Markus Grau, Principal Technologist bei Pure Storage
Die neuen File-Services für Flash Array ermöglichen Unternehmen den Zugriff auf native Block- und Dateidienste aus einem einzigen, globalen Pool von Speicherressourcen. Dabei ist Flash Array jetzt das einzige Speichersystem, das von Grund auf speziell für Flash-Speicher entwickelt wurde, um die Benutzererfahrung einer nativen, einheitlichen Block- und Dateispeicherung zu bieten. Dabei wird durchaus auch IBM Power i als Serverplattform unterstützt. Dazu befragten wir Markus Grau, Principal Technologist bei Pure Storage.
Herr Grau, Pure Storage supportet ganz offiziell IBM i – und zwar via VIOS. Wie steht es um die Akzeptanz dieser Lösung am Markt?
Markus Grau: Gerade bei Kunden, die ihre verschiedenen Speichersilos auflösen wollen, also einfacher, flexibler und schlanker ihren Speicher verwalten möchten, ist VIOS eine gängige und akzeptierte Lösung. Die Akzeptanz von Pure Storage am Markt belegen die stetig hohen Wachstumszahlen. So konnten wir laut IDC im letzten Quartal des Jahre 2022 in Deutschland um 29 Prozent zugelegt wohingegen der Gesamtmarkt nur um 7,7 Prozent gewachsen ist.
Können Sie uns Kunden nennen, die IBM i zusammen mit ihrem Flash-Array einsetzen? Gibt es solche Kunden auch in Deutschland?
Grau: Wir prüfen aktuell noch, welche Kunden einer öffentlichen Nennung zustimmen.
Aus Ihrer Sicht ist die Zeit der Festplatten vorbei – und auch handelsübliche SSDs sind nicht die Lösung. Warum?
Grau: Festplatten, sprich HDD-Systeme, sind meist zu langsam für Anwendungen, die hohe Performance benötigen. Schlagworte sind hier Real-Time-Big-Data-Analytics, KI, Analyse großer Datenmengen wie beispielsweise in der Genforschung und so weiter.
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Außerdem haben die Festplatten, gemessen an Performance und Fassungsvermögen, zu viel Gewicht. Und sie benötigen sowohl zu viel Strom als auch immensen Platz im Rechenzentrum, haben aber auch eine zu geringe Kapazität für große Datenpools und zu hohe Fehlerraten im Vergleich zu Direct-Flash-Modulen (DFM). Ein schlichter Vergleich bringt es auf den Punkt: Die führenden HDD-Hersteller visieren für 2026 Lösungen mit einem Volumen von 50 TB an. Pure Storage hingegen visiert für die kommenden Jahre Direct-Flash-Module mit 300TB an.
Die Vorteile unserer Flash-Lösungen gegenüber Festplatten haben dabei mehrere Gründe. So hat jede unserer SSDs einen Controller, der dem Storage-Betriebssystem einen Zustand vorspielt, welches dann damit umgehen muss. Auch kann die Performance bei größeren Modulen in Mitleidenschaft gezogen werden, weshalb in sehr vielen Mitbewerbersystemen immer noch eine große Zahl von SSDs mit relativ wenig Speicherplatz zum Einsatz kommen Wir hingegen setzen auf weniger, aber deutlich mächtigere DFMs.
Die Praxis zeigt, dass SSDs immer überprovisioniert sind –und mit wachsenden Kapazitäten steigt auch der Bedarf an DRAM. Damit steigen die Investitionen und auch der Stromverbrauch, sprich die Betriebskosten. Direct-Flash-Module hingegen werden durch unterbrechungsfreie Updates bei Pure Storage im laufenden Betrieb aktualisiert und mit fortschreitender technologischer Entwicklung stetig leistungsfähiger.
Wie sieht denn eine zukunftstaugliche Speicherlösung aus?
Grau: Eine, die stetig über unterbrechungsfrei Software- und Hardware Innovationen ausgestattet wird und im Idealfall über die Laufzeit effizienter wird. Das bedeutet beispielsweise, dass ein System bei gleichbleibendem Platz- und Strombedarf in Sachen Leistung und Kapazität zulegt. Angesichts des eher sogar noch größer werdenden Fachkräftemangels im IT-Bereich ist zudem eine sehr einfache Bedienung und Wartung von ganz großer Bedeutung.
Warum stehen wir aus Ihrer Sicht jetzt an einem Wendepunkt, an dem sich das All-Flash-Rechenzentrum durchsetzen wird?
Grau: Technologisch hat sich in den vergangenen Jahren nochmal richtig viel getan, unter anderem in Sachen Datenreduktion. Die NAND-Preise sind nun wirklich sehr attraktiv. Und Systeme wie unser Direct-Flash-Modul heben SSD auf ein neues Level, wenn es um Effizienz geht.
All-Flash ist in manchen Rechenzentren nun schon seit zehn Jahren im Einsatz. Da gab es natürlich eine Lernkurve, die dazu geführt hat, dass die Technologie immer besser und auch preislich attraktiver wurde. Die steigenden Energiepreise und das unaufhaltsame Datenwachstum tragen ebenso ihren Teil zum Erfolg von All-Flash im Rechenzentrum bei.
Apropos Zukunft: IBM hat zum Anschuss von NVMe-Speichern an die aktuelle Servergeneration Power10 das Produkt NED24 (Feature #ESRO) angekündigt. Das NED24-Chassis wird nativ von den Betriebssystemen IBM i 7.4 und IBM i 7.5 unterstützt, was bedeutet, dass Kunden nicht mehr zwingend den Virtual I/O Server (VIOS) verwenden müssen, um eine Verbindung zu externem NVM-Express-Flash herzustellen. Wurde das schon von Pure Storage getestet – falls ja: Mit welchem Ergebnis?
Grau: Hierbei geht es um „Direct Attached Storage“ – also nur ein Gehäuse, in dem sich Flash-Devices statt SSDs befinden und welches an den Server angeschlossen wird. Wir bieten „Shared Storage“ an. Das ist daher eine nicht zu vergleichende Produktkategorie.
Herr Grau, vielen Dank für das Interview!
Bildquelle: Pure Storage