Ronal Group: IT-Modernisierung mit Hilfe von „Managed Services“

Stillstand ist keine Option

Für die Ronal Group, einen weltweit aktiven Hersteller von Leichtmetallrädern, wäre ein Ausfall der Produktion aufgrund einer IT-Panne katastrophal. Zu umkämpft ist der Markt der Automobil-Zulieferer – zu eng getaktet sind die Fertigungsstrassen. Der hochverfügbare ERP-Systembetrieb auf Power-i-Servern für die Standorte in der Schweiz, Portugal, Spanien und Frankreich inklusive 7x24 Support ist deshalb an den Schweizer IBM-Partner ITpoint AG ausgelagert worden.

  • Andreas Dusold, Head of IT Support bei der Ronal Group

    Andreas Dusold arbeitet seit über 30 Jahren bei der Ronal. Nach Jahren im Controlling ist er seit 2006 in der IT-Abteilung tätig.

  • Ronal hat eine Fertigungskapazität von über 21 Mio Rädern pro Jahr.

    Ronal hat eine Fertigungskapazität von über 21 Mio Rädern pro Jahr.

  • Leichtmetallfelgen sind das Metier der Ronal Group.

    Leichtmetallfelgen sind das Metier der Ronal Group.

  • Der Hauptsitz der Ronal-Gruppe in Härkingen

    Der Hauptsitz der Ronal-Gruppe in Härkingen

Die IT-Abteilung der Ronal Group gibt die IT-Strategie für das gesamte, international tätige Unternehmen vor. Sie versteht sich ganz klar als Business-Enabler im Dienste der verschiedenen Geschäftsbereiche. IT-Services nach klaren Vorgaben und standardisiert nach ITIL sollen gruppenweit das reibungslose Funktionieren von IT-Infrastruktur, Software und Support garantieren.

Unverzichtbare Kernapplikation im hoch effizienten Produktionsprozess ist das ERP-System Infor Xpert (früher XPPS von Brain bzw. Rembold+Holzer), das auf Power-Servern unter dem Betriebssystem IBM i (früher OS/400) läuft. Die Verfügbarkeit dieses Kernsystems ist von größter Bedeutung, denn wenn die ERP-Lösung still steht, dreht sich buchstäblich kein Rad mehr bei Ronal.

IT on the spot“ hat ausgedient

Bis vor kurzem standen nach der Devise „IT on the spot“ fast an allen Produktionsstandorten eigene IBM-i-Server. Jedoch war nicht an allen Standorten auch das nötige IBM-i-Know-how vorhanden. Deshalb musste das Schweizer IT-Team regelmässig IT-Kollegen aus anderen Ländern zu Hilfe rufen – auf die Dauer eine unbefriedigende Situation, wenig effizient und im Notfall viel zu träge. Nicht zu reden von der fehlenden Supportbereitschaft rund um die Uhr. Das konnte sich die IT-Abteilung in der Schweiz schlicht mehr nicht leisten.

Als 2014 in Härkingen eine Hardware-Erneuerung der Power-Maschine anstand, wurde dieser absehbaren Eingriff daher für die Suche nach einer besseren Lösung des Systembetriebs genutzt. Ins Auge gefasst wurde die Systemreplikation über Mimix; die erfordert jedoch als Backup eine zweite Maschine, die Ronal in der Schweiz nicht hatte.

Eine mögliche Spiegelung auf einen Power-Server bei der Ronal GmbH in Deutschland kam nicht in Frage, weil auf dem Schweizer System auch Personal- und Buchhaltungsapplikationen mit sensitiven Personen- und Finanzdaten laufen. Diese heiklen Daten wollte man nicht ins Ausland geben.

Transition in drei Schritten

Also suchte Ronal ein Power-Backup in einem Schweizer Rechenzentrum eines Service-Providers – und prüfte letztlich die Angebote, Konzepte und Referenzen von zwei Anbietern genau. Nach fundierter Evaluation entschloss man sich zur Zusammenarbeit mit der ITpoint Systems AG in Rotkreuz.

