Die Spedition Winner nutzt Fuzzylogik zur Sanktionslistenprüfung

The Winner checks it all

Präzise, nachhaltig, effizient: Diese Werte transportiert das Verwaltungsgebäude der Winner Spedition am Stammsitz in Iserlohn. Im Jahr 2016 wurde die Architektur des Bürogebäudes mit dem international renommierten „Iconic Award“ ausgezeichnet und ist damit eine der wenigen Firmenzentralen der Logistikbranche, die einen derart hohen Anspruch an die Ästhetik verkörpern.

Winners eigener Fuhrpark besteht aus 150 ziehenden Einheiten, 400 Sattelaufliegern mit integrierter Coilmulde, 150 Coil-Units und 600 Wechselbrücken.

Präzise, nachhaltig und effizient ist aber auch die IT-Infrastruktur der Spedition, deren Basis die bewährte Plattform „AS/400“ bildet, die heute unter den Namen „iSeries“ oder „IBM i“ gehandelt wird. Zu ihren Stärken gehören eine extrem hohe Leistung, gepaart mit Zuverlässigkeit und einer konsequenten Aufwärtskompatibilität. Ein beliebiges Programm, das 1988 für die damalige AS/400 geschrieben wurde, welches man heute fast unverändert auf einem Nachfolgemodell zum Laufen bringen kann.

Guter persönlicher Eindruck

Dennoch musste sich Winner jetzt von einer älteren Software verabschieden, weil diese vom Hersteller nicht mehr gewartet und aktualisiert wurde. Wer der Pflicht zur Sanktionslistenprüfung nicht nachkommt oder gegen die Verordnung verstößt, begeht eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit nach dem Außenwirtschaftsgesetz (AWG).

„Wir suchten deshalb eine neue Applikation für die automatisierte Sanktionslistenprüfung“, berichtet CIO Metin Isiktas, der sich im Internet über mögliche Alternativen informiert hat. „Ich bin schnell auf die Lösung S-Check gestoßen, die unsere Anforderungen vollkommen abdecken konnte“, erinnert sich der IT-Manager, der für einen Preisvergleich zwei weitere Anbieter in die Entscheidung einbezogen hatte.

S-Check ist eine Software von Tia Innovations, einem Unternehmen der MHP Solution Group. „Ein stimmiger Preis, ein passendes Produkt und ein guter persönlicher Eindruck von den Ansprechpartnern bei der Tia“ hätten am Ende „klar für S-Check gesprochen“, so Isiktas. Die Software sei bereits wenige Wochen später auf dem Server von Winner installiert worden.

Der Schulungsaufwand für die beiden in die Sanktionslistenprüfung involvierten Mitarbeiter der Abteilung Recht, Versicherung und Schaden fiel gering aus. „Es gibt beim Abgleich der Adressen mit den Sanktionslisten nur zwei Anwendungsfälle“, erklärt Isiktas. Zum einen könne eine neue Adresse manuell in die Software eingegeben und geprüft werden, wobei sich die Eingabemaske intuitiv bedienen lasse. Zum anderen liefere die Software auch Listen mit potenziellen Treffern, die von den Mitarbeitern geprüft und bewertet werden müssen.

Minimierte „False-Positive“-Rate

Um die so genannte „False-Positive“-Rate zu beeinflussen, kann bei S-Check ein Schwellenwert für die Übereinstimmung mit gemeldeten Adressen eingestellt werden. „Bei uns schlägt die Software ab einer Übereinstimmung von 70 bis 80 Prozent an“, so der CIO. Bislang sei bei Winner aber noch nie ein „echter Fall“ aufgetreten, bei dem eine Adresse nicht beliefert werden durfte.

Ein großer Vorteil von S-Check ist die hohe Trefferqualität. Bei der Aufbereitung der zu durchsuchenden Anti-Terror-Listen werden bereits unterschiedliche Schreibweisen, Übersetzungsfehler und phonetische Ähnlichkeiten berücksichtigt. Beim Abgleich wird jeder mögliche Eintrag gefunden, der zu einer Anti-Terror-Adresse gehört. Die Suche verwendet dabei neben den fuzzybasierten Algorithmen auch eine Distanzfunktion, die ein Ähnlichkeitsmaß zwischen den Vektoren der zu suchenden Adresse und den Vektoren der Anti-Terror-Adresse bestimmt. Die verwendete Distanzfunktion berücksichtigt neben der Ähnlichkeit der Einträge auch die Relevanz eines Wortbereiches. So fallen oft verwendete Adressteile wie zum Beispiel „Straße“ weniger ins Gewicht als „Bartholomäusweg“.

Unabhängig von externen Dienstleistern

Im nächsten Schritt wird S-Check durch das IT-Team von Winner in das vorhandene ERP- und Transportmanagement-System integriert, damit die Adressen automatisch mit allen relevanten Sanktionslisten abgeglichen werden.

Derzeit erledigt das noch die bisherige Software, die jedoch in einigen wichtigen Punkten hinter der Tia-Lösung zurücksteht. „Mit S-Check haben wir zukünftig einen webbasierten Zugriff auf die permanent aktualisierten Sanktionslisten und müssen uns nicht mehr selbst um die Updates der Adresslisten kümmern“, betont Isiktas; der neue Lieferant habe alle notwendigen Dokumentationen geliefert, so dass die Software unabhängig von externen Dienstleistern in die bestehende Software-Landschaft integriert werden könne. Bis Dezember 2020 soll dieses Vorhaben erledigt sein: präzise, nachhaltig und effizient.

Über die Spedition Winner

Die Winner Spedition GmbH ist ein internationaler Logistikdienstleister mit Sitz in Iserlohn, dessen Geschichte bis auf das Jahr 1946 zurückgeht. Zu den Kernkompetenzen des mittelständischen Familienunternehmens zählen der Transport von Industriegütern mit einer Spezialisierung auf Langgut. Außerdem kombiniert Winner mit dem Einsatz von Ganzzügen („Company Trains“) die Verkehrsträger Straße und Schiene. Der eigene Fuhrpark besteht aus 150 ziehenden Einheiten, 400 Sattelaufliegern mit integrierter Coilmulde, 150 Coil-Units und 600 Wechselbrücken. Die in dritter Generation inhabergeführte Spedition beschäftigt rund 550 Menschen und betreibt 22 Standorte in Deutschland, Italien, Polen, Tschechien und Österreich. Einheitliche Umschlag- und Lagerimmobilien, sowie ebenerdige Drive-in-Läger mit Krananlagen mit 3 bis 32 Tonnen Hubkraft sichern fest definierte Laufzeiten und witterungsunabhängiges Handling. Insgesamt verfügt Winner über 78.000 m2 überdachte Lagerfläche, von denen 20.000 m2 beheizt werden können. Winner ist zertifiziert gemäß DIN EN ISO 9001:2015, AEO, SQAS und DIN EN 16247-1.

Bildquelle: Winner Spedition

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