Satellitendaten werden öffentlich in der Cloud verfügbar

Umweltdaten aus dem All

T-Systems hat von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA den Auftrag erhalten, eine Cloud-Plattform für den Zugriff auf Satellitendaten zu entwickeln. Mit dem von der EU finanzierten IT-System Copernicus „Data and Information Access Service“ (Dias) sollen noch im ersten Quartal 2018 Massendaten aus dem europäischen Erdbeobachtungsprogramm aus der Open Telekom Cloud bereitgestellt werden.

ESA-Satellit als „Wasserforscher“ im Projekt „Soil Moisture and Ocean Salinity“ (SMOS)

ESA-Satellit als „Wasserforscher“ im Projekt „Soil Moisture and Ocean Salinity“ (SMOS)

Unternehmen können dann kostenfrei auf diese Daten zugreifen und sie direkt in der Cloud für kommerzielle Zwecke verwenden. Die hochaufgelösten Bilder und Radaraufnahmen der Erde liefern wichtige Umweltparameter, beispielsweise für die Land- und Forstwirtschaft, zum Monitoring der Klimadaten von Städten und Ozeanen oder zum Management von Luftqualität.

Weniger Datenverkehr im Netz

Bisher kostete das Herunterladen, Speichern und Verarbeiten dieser kontinuierlich anfallenden Daten viel Zeit und Ressourcen. „Das konnten sich nur Unternehmen leisten, die über entsprechende Mittel verfügten. Mit Copernicus Fias aus der Open Telekom Cloud demokratisieren wir jetzt europäische Satellitendaten“, sagt Jurry de la Mar, Account Director ESA bei T-Systems. „Daraus ergeben sich völlig neue Anwendungsfälle und Potenzial für neue digitale Services. So erhalten Unternehmen beispielsweise jetzt die Möglichkeit, Änderungen an Infrastrukturen oder Umgebungen weltweit vollautomatisch auszuwerten, was etwa von Ölkonzernen bereits erfolgreich genutzt wird.“

Darüber hinaus entlastet die Verarbeitung der Satellitendaten direkt in der Cloud die Netze, denn aktuell nehmen bereits mehr als 100.000 Nutzer täglich Downloads der Erdbeobachtungsdaten vor. „Wir erwarten einen Rückgang dieser Netzbelastung durch Copernicus Dias“, sagt de la Mar. T-Systems werde aber nicht nur aktuelle Erdbeobachtungsdaten in der Cloud bereitstellen, sondern darüber hinaus auch ein Archiv vorhalten. Daraus soll langfristig eine Datenbank mit einem Datenvolumen von mehr als vierzig Petabyte entstehen. Zum Vergleich: Das entspricht mehr als acht Milliarden hochauflösender Smartphone-Fotos im JPEG-Format zu jeweils fünf Megabyte.

Bildquelle: ESA

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