„Schwarzen Brett“ für die digitale Ära

Soziales Netzwerk fürs Geschäft

„Social Business“-Plattformen bieten Unternehmen die Möglichkeit, Wissen und Informationen schnell und sicher über das Internet zu teilen.

„Schwarzes Brett“ für die digitale Ära: „Social Business“-Plattformen bieten Unternehmen die Möglichkeit, Informationen schnell über das Internet zu teilen.

Rund 124 Milliarden geschäftlicher E-Mails werden jeden Tag weltweit verschickt, so die Schätzung des Technologie-Marktforschungsunternehmens The Radicati Group. Das heißt: 124 Milliarden Nachrichten, die geöffnet, gelesen und beantwortet werden wollen. Allein für das Lesen und Schreiben von E-Mails wenden Mitarbeiter gut 30 Prozent ihrer Arbeitszeit auf, so die Unternehmensberatung McKinsey. 

Hinzu kommt, dass lediglich 14 Prozent der täglichen elektronischen Post überhaupt für notwendig erachtet werden. Das ist das Ergebnis einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Emnid. Da fällt es schwer, den Überblick zu behalten: Welcher Anhang ist aktuell? Sind alle Teammitglieder im Verteiler? Beim E-Mail-Pingpong kann man sich schnell ins Aus manövrieren und jede Menge wertvolle Zeit vergeuden.

Soziale Netze bündeln das Wissen auf einer Onlineplattform

Zeit, die besser in die Optimierung von Produkten und Prozessen investiert werden sollte. Dafür empfiehlt es sich, Ideen, Kompetenzen und Erfahrungen von Mitarbeitern, Kunden und Partnern zu kennen, diese zu bündeln und letztlich gezielt zu nutzen. Alle an einen Tisch zu bekommen ist jedoch in der Regel kaum möglich. Mit Social-Business-Collaboration-Lösungen allerdings schon. Die sozialen Netze für Firmen bündeln das Wissen auf einer Onlineplattform und machen es für andere verfügbar. Social-Business-Collaboration-Tools funktionieren wie bekannte Social-Media-Kanäle und vereinen Intranet, Community- und Projektplattform in nur einer Anwendung. 

Die Unternehmensberatung McKinsey stuft die Effizienzsteigerung durch die Nutzung sozialer Kommunikations- und Kollaborationstools hoch ein: Sie prognostiziert Firmen eine Produktivitätssteigerung von bis zu 25 Prozent. Der Grund: „Informationen erreichen die entsprechende Gruppe von Mitarbeitern gezielter. Und das steigert die Schlagkraft der Unternehmen“, erklärt McKinsey-Experte Michael Chui.  

Das Exempel hat Entscheider und Controller inspiriert. Einer Experton-Studie zufolge planen 60 Prozent der deutschen Unternehmen, bis Ende 2014 mit Social-Media-Lösungen den internen Wissensaustausch zu fördern. Dieser Entwicklung wird mit Spannung entgegengeblickt – zeichnen die aktuellen Zahlen nämlich noch ein ganz anderes Bild: Lediglich 21 Prozent der Abteilungen mit einem hohen Anteil an Wissensarbeitern wie Marketing, Vertrieb, IT, HR und F&E haben Social-Business-Collaboration-Projekte umgesetzt. Zum Vergleich: In englischen Firmen sind es schon 38 Prozent, so das Ergebnis einer aktuellen Studie von Pierre Audoin Consultants (PAC). 

Social Collaboration als Kommunikations- und Arbeitsplattform

Wer sich für Social Collaboration als Kommunikations- und Arbeitsplattform entscheidet, muss keine langwierige Mitarbeiterschulungen anbieten oder die gesamte IT umkrempeln. Die Funktionen sind intuitiv; im Social-Media-Zeitalter ist das Prinzip gelernt – das steigert Effizienz und Produktivität. Und es gibt Produkte wie „Team Like“ von der Deutschen Telekom, die sich auch mit IBM-Systemen nutzen lassen, da sie über das Internet aufgerufen werden.

Die Startseite bildet das zentrale Element jeder Plattform. Wie an einem analogen „Schwarzen Brett“ findet der Nutzer hier alle Neuigkeiten, Ereignisse oder Blogbeiträge. Persönliche Mitarbeiterprofile geben Auskunft über Abteilung, Rufnummer, Anschrift und E-Mail-Adresse sowie über Aufgabenbereiche, zusätzliche Fähigkeiten oder Hobbys. 

Über eine Suchfunktion werden Experten für bestimmte Themenbereiche schnell gefunden. Welcher Kollege oder Partner gerade online ist, wird hier ebenfalls angezeigt – und über die Chatfunktion kann direkt Kontakt aufgenommen werden. Die Möglichkeit, einen Profi zu identifizieren, halten 64 Prozent der Befragten aus der PAC-Studie übrigens für besonders wichtig.

Zu wissen, wer was weiß, kann aufwendige Recherchen zu bestimmten Themen enorm vereinfachen. Über Linklisten, Wikis und Artikel teilen Mitarbeiter ihr Know-how und bündeln es an einem zentralen Ort.  Außerdem gibt es die Möglichkeit, Gruppen für gemeinsame Projekte einzurichten. Per Klick werden alle erforderlichen Teammitglieder – firmen-intern sowie externe Geschäftspartner oder Kunden – in den virtuellen Raum eingeladen. Dieser ist durch ein Passwort geschützt, so dass hier ohne Sicherheitsrisiken auch vertrauliche Dokumente hochgeladen und bearbeitet, Ideen entwickelt und Termine eingestellt werden können. Es gibt auch die Möglichkeit, ein Intranet anzulegen. Auf der Pinnwand sehen die Mitarbeiter alle Neuigkeiten und haben die Möglichkeit, Dokumente wie Urlaubsanträge für die Kollegen online bereitzustellen.

 

Bildquelle: Thinkstock/iStock

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok