Das geht aus einer Untersuchung von Outsystems hervor. Der portugiesische Hersteller einer Low-Code-Plattform für die Applikationsentwicklung hat im Bericht „The Growing Threat of Technical Debt“ die dadurch entstehenden Kosten, die Ursachen sowie die damit verbundenen Herausforderungen für Unternehmen untersucht. Befragt wurden branchenübergreifend 500 IT-Führungskräfte weltweit.
Technische Schulden („technical debt“) bezeichnen technische Design- oder Entwicklungsentscheidungen, die nicht nur einen kurzfristigen Nutzen mit sich bringen, sondern auch langfristige, unerwünschte Konsequenzen. Diese Schulden resultieren aus der Entwicklung von Anwendungen, bei denen die zukunftssichere Optimierung zugunsten einer schnellen Implementierung vernachlässigt wurde. Der nun vorgelegteReport zeigt die – branchenübergreifenden – Herausforderungen von Unternehmen auf, die sich den vielfältigen Ursachen technischer Schulden stellen. Dazu zählen Termindruck, ständige Veränderungen auf dem Markt und veraltete Technologien.
„Die Kombination aus altem Code einerseits und der neuen Generation von mobilen Apps, Stack-Applikationen und SaaS-Wildwuchs andererseits raubt Unternehmen Ressourcen, Zeit und die Fähigkeit zur Innovation“, kommentiert Paulo Rosado, CEO und Gründer von Outsystems, die Studienergebnisse. „Der Bericht belegt, dass sich technische Schulden weiter anhäufen – und dass Unternehmen einen neuen Ansatz brauchen, um sie zu überwinden und Innovationen in der Geschwindigkeit und Größenordnung einzuführen, die einen Wettbewerbsvorteil ermöglichen.“
Unternehmen aller Größen und Branchen investieren Zeit – und damit Geld – in technische Schulden statt in Innovation und beklagen daraus resultierende Opportunitätskosten (entgangene Erträge im Vergleich zur besten, nicht realisierten Handlungsalternative).Im Durchschnitt geben sie etwa ein Drittel ihres IT-Budgets für den Umgang mit technischen Schulden aus – bei Großunternehmen sind es sogar vier Zehntel (41 Prozent).
Technische Schulden lassen sich nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen. Als wichtige Gründe nennen IT-Führungskräfte das Vorhandensein zu vieler Programmiersprachen/Frameworks (52 Prozent), Fluktuation innerhalb des Entwicklungsteams (49 Prozent) und die Inkaufnahme bekannter Fehler, um Release-Termine einzuhalten (43 Prozent).
Technische Schulden häufen sich an, wenn Unternehmen wachsen. Großunternehmen geben 41 Prozent ihres IT-Budgets für das Thema aus, kleinere Unternehmen 27 Prozent. Unternehmen zögern aber weiterhin, technische Schulden abzubauen – und verschärfen damit das Problem. Nur ein Fünftel der Befragten (20 Prozent) meint, dass ihr Unternehmen die technischen Schulden derzeit in den Griff bekommen. Allerdings ist ein Drittel (36 Prozent) optimistisch, dass dies zukünftig gut zu bewältigen sei.
Die in Zusammenarbeit mit dem Anbieter Lucid durchgeführte Online-Umfrage fand im Mai 2021 mit Teilnehmern aus Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Portugal, Singapur, den USA sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Die Befragten stammen aus Finanzwesen, Einzelhandel, Gesundheitswesen, Bildung, Unternehmensdienstleistungen, öffentlicher Verwaltung, Medien und Telekommunikation, Versorgung und Immobilien.
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