In drei Schritten erfolgt dann die Transition von der physischen Power-i-Infrastruktur vor Ort in einen lupenreinen und garantiert 7x24 verfügbaren Managed-Service:

  • Im ersten Schritt erfolgte 2014 die besagte Erneuerung des physischen Power-Systems am Hauptsitz in Härkingen und die Replikation in das ITpoint RZ in Lupfig, auf die Shared-Cloud-Umgebung Oria. ITpoint übernimmt seither den Support für Ronals Power-System vor Ort in Härkingen sowie wie natürlich auch für die von Ronal genutzten Systeme im eigenen Rechenzentrum.
  • 2016 folgte die physische Verschiebung von der Power-Maschine von Härkingen in das Primär-Rechenzentrum von ITpoint in Bern – inklusive der Anbindung an das MPLS-Verbindungsnetz der Ronal AG für die redundanten Verbindungen zu den einzelnen Standorten mit der nötigen Leistung. Die Replikation erfolgte nach wie vor auf das „Shared Cloud Environment“ (SCE) bei ITpoint am Zweitstandort Lupfig. ITpoint übernimmt seither auch die volle Power-Betriebsverantwortung für die Werke in der Schweiz, Portugal, Frankreich.
  • 2018 wurde im dritten Schritt die physische Power-Infrastruktur bei Ronal aufgelöst, was die Migration der nach wie vor als Basis des ERP-Systems benötigten Power-Plattform in die ITpoint Shared Cloud im RZ Bern bedeutete. Die Standorte (Bern und Lupfig) blieben also bestehen, in der Schweiz muss Ronal jetzt aber keine eigenen Power Server mehr betreiben, sondern bezieht nun die benötigten Power-Dienste als garantierte Managed-Services.

Über die Ronal Group

1969 in Deutschland gegründe, ist das Unternehmen mittlerweile weltweit führend im Herstellen und Anbieten von Leichtmetallrädern für Fahrzeuge. Ronal beschäftigt an 13 Produktionsstandorten auf drei Kontinenten rund 8.000 Mitarbeiter und erzielte 2017 rund 1,4 Mrd. Euro Umsatz.

Kapazität über 21 Mio. Räder pro Jahr. In den 1980er Jahren wurde in der Schweiz ein Forschungs- und Entwicklungszentrum gegründet, um die Konstruktion, den Werkzeugbau sowie die Herstellung von Prototypen an einem Ort zu bündeln, aus dem 1989 die Ronal AG Härkingen und damit der Hauptsitz der Gruppe wurde. Bei der Herstellung von Leichtmetallrädern werden von der Konstruktion über den Werkzeugbau bis zum Endprodukt alle Produktionsschritte selbst realisiert.

 

Die Migration in die Cloud war die richtige Entscheidung!“

Interview mit Andreas Dusold, Head of IT Support bei der Ronal Group

Herr Dusold, wie schätzen Sie den Stellenwert der IT für das Geschäft der Ronal Group ein?

Andreas Dusold: Unsere IT ist aufgeteilt in die drei Bereiche IT-Infrastruktur, IT-Support und Business-IT. Sie hat eine sehr wichtige Dienstleistungsfunktion: Business unterstützen, Prozesse abbilden, permanente, hochverfügbare Services planen und steuern.

Als international tätiger Rad-Hersteller sind wir Teil einer eng kalkulierten Automobilzulieferkette. Die IT-gestützte Logistik, Produktionsplanung und -steuerung und die effiziente Lagerverwaltung sind absolut geschäftskritisch.

Welche Business-Anforderungen gibt es für die IT?

Dusold: Die Räderwerke laufen 7x24 Stunden im Schichtbetrieb – es gibt sehr wenige Stillstandzeiten. Und somit auch nur wenige und zeitlich knapp bemessene Zeitfenster für Umstellungen. Das ist sehr anspruchsvoll für die Systemwartung und ein wichtiger Grund, die Support-Services von ITpoint zu abonnieren.

