Firmengründer Christian Kranebitter verkauft seine Anteile an BE-terna
Der neue starke Mann bei BE-terna: José Cerdán, CEO des künftigen Eigentümers Telefónica Tech
Mit mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 28 Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, dem adriatischen Raum und den nordischen Ländern erzielte BE-terna 2021 einem Jahresumsatz von 121 Mio. Euro. Das war ein organisches bzw. anorganisches Wachstum um insgesamt 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieses Wachstum, das in den letzten drei Jahren im Rahmen der Internationalisierungsstrategie stark forciert worden war, will der neue Eigentümer fortsetzen.
Im Jahr 2005 von ehemaligen Mitarbeitern des Intentia-Teams der Software-Schmiede KTW in Innsbruck gegründet (die später mit der ehrgeizigen ERP-Entwicklung Semiramis insolvent wurde), wurde Terna fünf Jahre später, im Juli 2010, von Allgeier übernommen. Ende 2015 machte Kranebitter diesen Schritt wieder rückgängig – und wagte mit Unterstützung von Investoren die Rückkehr des seinerzeit ca. 200 Mitarbeitern und 30 Mio. Euro Jahresumsatz starken Unternehmens in die Selbständigkeit. Ende 2015 fusionierten die Systemhäuser Bedav (Leipzig) und Terna (Innsbruck) und traten seit Anfang März 2016 in Deutschland, Österreich und in der Schweiz als BE-Terna auf. Im Herbst 2018 war dann DPE als Mehrheitseigner eingestiegen.
Der künftige Eigentümer Telefónica Tech, der IT-Dienstleister des spanischen Telco-Konzerns Telefónica,bietet Services und technischen Lösungen in den Feldern Cybersicherheit, Cloud, IoT, Big Data, KI und Blockchain an. Die Akquisition des Microsoft-Partners BE-terna, der auch mit Infor, UI Path und Qlik zusammenarbeitet und sich im Midrange-Markt auskennt, unterstreicht das Bestreben der Spanier, ihre Rolle als Anbieter technischer Dienstleistungen in Europa auszubauen, denn mit dieser Übernahme weiten sie geografische Reichweite sowie seine Professional- und Managed-Services-Kapazitäten in ganz Europa deutlich.
Mit Unterstützung des neuen Eigentümers will BE-terna langfristige strategische Investitionen in die Personalbeschaffung und -entwicklung in erheblichem Umfang tätigen und seine Marktposition weiter stärken können. Kranebitter sprach von einem „wichtigen Wendepunkt“ und einem „logischen nächsten Schritt“ in der Entwicklung seines Unternehmens: „Viele Kunden verlagern derzeit immer mehr geschäftskritische Workloads in die Cloud. Durch die Verknüpfung unserer bestehenden Lösungen mit dem Angebot von Telefónica Tech entsteht ein Lösungsportfolio, welches diese Transformation ideal unterstützt.“
Der im vergangenen Jahr angetretene CEO Bernhard Lang ergänzt, dass man durch die Kombination der Angebote in die Lage versetzt werde, „bestehende und neue Kunden mit allen Schlüsseltechnologien und -lösungen zu versorgen, die für die Entwicklung, Umsetzung und den Betrieb einer erfolgreichen Digitalisierungsstrategie erforderlich sind“. Der Abschluss der Transaktion werde in den kommenden Wochen nach der Genehmigung durch das deutsche Bundeskartellamt erfolgen.
José Cerdán, CEO von Telefónica Tech, erklärte: „Als Next-Generation-IT-Services-Integrator ist es unser vorrangiges Ziel, eine führende Position einzunehmen und weiterhin ein ausgewogenes Wachstum sowohl organisch als auch anorganisch zu erzielen. BE-terna wird unsere Cloud-Kapazitäten in Deutschland verstärken und uns den Eintritt in andere mitteleuropäische und nordische Märkte ermöglichen.“ Man vergrößere die geografische Reichweite und verstärke die digitalen Fähigkeiten der bisherigen M&A-Operationen, die nun über 5.400 hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfassen.
Im vergangenen Jahr hatten die Spanier bereits Acens integriert, Altostratus gekauft, Geprom übernommen und die Telefónica Tech UK&I durch die Akquisition von Cancom UK&I und kürzlich Incremental Group gegründet, um die eigenen Kompetenzen im Bereich Cloud zu stärken und ein führendes Technologieunternehmen in Großbritannien und Irland aufzubauen. Mit dieser neuen Transaktion will Cerdán seinen Wachstumskurs fortsetzen, mit dem der Umsatz sich Ende 2021 der 1-Milliarde-Euro-Marke annäherte und im Jahresvergleich um 33,6 Prozent wuchs.
Bildquelle: Telefónica Tech, BE-terna