Hightech-Industrie

Stabiles Wachstum in der Digitalbranche

Die Digitalwirtschaft wächst kräftig, doch nicht überall. Einzelne Segmente der Branche schwächeln, etwa Unterhaltungselektronik und der PC-Markt.

Notebook Wachstumskurve

Die Digitalbranche wächst unbeeindruckt

Ein Umsatzplus von 4,3 Prozent auf 224,8 Milliarden Euro - gute Nachrichten aus der Digitalbranche. Für die Jahresmitte zeichnet sich dort ein stabiles Wachstum ab. Aber nicht alle Unternehmen profitieren von der positiven Entwicklung. Einzelne Segmente schrumpfen, zum Beispiel die Umsätze mit Unterhaltungselektronik (minus 7,5 Prozent) oder Desktop-PCs (minus 1,5 Prozent).

Der von Bitkom und ifo Institut erstellte Digitalindex lag im Juni bei 7,9 Punkten. Er notiert damit weiter über dem ifo Geschäftsklimaindex für die Gesamtwirtschaft, der mit minus 6,3 Punkten im negativen Bereich verharrt. „Die Digitalbranche entwickelt sich 2024 in einem schwierigen Umfeld insgesamt stabil. Massive politische Eingriffe in den Markt, Krisen und ungelöste Fragen in der Ampel-Koalition sorgen allerdings für Verunsicherung“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.

Wintergerst verweist unter anderem auf Kriege und Konflikte in der Ukraine und in Nahost, die anstehenden Wahlen in den USA und einen drohenden Handelskonflikt mit China. „Geopolitik und Weltwirtschaft sind stark in Bewegung. Die Bundesregierung muss auf zusätzliche Verunsicherung durch Markteingriffe und unverhältnismäßige Regulierung verzichten. Innovationsförderung, Bürokratieabbau und Digitalisierung gehören ins Zentrum der restlichen Legislaturperiode. Ein gleichermaßen verständlicher wie verlässlicher politischer Kurs und Planungssicherheit sind so wichtig wie schon lange nicht mehr. Das betrifft auch die Investitionen der öffentlichen Hand in die Digitalisierung des Staats und seiner Verwaltungen.“

Neue Arbeitsplätze, Wachstumstreiber Software 

Trotz schwieriger Bedingungen entstehen in der Bitkom-Branche weiterhin neue Arbeitsplätze. Im laufenden Jahr werden es voraussichtlich 29.000 sein, im kommenden Jahr sollen dann sogar knapp 47.000 hinzukommen. Damit würden Ende 2025 1,41 Millionen Menschen in der Bitkom-Branche beschäftigt sein, 2005 waren es noch 810.000. „Auch wenn einzelne Unternehmen zuletzt Arbeitsplätze abbauen mussten: Die Digitalbranche ist Deutschlands stärkster Job-Motor. Die Beschäftigung könnte sogar noch höher sein, wenn es ausreichend Fachkräfte gäbe, denn vielfach sind Unternehmen nicht in der Lage, freie Stellen zu besetzen“, so Wintergerst.

Innerhalb der Bitkom-Branche gibt es eine große Spreizung zwischen den einzelnen Segmenten. Das größte Wachstum kann wie in den Vorjahren die Informationstechnik verbuchen. Nach aktueller Prognose werden 2024 mit IT 151,2 Milliarden Euro umgesetzt. Das entspricht einem Plus von 5,4 Prozent. Am stärksten wachsen dabei die Umsätze mit Software (+9,8 Prozent auf 46,6 Milliarden Euro). Besonders stark legen die Umsätze von Plattformen für die Entwicklung, das Testen und die Bereitstellung von Software zu (+12,8 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro). Künstliche Intelligenz wächst innerhalb dieses Segments massiv um 39,2 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

Weitere Informationen gibt es beim Digitalverband Bitkom.

Bild von freepik

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