Wie lässt sich Ronals IT-Strategie in wenigen Worten zusammenfassen?

Dusold: Unsere IT konzentriert alle Aktivitäten auf die wirkungsvolle Unterstützung der Business-Prozesse in der gesamten Gruppe. Zuverlässige Shared-IT-Services bilden die solide Basis. Mit weitsichtiger und umsichtiger Führung und Planung schaffen wir den Rahmen für moderne, sichere, stabile und kosteneffiziente IT, optimal auf unsere Prozesse abgestimmt.

Sie sind verantwortlich für den weltweiten IT-Betrieb und -Support. Was sind Ihre typischen Herausforderungen?

Dusold: Die IT spielt für uns eine zentrale Rolle. Sie definiert die Vorgaben und Standards für alle Managed-IT-Services, die gruppenweit gelten. In den einzelnen Ländern gibt es auch lokale IT-Teams vor Ort, die diese Vorgaben umsetzen. Wir haben für die IT also eine Matrix-Organisation – dies muss bei der Planung und Koordination berücksichtigt werden.

Warum hat sich Ronal für die Zusammenarbeit mit ITpoint entschieden?

Dusold: Wir haben ausgewiesene Power-Spezialisten in der Schweiz gesucht, mit Augenmerk auf hochwertige Operation-Services mit Blick auf Verfügbarkeit, Support und Wartung, weil unser eigenes IT-Team in der Schweiz weder das Know-how noch die personellen Ressourcen dafür hat. Das Konzept von ITpoint mit den „Oria Prime Managed Services“ hat uns überzeugt, auch preislich. Zudem hat ITpoint sehr großes Power-Know-how und ist ein flexibler Partner. Diese Kombination hat uns den Entscheid leicht gemacht.

Schritt für Schritt haben Sie in den letzten Jahren Ihre lokale IT-Infrastruktur erst in die Oria Cloud gespiegelt, danach in einer hybriden Oria-Infrastruktur von ITpoint betreiben lassen und werden nun das ‚Blech‘ ganz weglassen und Ihre IT komplett aus der ORIA Shared-Cloud-Umgebung beziehen. Was waren die Gründe für diesen Entscheid?

Dusold: Wir hatten zwar eine iSeries-Maschine in Härkingen stehen, aber kein iSeries-Knowhow in der Schweiz. Die Updates spielte zweimal jährlich eine Person von IBM ein. Für alles andere mussten wir jeweils IT-Kollegen aus Deutschland einfliegen oder im Dreieck mit ihnen und den IBM-Technikern telefonieren – das war auf die Dauer mühsam. Wir haben deshalb den Betrieb dieser Power Maschine gerne abgegeben.

Der Entscheid, die physische Maschine ganz abzulösen und nur noch Managed-Services zu nutzen, drängte sich förmlich auf, als wir sahen, dass die Power-Dienste als Service aus dem ITpoint-RZ völlig problemlos und performant funktionieren.

Wie zufrieden sind Sie heute mit diesem Entscheid?

Dusold: Wir haben bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Nachdem das erste Räderwerk aufgeschaltet war und wir keinerlei Performance-Probleme feststellen konnten, hat das bei uns einen veritablen Domino-Effekt ausgelöst. Auch der 7x24-Support funktioniert tadellos. Zum Beispiel gab es kurz vor Ostern einen kleinen Störfall – ITpoint hat ihn schnell und kompetent behoben, alles bestens.

Wie haben Ihre Mitarbeitenden auf diese Auslagerung reagiert? Haben sich die Aufgaben verändert?

Dusold: Für uns im Support hat die Auslagerung eigentlich keine Auswirkungen gehabt. Wir hatten ja selber kein IBM-Know-how, niemand musste sich umorientieren. Heute müssen wir einfach nicht mehr unsere Kollegen in Deutschland bemühen, sondern ITpoint kümmert sich um den ganzen Betrieb der Power-Plattform.

Das ERP-System Infor Xpert läuft auf IBM i. Welche Rolle spielte das beim Auslagerungsentscheid?

