Mit der Notes 9 Social Edition verabschiedet IBM die Marke Lotus

Soziale Zusammenarbeit in der Wolke

Mit Version 9 von Notes setzt IBM auf die Trends Social-, Mobil- und Cloud-Computing. Für IBM-i-Anwender erleichtert die Version den Einstieg in die computergestützte Zusammenarbeit über die Firmengrenzen hinaus.

Die Verfügbarkeit von Notes 9 ist ein kleiner Schritt für die Entwickler, aber ein großer Schritt für das Selbstverständnis der IBM Software Group. Technisch gesehen ist Release 9 eigentlich ein Update der Version 8.5.4 kombiniert mit dem bisher separaten Add-on „Social Edition“ und einem „Face­lifting“ der Bedienoberfläche.

Die einhergehende Abkehr von der Marke Lotus soll die Neuausrichtung der Produktfamilie unterstreichen, auch wenn die Umsetzung erst schrittweise erfolgen wird. Augenfällig wurde dies auf der Konferenz Lotusphere Ende Januar, die in IBM Connect umbenannt und ganz dem „Social Computing“ gewidmet wurde.

Die Unterstützung der Zusammenarbeit ist seit jeher die Stärke von Notes. Mit Version 9 reicht diese Unterstützung nun über die Grenzen des Unternehmens hinaus und schließt auch die mobile Nutzung mit ein. Gleichzeitig soll die Version 9 die Grundlagen schaffen, um Notes-Umgebungen vollständig aus der Cloud heraus betreiben zu können.

Die Standards Open Social und Open Authentication

Nicht umsonst trägt die neue Version 9 das Label „Social Edition“. Die Unterstützung der beiden Standards Open Social und Open Authentication soll die Voraussetzungen schaffen, um Notes-Umgebungen und -Anwendungen bruchlos mit sozialen Netzen verbinden zu können. Greifbar wird dies bereits durch die Widgets für IBM Connections, die einen direkten Zugriff auf die Dokumentenbibliotheken oder Activity Streams von Connections aus dem Notes-Client bzw. dem iNotes-Web-Client heraus ermöglichen.

Mit Hilfe von Open Authentication können Daten aus ganz unterschiedlichen Quellen angezeigt und z.B. in Activity-Streams eingebunden werden. Zu diesen Quellen gehören E-Mail-Datenbanken, Foren und Blogs ebenso wie SAP-Berichte oder Arbeitsvorräte von Workflowsystemen. Über die sogenannte „Embedded Experience“ können dabei unterschiedlichen Informationssysteme zu aufgabenorientierten Benutzerschnittstellen kombiniert und Arbeitsabläufe über die verschiedenen Systeme hinweg integriert werden, ohne dass jeweils in die anderen Anwendungen gewechselt werden muss.

Die „Social Edition“ soll die Kommunikation zwischen Menschen zu Problemlösungen erleichtern und letztlich in Geschäft umsetzen. Mit Hilfe von Open Social, Open Authentication und Embedded Experience soll dies bruchlos über Systemgrenzen hinweg möglich werden. Die Benutzer bekommen nicht nur alle Aufgaben- und Kommunikationsflüsse unmittelbar angezeigt, sondern können im Einzelfall auch diese ohne Wechsel der Anwendung sofort bearbeiten.

Möglich wird dies durch eine weitgehende Kontrolle über die Darstellung und Interaktion mit den Informationen unabhängig von der Quelle (siehe eingeklinkten Artikel „Social Edition in der Praxis“). Verbindendes Element der sozialen Komponenten sind dabei die Produkte IBM Connections bzw. IBM Docs, die die Aktivität bzw. die zugehörigen Dokumente verwalten.

Verbessert: der browser-basierte iNotes-Client

Auch der browserbasierte iNotes-Client, der im Look and Feel nun mit dem klassischen Notes-Client fast identisch ist, stellt die Funktionalität der Social Edition zur Verfügung. So können nun z.B. per Drag and Drop Dateien vom Desktop in E-Mail-Attachments verwandelt werden. Oder die Suche nach freier Zeit für Besprechungen kann durch Verschieben innerhalb des Zeitrasters erfolgen.

Die große Neuerung in Version 9 ist allerdings das Browser-Plug-in für Notes, das Notes-Anwendungen auch ohne Notes-Client in Webbrowsern nutzbar macht. Bis auf Components, Live Text und Widgets wird dabei die gesamte Funktionalität des Basic-Clients unterstützt. Die Kombination von iNotes und dem Browser-Plug-in kommt schon nah an den vollständigen Ersatz des Notes-Clients heran. Nur mit einem Browser lassen sich iNotes-basierte Mails, reine Notes-Anwendungen und X-Pages-basierte Webanwendungen miteinander kombiniert nutzen. Insbesondere AS/400-Anwender, die keine Notes-Client-In­frastruktur aufbauen wollen, können sich so eine funktional äquivalente browserbasierte Umgebung schaffen.

Die soziale Cloud und Notes Traveller

Durch das Browser-Plug-in rückt aber auch der Betrieb einer kompletten „Social Collaboration“-Infrastruktur aus der Cloud in greifbarer Nähe. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen bietet IBM mit dem Smart-Cloud-Rechenzentrum in Ehningen die Möglichkeit, die gesamte Infrastruktur für Social Collaboration aus der Cloud zu betreiben. Alternativ sind auch Kombinationen von Cloud-Diensten und Individuallösungen möglich. Dies ist insbesondere für IBM-i-Anwender interessant, die bereits Notes-Server betreiben und die Social-Collaboration-Features von Notes 9 nutzen wollen, aber eine eigene Connections-Installation scheuen. Denn der Betrieb der Connections- und ggfs. auch IBM-Docs-Infrastruktur kann aus der Cloud erfolgen.

Ebenfalls Bestandteil der Version 9 ist die Integration des Produktes Notes Traveller. Bei der Unterstützung mobiler Geräte kommen zu den Plattformen iOS, Android und Symbian nun auch Blackbery 10, Windows Phone 8 sowie Windows Tablets unter RT und Pro hinzu. Dabei werden nun auch To-do-Listen inklusive Attachments unterstützt. Volle Unterstützung für IBM i zählt bei Notes Traveller nun endlich zur Standardinstallation – einschließlich des Managements der mobilen Geräte, das z.B. ein Löschen der verlorengegangenen Geräte ermöglicht.

Beim Notes-Client gibt es nur kleinere Produktivitätsverbesserungen, während das kostenlose Entwicklungswerkzeug Domino Designer eine wesentliche Erweiterung erfahren hat, die die Entwicklung moderner Web-2.0-Anwendungen auf Basis von X-Pages erleichtert. Mit einem Javascript-Debugger ist es möglich, browser-, aber auch serverseitige Scripte schrittweise auszuführen, was die Fehlersuche in den oft komplexen Anwendungen enorm erleichtert.
Der Domino Server ist durch viele kleine Verbesserungen robuster und leistungsfähiger geworden. Eine Neuerung sticht heraus, denn Domino unterstützt jetzt die „Security Assertion Markup Language“ (SAML), die neben einem Single Sign-on zwischen unterschiedlichen Systemen auch das Aushandeln von Sicherheitsprotokollen für verteilte Transaktionen ermöglicht.
Der SAML-Standard wird übrigens auch von Google und SAP unterstützt und erleichtert zum Beispiel den verteilten Zugriff auf Cloud-Dienste.

Bildquelle: Thinkstock

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