Dr. Alexander Arnold, als „Chief Revenue Officer“ künftig neuer Vertriebschef bei SNP
Nun kehrt Alexander Arnold ins SAP-Kontinuum zurück, denn wie Röder und der im Januar angetretene neue CEO Jens Amail hat er ebenfalls eine SAP-Vergangenheit. Fast 17 Jahre war Arnold seit 2003 in verschiedenen Führungspositionen bei dem Walldorfer ERP-Hersteller selbst tätig, zwischenzeitlich – von 2007 bis 2011 – als Managing Director der SAP-Tochter Steeb Anwendungssysteme. Nach deren Verkauf an den SAP-Partner All for One kehrte er zur SAP zurück, um dann im September 2020 zur IBM zu wechseln und von dort im Februar 2021 zu Salesforce.
Arnolds Fokus soll auf dem Ausbau des Software- und Partnergeschäfts, einer besseren Skalierbarkeit der Vertriebsprozesse und der Neuausrichtung der Go-to-Market-Strategie liegen, heißt es in einer Presseinformation. Ziel sei „eine deutliche Stärkung der internationalen Marktpositionierung und des Wachstumskurses“. Das ist wohl auch als eine Replik auf das Übernahmeangebot des unzufriedenen Großaktionärs Wolfgang Marguerre zu verstehen, der schon knapp 29 Prozent der SNP-Aktien besitzt und Gründer des Schweizer Pharmaherstellers Octapharma ist.
Bei Salesforce hatte Arnold zuletzt den Marktangang für das strategische Kundensegment in Zentraleuropa sowie die globale Branchenausrichtung in den Sektoren Manufacturing, Automotive und Energy verantwortet. Bei SAP war er 17 Jahre in verschiedenen Vertriebsrollen tätig, u.a. im Mittelstands- und Partnergeschäft. Als Global COO for Digital Core übernahm er zuletzt 16 Monate lange eine wichtige Rolle beim Wechsel von SAP-Kunden nach S/4 Hana und in die Cloud.
CEO Amail, bei SAP zuletzt als Executive Vice President und Chief Operating Officer verantwortlich für die Region Greater China, sieht in Alexander Arnold „mit seiner Erfahrung und seinen operativen Kenntnissen im Software- und Cloudgeschäft […] genau den Richtigen zur richtigen Zeit“. Mit ihm „werden wir unser Portfolio noch besser im Markt platzieren, über Partner international skalieren und starke Zeichen im Markt setzen können“.
Seit dem Tod des Andreas Schneider-Neureither, der Anfang November 2020 überraschend im Alter von 56 Jahren verstarb, hat sich das Personal auf der Chefetage – im Vorstand und auch im Verwaltungsrat – immer wieder geändert. Ende 2021, nach der Übernahme von Datavard im Sommer des Jahres, stand noch ein anderes Trio an der SNP-Spitze: CEO Michael Eberhardt, der frisch dazu gestoßene Datavard-Gründer Gregor Stöckler als COO und Finanzvorstand Prof. Dr. Heiner Diefenbach.
Wenn Arnold sein Amt nächste Woche antritt, ist Andreas Röderer schon zwei Wochen an Bord. Unterstützt wird der Diplom-Kaufmann Röderer, bisher CFO und Mitglied der Geschäftsleitung bei SAP Deutschland, vom interimistischen CFO Prof. Dr. Thorsten Grenz, der bis zum Abschluss einer geordneten Übergabe im Unternehmen bleibt. Grenz war Ende März 2022 nach der Trennung vom damaligen CFO Diefenbach kurzfristig eingesprungen.
Im Zuge der Neubesetzung der CFO-Position mit Röderer hatte SNP bereits die Ressorts der Geschäftsführenden Direktoren neu strukturiert. Als wesentliche Veränderung wird hervorgehoben, dass Amail in seiner Funktion als CEO die Verantwortung für sämtliche Regionen, das Ressort Human Resources sowie das neue Ressort Nachhaltigkeit übernimmt. Stöckler als COO soll sich um die Weiterentwicklung des Portfolios kümmern, aber auch um „den konsequenten Ausbau des Kundennutzens und die Innovationskraft des Unternehmens“. Röderer ist für die Bereiche Finanzen, Controlling, Recht und IT zuständig, Arnold für den Verkauf.
SNP erzielte im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von rund 173,4 Mio. Euro; ein Jahr zuvor lag der Umsatz bei 167 Mio. Euro. Mit solch einem Wachstum sind Aktionäre wie Marguerre genauso unzufrieden wie mit dem Umstand, dass sie seit 2016 keine Dividende mehr erhalten haben, obwohl SNP in einem vielversprechenden Marktsegment unterwegs ist.Das Unternehmen beschäftigt rund 1.400 Mitarbeiter an über 40 Standorten in 15 Ländern und arbeitet weltweit mit rund 2.600 Kunden aller Größen und Branchen zusammen.
Bildquelle: SNP Group