Altair investiert 176 Mio. Dollar in Datentechnologie

Übernahme des BI-Pioniers Datawatch

Altair will die Datawatch Corporation übernehmen, einen 1985 gegründeten und rund 150 Mitarbeiter starken BI-Pionier aus Bedford, Massachusetts. Gemäß einer bereits unterzeichneten Vereinbarung wird Altair pro Aktie 13,10 Dollar zahlen, was einem Gesamttransaktionswert von etwa 176 Mio. Dollar entspricht. Die Transaktion wurde von den Aufsichtsräten beider Firmen einstimmig genehmigt.

Altair will mit Simulation und Machine-Learning auch Echtzeit-Sensordaten nutzen, um Designmethodik und Entscheidungsprozesse über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg neu zu gestalten.

Datawatch, im Jahr 2017 rund 36 Mio. Dollar Umsatz stark, bietet mit den Software-Produkten Monarch, Panopticon und Angoss Werkzeuge für den User-Self-Service beim Zugriff auf heterogene Datenquellen, Vorbereitung und Analyse dieser Daten und ihre Visualisierung. Die Kombination von High Performance Computing, Simulation und Data Science mit den Echtzeit-Datenstrom- und Visualisierungstechnologien von Datawatch soll neue Möglichkeiten für Kunden bieten, die ihre Wettbewerbsposition in IoT-Umgebungen verbessern möchten.

Simulation, Datentechnologie und Optimierung

James Scapa, Gründer, Chairman und CEO von Altair, will mit der Integration von Datawatch Produktdesign und Entscheidungsfindung durch den Einsatz von Simulation, Datentechnologie und Optimierung über den gesamten Produktlebenszyklus grundlegend verändern. Er strebt eine Konvergenz von Simulation und der Anwendung von Machine-Learning-Technologie an, um auf Echtzeit-Sensordaten und historischen Archivdaten „bessere Produkte zu entwickeln, sie effizient zu vermarkten und ihre Leistungsfähigkeit im Betrieb zu optimieren“. Die Übernahme sei daher aus mehreren Gründen attraktiv:

  • Der Markt für Datenanalyse und -verarbeitung entwickelt sich schnell und nutzt dabei eine Vielzahl an Technologien, wie High-Performance-Computing und Visualisierung, die von Altair in der Simulation bereits seit Jahren eingesetzt werden.
  • Die Lösungen von Datawatch umfassen die Datenaufbereitung, Datenvorhersage sowie Echtzeit-Visualisierungsmethoden für hohe Datenvolumina; sie sind für viele Unternehmen bzw. vertikale Markt geeignet.
  • Es bieten sich lukrative Cross-Selling-Möglichkeiten für Datawatch-Produkte in Altairs vorwiegend produzierendem Kundenstamm, was durch den Einsatz von Altairs bewährtem Lizenzmodell für Datawatch-Lösungen vereinfacht wird.
  • Datawatchs historische Stärke liegt schon immer im Bereich Finanzdienstleistungen und den Sektoren des Kapitalmarkts. Es besteht eine sinnvolle Möglichkeit, diese Märkte zu durchbrechen und den Einsatz auszubauen, indem es einfacher gemacht wird, über das Altair-Lizenzmodell auf die Produkte zuzugreifen. Außerdem besteht mit einigen relevanten Altair-Produkten in diesen Märkten eine Cross-Selling-Gelegenheit.

Datawatch-Fusion kritisch beäugt

Der vereinbarte Kaufpreis entspricht einem 35-prozentigen Aufschlag auf den Schlusspreis der Datawatch-Stammaktien am 2. November 2018. Wie in USA üblich, beschäftigen sich bereits Anwaltskanzleien mit der Datawatch-Fusion und wollen die Frage klären, ob das Datawatch-Management seine treuhänderischen Pflichten gegenüber den Aktionären verletzt hat, und ob die Datawatch-Aktien zu billig verkauft werden sollen, was Datawatch-Aktionären rechtswidrig schadet. Eine andere Frage ist auch, ob das Datawatch-Management angemessen Alternativen zu dieser Übernahme anstrebte.

Die Kanzlei Johnson Fistel beispielsweise untersucht, ob der geplante Deal eine angemessene Gegenleistung darstellt, insbesondere angesichts der Prognosen der Wall-Street-Analysten für das Umsatzwachstum. Darüber hinaus hat ein Analyst an der Wall Street ein Kursziel von 22 Dollar für die Datawatch-Aktie ausgegeben; Das 52-Wochen-Hoch für Datawatch lag mit 14,20 Dollar ebenfalls über dem vereinbarten Kaufpreis der Aktie.

Entwicklungszeiten verkürzen

Altair bietet ein Portfolio an Simulationstechnologien, um Innovationen zu fördern, die Entwicklungszeiten zu verkürzen und die Kosten für Hersteller zu senken. Mit jedem Schritt des IoT-Designprozesses wartet eine enorme Datenmenge darauf, genutzt zu werden. Hier sollen sowohl das Datawatch-Team als auch Data-Intelligence-Produkte zum Tragen kommen.

Durch den Einsatz von Simulation, Machine Learning und Optimierungsmethoden gestaltet Altair Designmethodik und Entscheidungsprozesse über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg neu. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Troy (Michigan/USA). Außerdem ist Altair mit 71 Niederlassungen in 24 Ländern vertreten und unterstützt mit weltweit über 2.000 Mitarbeitern mehr als 5.000 Kunden aus den unterschiedlichsten Industrien.

Bildquelle: Pixabay

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