Über 660 Mitarbeiter-Aktionäre an Bord geholt

Solita wächst auch hierzulande

Der finnische Technologie-, Daten- und Design-Spezialist Solita, 1996 gegründet und inzwischen mit 1.600 Experten für das digitale Geschäft auch in Schweden, Dänemark, Estland, Belgien und Deutschland aktiv, gewinnt hierzulande neue Kunden in Industrie und Logistik und eröffnet weitere Standorte – unter anderem in Berlin und München.

Florian Disson, Solita

Florian Disson, Managing Director Germany von Solita, vor dem neuen Firmensitz in Berlin

Im Geschäftsjahr 2022 verzeichnete Solita in Deutschland ein Personalwachstum von 70 Prozent in allen Geschäftsbereichen – von Entwicklung und Vertrieb bis zu Business Development und administrativen Tätigkeiten. Im März kamen auch deshalb neue Büros in München (Campus Königsplatz) sowie in Berlin (Podium-Pressehaus, Karl-Liebknecht-Straße) hinzu.

Das Personalwachstum erfolgt im hart umkämpften Fachkräftemarkt, denn Spezialisten für den Bereich „Connected Data“ zu finden ist alles andere als einfach. „Gerade für ein hierzulande junges Unternehmen ist das schwierig schwierig“, erzählt Florian Disson, Managing Director DACH bei Solita. Neben aktivem Recruiting erhalte man in jüngerer Zeit verstärkt Initiativbewerbungen – und dies mit einer überdurchschnittlichen Quote an abgeschlossenen Arbeitsverträgen. Mit entscheidend dafür sei der nordische, menschenzentrische Ansatz des finnischen Unternehmens, so Disson.

Alle drei Wochen misst Solita die Zufriedenheit seiner Belegschaft auf Basis eines wechselnden Fragenkatalogs mit dem anerkannten Employee Netpromoter Score. Das Unternehmen zählt sich hier zu den Top 5 Prozent innerhalb der IT-Beratungsbranche in Europa mit einem ENPS von 8,7, in Deutschland sogar 9,1. Das wohl auch deshalb, weil Solita Wert lege auf persönliche Entwicklung, so Disson. „Also keine unbezahlte Überstunden, keine 60-Stunden-Woche, die früher oder später zum ‚Quiet Quitting‘ führt. Eine gesunde Auslastung liegt aus unserer Sicht eher zwischen 70 und 80 Prozent.“

Neukunden habe man 2022 in Deutschland unter anderem in der Logistik- und der Fertigungsbranche gewonnen, so Disson weiter. Als in Deutschland noch kleines IT-Beratungshaus trage man Themen wie Data-Mesh, die auf dem reiferen skandinavischen IT-Markt bereits seit längerem diskutiert werden, in die deutsche Öffentlichkeit. Heute gehe es darum, die Qualität der über die Jahre gesammelten Daten zu verbessern. Data Governance und Master Data Management sind hier die Schlagworte, sagt Disson: „In dieser Phase befinden sich derzeit viele Unternehmen in Deutschland, vornehmlich in der industriellen Fertigung.“ Erst anschließend könne es darum gehen, mit den aufbereiteten Daten neue Geschäftsmodelle zu erschließen, Datenservices und -produkte einzuführen, Machine-Learning zu nutzen und die Automatisierung weiter voranzutreiben. Der Hype um ChatGPT zeige deutlich: Das Wissen der Welt ist inzwischen so operativ, dass damit äußerst erfolgreiche Geschäftsmodelle möglich werden.

Übrigens: Anfang des Jahres hat Solita auch seine dritte Runde der Mitarbeiterbeteiligung erfolgreich abgeschlossen. Allen Beschäftigten stand darüber die Möglichkeit offen, in das Unternehmen zu investieren. Mehr als 660 davon sind nach der dritten Runde nun Mitarbeiteraktionäre. 2018 hatte Solita das erste Aktionärsprogramm dieser Art durchgeführt.

Bildquelle: Privat

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