Bundesnetzagentur stellt Jahresbericht 2017 vor

Ungebremste Digitalisierung

Die Digitalisierung hat wenig überraschend zur Folge, dass das Datenvolumen in Fest- und Mobilfunknetzen erneut rasant angestiegen ist. Das untermauert jetzt der Jahresbericht für 2017 statistisch, denn die Bundesnetzagentur gestern vorgestellt hat.

  • Jochen Homann, Bundesnetzagentur

    Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur: „Die Netze, die diesen wachsenden Datenverkehr bewältigen sollen, müssen ausgebaut werden.“

  • Wächst rasant: Das übertragene Datenvolumen in den Mobilfunknetzen

Im Jahr 2017 wurden laut Bericht der Bundesnetzagentur etwa 33 Mrd. GB Daten über Festnetze übertragen. Das ist eine Steigerung von ca. 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch rascher wächst das übertragenen Datenvolumen in den Mobilfunknetzen: Im vergangenen Jahr wurden bereits 1,4 Mrd. GB übertragen, 2016 waren es noch 918 Mio. GB – eine Steigerung um 52 Prozent.

Gleichzeitig sinkt im Zuge der Verbreitung von Messenger-Diensten wie Whatsapp die Zahl der in Deutschland versendeten SMS. 2015 wurden etwa 16,6 Mrd. SMS versandt, 2017 waren es nur noch etwa 10,4 Mrd. SMS. Der Höhepunkt lag 2012 bei fast 60 Mrd. SMS.

Chatten und Mailen statt Telefonieren

Auch das Gesamtvolumen der abgehenden Gesprächsminuten ist sowohl im Festnetz (2017: 120 Mrd. Minuten; 2016: 131 Mrd. Minuten) als auch im Mobilfunk (2017: 115 Mrd. Minuten; 2016: 116 Mrd. Minuten) rückläufig. Bereits rund zwei Drittel aller Gesprächsminuten im Festnetz wurden bis Ende 2017 IP-basiert realisiert.

Das steigende Datenvolumen in Fest- und Mobilfunknetzen ist beileibe kein neuer Trend, das Maß aber laut Jochen Homann, Präsident der vor 20 Jahren gegründeten Bonner Regulierungsbehörde für alle wichtigen Netze in Deutschland (inklusive Energie, Eisenbahn und Post), durchaus erwähnenswert. Das Gesamtdatenvolumen im Festnetz von etwa 33 Mrd. GB entspräche ja immerhin einem durchschnittlichen Datenvolumen pro Breitbandanschluss und Monat von über 80 GB.

„Netze müssen ausgebaut werden!“

Die Zahlen des Jahresberichtes zeigen laut Homann, „dass die Digitalisierung ungebremst voranschreitet. Und sie machen ganz deutlich, dass die Netze, die diesen wachsenden Datenverkehr bewältigen sollen, ausgebaut werden müssen.“ Mitte 2017 stand Deutschland nach seinen Erkenntnissen bei der Abdeckung von Festnetz-Breitbandanschlüssen mit 50 MBit/s und mehr bei ca. 77 Prozent. Seitdem ist der Ausbau natürlich weiter vorangeschritten.

„Während es vor 20 Jahren darum ging, ein existierendes Monopol in den Wettbewerb zu überführen, geht es heute um Frage, wie unter wettbewerblichen Bedingungen ein Maximum an Investitionen in hochleistungsfähige Netze generiert werden kann“, konstatiert Homann. „Das zentrale Problem ist hier, dass die Entwicklung von Nachfrage und Zahlungsbereitschaft für Gigabit-Netze immer noch schwer absehbar ist. Der Amortisationszeitraum ist für die Unternehmen unklar. Gleichzeitig unterscheiden sich die Kosten für den Ausbau regional stark.“ Alle Marktteilnehmer seien sich „weitestgehend einig“, dass eine starre kostenorientierte Regulierung für den Aufbau eines Glasfasernetzes nicht geeignet wäre.

Bildquelle: Bundesnetzagentur / Laurence Chaperon

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