Modell zur Messung von Wertbeiträgen für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft in Arbeit

Value Balancing Alliance gestartet

Der Chemiekonzern BASF und die südkoreanische SK Group haben mit der „Value Balancing Alliance“ eine branchenübergreifende Allianz ins Leben gerufen, die ein Modell zur Messung von Wertbeiträgen für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft entwickelt und erprobt. Zu den Gründungsmitgliedern dieser gemeinnützigen Organisation mit Sitz in in Frankfurt gehören auch Bosch, Deutsche Bank, Lafarge Holcim, Novartis, Philip Morris und SAP.

Bildquelle: Value Balancing Alliance

Die acht Mitglieder starke neue Allianz wird unterstützt von den Wirtschaftsprüfern Deloitte, EY, KPMG, PwC, der OECD, führenden Universitäten wie der Oxford University und der Harvard Business School und auch von Interessenvertretern aus Regierung, Zivilgesellschaft und Normungsorganisationen unterstützt. Gemeinsam wollen sie die Frage beantworten: Welche Beiträge leisten Unternehmen für die Gesellschaft – in ökologischer, menschlicher, sozialer und finanzieller Hinsicht? Und wie sind diese Beiträge messbar und vergleichbar?

Die neu gegründete „Value Balancing Alliance e.V.“ mit Sitz in Frankfurt am Main, die heute mit ihrer Arbeit beginnt, soll erklärtermaßen einen Standard definieren, der diese Wertbeiträge monetär sichtbar machen soll. „Es geht darum, den Blickwinkel auf die Unternehmensleistung zu erweitern“, sagt Saori Dubourg, Mitglied des BASF-Vorstands. „Mit einem ganzheitlichen Werteverständnis möchten wir in der Bilanzierung umfassend die Auswirkungen auf die Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft berücksichtigen.“

Erklärtes Ziel ist es laut Christian Heller, dem von BASF abgeordneten CEO der Value Balancing Alliance e.V., innerhalb von drei Jahren ein Modell für die Berechnung dieser vieldimensionalen Wertschaffung zu entwickeln, dieses in der Anwendung zu testen und die Veröffentlichungs- und Berichtspflichten entsprechend weiterzuentwickeln. „Wir wollen in der Allianz die von den Unternehmen aktuell genutzten unterschiedlichen Ansätze standardisieren und damit die Ergebnisse vergleichbar machen“, erläutert Heller. „Auf diese Weise können wir den echten Wertbeitrag von Unternehmen für die Gesellschaft transparent machen!“

Value-to-Society“

BASF setzt laut Dubourg beispielsweise bereits seit 2013 das Programm „Value-to-Society“ um. Zusammen mit externen Experten habe man diesen Ansatz erarbeitet, um die ökonomischen, ökologischen und sozialen Auswirkungen der Geschäftstätigkeit entlang der Wertschöpfungskette monetär zu bewerten. Dann werden diese Ergebnisse mit Netzwerken und Initiativen geteilt, wie etwa dem „World Business Council for Sustainable Development“ (WBCSD), der „Natural Capital Coalition“, dem „Impact Valuation Roundtable“ oder dem „Embankment Project for Inclusive Capitalism“. Daneben bringt sich BASF in entsprechende Standardisierungsprozesse innerhalb der „International Organization for Standardization“ (ISO) ein.

Angesichts der globalen Erwärmung, der Verknappung natürlicher Ressourcen und der zunehmenden Unsicherheiten in der Öffentlichkeit wird immer deutlicher, dass Unternehmen überdenken müssen, wie sie ihren Erfolg messen, so Heller. Um ein nachhaltiges Geschäft zu fördern und ein gutes Wachstum zu erzielen, müssten die heutigen Rechnungsführungssysteme geändert werden.

Zum Selbstverständnis der Gründungsmitglieder heißt es in der Presseinformation: „Als Unternehmen tragen wir entscheidend zur nachhaltigen Wertschöpfung bei. Um einen langfristigen Wert für die Gesellschaft zu schaffen und zu schützen, bemühen wir uns, das menschliche Wohlergehen zum Maßstab für den Erfolg zu machen. Wir müssen die finanziellen, ökologischen und sozialen Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit berücksichtigen und die positiven und negativen Werttreiber auf der Grundlage eines Konzepts der Folgenabschätzung überdenken. Um dieses Denken in unserer Rechnungswesen zu integrieren, ist außerdem eine gemeinsame Metrik für verschiedene Kapitalformen erforderlich.“

Um die Art und Weise zu verändern, „wie wir Geschäfte tätigen“, ist laut Heller die kooperative Kraft aller Akteure in unserem Geschäftsumfeld erforderlich. Jetzt haben sich acht Unternehmen verpflichtet, „integriertes Denken, Entscheidungsfindung, Zielsetzung und Offenlegung zu stärken“. Außerdem will die Allianz ihre Arbeit der Öffentlichkeit zugänglich machen und auf eine breite Akzeptanz bei anderen Unternehmen abzielen.

Bildquelle: Value Balancing Alliance

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