsführerin von August Friedberg, spricht von einer „perfekten Steuerung all unserer Prozesse“. Zudem habe man mit der Software auch ein innovatives Konzept eingeführt, das den Wareneingang massiv beschleunigt habe.
Bildquelle: August Friedberg