Dusold: Xpert ist natürlich eine unternehmenskritische Applikation – wenn die ausfällt, steht die Fertigung still. Von daher ist es sehr wichtig, die hohe Systemverfügbarkeit und Support rund um die Uhr zu garantieren. Das konnten wir intern nicht leisten – und das war deshalb schlussendlich ausschlaggebend für das Outsourcing.

Ronal ist weltweit tätig und hat 13 Produktionsstandorte in acht Ländern. Warum haben Sie sich für den IT-Betriebsstandort Schweiz entschieden?

Dusold: Die Power-Maschine stand bei uns in Härkingen, die zentrale IT ist ebenfalls in der Schweiz. Mit ITpoint haben wir einen kompetenten Power-Partner nahe bei, dessen Managed-Services aber auch unsere Werke im Ausland nutzen können. Deshalb war der Entscheid für ITpoint naheliegend. Das Fernziel ist, das ERP-System Xpert für all unsere Standorte in der Schweiz im ITpoint-RZ zu konsolidieren.

Wie reagierte die Geschäftsleitung auf den Vorschlag, die wichtige Kernapplikation Xpert und das Datawarehouse Aruba EIS außerhalb des Unternehmens betreiben zu lassen?

Dusold: Wir haben das zu Beginn intern diskutiert. Dann war auch in der Geschäftsleitung relativ schnell die Bereitschaft da, mit dieser Power-Plattform ein erstes Cloud Projekt zu machen. Als Pilotprojekt, sozusagen. Weil die Daten in der Schweiz bleiben, ist das Outsourcing zu ITpoint gut akzeptiert worden. Auch aufgrund der großen Vorteile in Sachen Know-how und 7x24-Support im Vergleich zur internen Lösung.

Mit der Auslagerung haben Sie die Betriebs-Verantwortung für die IT abgegeben, wie lebt es sich mit dieser Situation?

Dusold: Es lebt sich sehr gut, weil wir Support rund um die Uhr haben, der zuverlässig und gut funktioniert. Früher war das mühselig, weil wir selber eben keine Fachleute hatten. Nachteile konnte ich bisher keine feststellen.

Wie erlebten Sie die Transitionsphase?

Dusold: Für uns war das ja das erste Cloud-Projekt. Wir haben uns zuerst intern finden müssen – und mußten auch organisieren, wie das überhaupt geht. ITpoint hat uns gezeigt, wie man es macht und welche Schritte nötig sind. Gemeinsam haben wir die einzelnen Phasen für die Transition in die Cloud-Umgebung definiert.

Zwei Personen aus dem Power-Team von ITpoint sind seit Beginn für das gesamte Projekt zuständig und ziehen das durch, zusammen mit einem IT-Ansprechpartner bei uns. Die Migration in drei Schritten hat dank der guten Vorplanung reibungslos funktioniert, sogar mit den sehr engen Zeitfenstern in unseren Werken. Und von der Erfahrung der beiden ITpoint-Experten haben wir sehr viel profitiert.

Lohnt sich dieses Outsourcing auch finanziell?

Dusold: Auf jeden Fall, schon allein wegen des 7x24-Supports und der relativ hohen Anschaffungskosten für die Hardware. Jetzt gibt es das neue Power9-System; die Anschaffung einer solchen Maschine hätte sich für die Ronal Group alleine nie gerechnet. Wir können nun in der Oria-Cloud-Umgebung die moderne Power9-Infrastruktur nutzen – und die Gesamt-IT-Kosten sinken sogar. Es ist tatsächlich so!

Zum Schluss: Würden Sie, Stand heute, etwas anders machen?

Dusold: Ja, aber noch einen Schritt früher: Ich würde von Anfang an gar keine eigene Hardware für dieses System kaufen, sondern direkt auf Managed-Services setzen. Dann kann man sich die Transition sparen! Die Migration in die Cloud war auch aus heutiger Sicht die richtige und konsequente Entscheidung.

Bildquelle: Ronal Group

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