Neues Management soll wieder für kräftiges Wachstum sorgen

Suse: Neue Führung, alte Ziele

Nach Suses Absturz an der Börse und dem folgenden Rücktritt von CEO Melissa Di Donato im Frühjahr soll beim Linux-Pionier ein neu zusammengestelltes Managementteam das zuletzt schwächelnde Wachstum wieder ankurbeln. An der Spitze dieses Teams steht seit Mai Dirk-Peter van Leeuwen, der vom Erzrivalen, der IBM-Tochter Red Hat, abgeworben wurde.

Der neue „Chief Strategy Officer“ (CSO) Frank Feldmann kommt wie viele andere neue Suse-Mitarbeiter vom Erzrivalen Red Hat.

Van Leeuwen kommt nicht allein, denn er bringt von Red Hat auch den neuen „Chief Strategy Officer“ (CSO) Frank Feldmann sowie den designierten Finanzvorstand Ian Halifax mit, der sein Amt am 11. Dezember antreten soll. Bis dahin bleibt Jonathan Atack als Interimsvorstand für die Finanzen verantwortlich, denn auch der erst 2020 angetretene CFO Andy Myers, der die Geschicke des Anbieters von Open-Source-Infrastruktursoftware nach Di Donatos abrupten Abgang bis Mai zwischenzeitlich sogar als Interim-CEO verantwortete, hat das Unternehmen Ende Juni nach einer Umsatz- und Gewinnwarnung verlassen.

In die Karten spielen könnten dem neuen Management des Anbieters von Suse Linux Enterprise Server (SLES), Rancher und Neuvector die jüngsten Einschränkungen von Red Hat beim Zugang zu seinem RHEL-Quellcode, die vielerorts gar als Abkehr vom Open-Source-Gedanken interpretiert werden und zur Ankündigung eines Forks für Red Hat Enterprise Linux führten. Allerdings sucht Suse nun die Nähe zu Oracle und hat durch die neue Partnerschaft und die Gründung der „Open Enterprise Linux Association“ (Open ELA) künftig zwar einen mächtigen Verbündeten, der allerdings seinerseits in der Open-Source-Community nicht sehr beliebt ist.

„Mir ist klar, dass Suse gut positioniert ist, um von den bedeutenden Marktchancen und den globalen Megatrends, die das Wachstum in diesen Märkten vorantreiben, zu profitieren“, sagte der designierte CFO Halifax. Er bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung in Führungspositionen im Finanzbereich mit, unter anderem als CFO bei Technologieanbietern wie Trellix, Riverbed Technology, ON24, Wind River Systems und Micromuse. Er hat globale Teams aufgebaut und geleitet, um Leistung, schnelles Wachstum und Diversifizierung zu fördern.

Feldmann, der sein Amt als CSO mit sofortiger Wirkung antrat, wird wie Halifax auch dem Executive-Leadership-Team angehören. Er blickt auf eine mehr als 15-jährige Karriere in leitenden Positionen bei Red Hat sowie bei Novell zurück. Zu seinen neuen Aufgaben gehören die Entwicklung und Umsetzung langfristiger Geschäftsstrategien. „Ich fühle mich in Open-Source-Umgebungen sehr wohl“, sagte Feldmann mit einem kleinen Seitenhieb auf seinen alten Arbeitgeber. „Deshalb freue ich mich sehr, bei Suse einzusteigen, da das Unternehmen eine noch stärkere Führungsposition bei der Unterstützung und Förderung der Werte und der Rolle von echtem Open Source einnimmt.“

Bildquelle: Red Hat

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