Gespräch mit dem VOI-Vorstand Petra Greiffenhagen

„Starke Perspektiven für den VOI!“

Der Bonner VOI – Verband Organisations- und Informationssysteme e.V. hat, wie gemeldet am 15. Juli, nach Querelen um einen Beitritt zum Branchenverband Bitkom einen neuen Vorstand gewählt.

Petra Greiffenhagen,VOI

Petra Greiffenhagen, neu gewählte Vorstandsvorsitzende des VOI

Im Vorfeld der DMS Expo, die der VOI als Partner der Landesmesse Stuttgart mit gestaltet, befragte DV-Dialog die neue Vorstandsvorsitzende Petra Greiffenhagen, die den Vorstand schon einmal für zwei Amtsperioden geleitet hatte.

Herzlichen Glückwunsch zur Rückkehr in den VOI-Vorstand, Frau Greiffenhagen. Was hat Sie eigentlich nach dem Eklat um den geplatzten Bitkom-Beitritt veranlasst, sich für dieses Amt zur Verfügung zu stellen?
Petra Greiffenhagen:
Vielen Dank für Ihren Glückwunsch! In der Tat freue ich mich, wieder  den  VOI mitgestalten zu können. Was das Thema Bitkom angeht: Ein Beitritt wäre es nicht gewesen, sondern eine Verschmelzung, die eine Auflösung des VOI als eigenständigen Verband zur Folge gehabt hätte.

Aber zum Kern Ihrer Frage: Ich wurde von mehreren Mitgliedern darum gebeten, mich wieder zur Verfügung zu stellen. Zusammen mit den neuen Vorständen, den Beiratsmitgliedern, der Geschäftsführung und den vielen aktiven Mitgliedern und ihren helfenden Händen fühle ich mich gut gerüstet, die anstehenden Herausforderungen des VOI einmal mehr zu meistern.

Warum ist die Verschmelzung mit dem Bitkom überhaupt angestrebt worden – und weshalb ist sie dann geplatzt?
Greiffenhagen:
Der VOI führt seit Jahren mit vielen IT-Verbänden in Deutschland und Europa Gespräche, um bei Gemeinsamkeiten mögliche Synergien zu nutzen. Dabei geht es immer um mögliche Kooperationen. Offenbar fand der Bitkom den VOI und die Kompetenz der VOI-Mitglieder so attraktiv, dass daraus ein Verschmelzungsangebot entstand. Eine Verschmelzung aber hätte die Auflösung des VOI als eigenständigen Verband bedeutet. Das genau wollten die VOI Mitglieder nicht, deshalb ist das Thema auch vom Tisch.

Wie wollen Sie nun verhindern, dass die wechselwilligen VOI-Mitglieder mit den Füssen abstimmen und einfach in den Bitkom wechseln?
Greiffenhagen: Mehr als 250 Unternehmen sind aus gutem Grund Mitglied im VOI: Sie sind - jedes Unternehmen für sich – die Basis und aktiver Bestandteil eines gut funktionierenden Netzwerkes rund um die Themen Enterprise Content- und Dokumenten-Management sowie angrenzender Technologien.

Damit überzeugen wir täglich und immer wieder. Offenbar zählen aber auch gerade nach der Entscheidung der Mitglieder, ein eigenständiger und unabhängiger Verband zu bleiben, die Perspektiven des VOI für die Zukunft so stark, dass wir in diesem Jahr bereits mehr als 20 neue Mitglieder zu verzeichnen haben.

Der VOI mit seinen Mitgliedern beweist Fachkompetenz seit 20 Jahren und ist unter anderem Partner der Deutschen Messe AG für die CeBIT und der Landesmesse Stuttgart für die DMS Expo. In zahlreichen fach- und themenbezogenen Veranstaltungen sowie in Webinaren bietet der VOI umfassendes Wissen und Erfahrung an. Die Fachbibliothek des VOI ist anerkannt, zahlreiche Publikationen gelten als „Must-have“-Standardwerke im ECM-Markt und sind auf so manchem Schreibtisch eines Entscheiders vorhanden.

Es gibt Ihrer Meinung nach also eine Daseinsberechtigung für einen starken VOI. Was genau soll dessen Profil sein?
Greiffenhagen:
Der VOI stand und steht zu förderst für fachliche Lösungen und Anwendungen im Unternehmensumfeld. ECM-/DMS- Themen zu durchdenken, aufzubereiten und in den Markt hineinzutragen macht nach wie vor den Kern unserer Arbeit und unser Selbstverständnis aus.

Als VOI sind wir eine Organisation, die es jedem Mitglied – unabhängig von seiner Unternehmensgröße – erlaubt, ECM-/DMS-immanente Themen, aber auch darüber hinausgehende, wie z.B.  „IT Compliance“ oder IT-Strategiethemen mitzugestalten. In diesem Sinne verstehen wir uns als ein Verband, der  Mitglieder darin bestärkt, sich fachlich einzubringen und im besten Sinne des Wortes „mitzumachen“.

Das macht u.a. den Erfolg des VOI aus. Dort, wo es möglich ist, werden Entscheidungen konsequent an die Basis, also in themenbezogene Competence Center und in Regionalgruppen verlagert. Die Hierarchien sind so flach wie irgend möglich. Das steigert die Motivation und die Kreativität und gibt auch dem Vorstand in enger Zusammenarbeit mit den Kompetenzträgern die Perspektive, den VOI strategisch weiter zu entwickeln. Dies ist aus unserer Sicht ein herausragendes Merkmal; wir heben uns damit von anderen, insbesondere großen Lobby-Verbänden ab.

So wichtig eine Kontinuität in der  Zusammenarbeit und im Austausch untereinander innerhalb des VOI ist, so wichtig ist es mir, zu betonen, dass wir im Rahmen unserer Branche vor enormen Herausforderungen stehen. Vor uns liegt ein deutlicher inhaltlicher Wandel:  Das Themenspektrum wird breiter, wir sind auf dem Weg vom Spezialisten für ECM/DMS zum Spezialisten und Generalisten für die anwendungsbezogene IT überhaupt. Für jeden Anbieter lohnt es sich, diese Wege innerhalb des VOI mitzugehen und mit zu gestalten.

www.voi.de

Bildquelle: VOI

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