Die Zukunft Personal Europe 2020 wird digital

Virtuelle HR-Week im Oktober

Seit mehr als 20 Jahren dient die Fachmesse Zukunft Personal Europe als Impulsgeber, Diskussionsplattform und Marktplatz für die HR-Community. In diesem Jahr hatten die Veranstalter bereits viele Neuerungen geplant – etwa den Umzug in die Hallen 4 und 5 der Koelnmesse oder eine neue Besucherführung. Jetzt macht Covid-19 einen Strich durch viele Pläne: Anstatt dass die ZPE vom 15. bis 17. September ganz analog ihre Pforten öffnet, soll das Expo-Event rund um die Welt der Arbeit vom 12. bis 16. Oktober erstmals virtuell stattfinden.

  • Christiane Nägler, Group Director Zukunft Personal und Mitglied des Management-Teams von Spring Messe Management.

  • Zukunft Personal Europe 2019

    Eine Live-Messe mit 20.000 Besuchern wie 2019 halten die Veranstalter aufgrund der behördlichen Vorgaben aktuell für unmöglich.

„Der kontinuierliche ‚Beta-Status‘ ist allgegenwärtig und verändert unternehmerisches Handeln nachhaltig“, konstatierten die Messemacher in ihrer Pressemitteilung. „Besonders deutlich wird dies in herausfordernden Zeiten, wie wir sie seit diesem Frühjahr erleben. Flexibilität und Anpassung von Unternehmen und Mitarbeitern sind gefragt.“ Aufgrund der aktuellen Situation um Covid-19 könne die Zukunft Personal Europe nicht wie geplant vom 15. bis 17. September in Köln stattfinden, sondern vom 12. bis 16. Oktober erstmals virtuell.

Der Plan: An fünf Tagen diskutiert die internationale HR-Branche auf der ZP Europe Virtual täglich über die neusten Trends der Arbeitswelt. Im Fokus steht dabei die Frage: „Kann HR Disruption? – Wie Krisen die Arbeitswelt beeinflussen“. Noch allerdings ist die Agenda ebenso in Arbeit wie die Preisgestaltung für die Besucher der virtuellen Veranstaltung. Die Entscheidung wurde ja gerade erst getroffen, wie es heißt in Abstimmung mit dem Messebeirat und auf Basis der sich ständig verändernden Vorgaben und Regularien seitens der Koelnmesse und der Landesregierung.

Eine Live-Messe hätte nach Ansicht der Veranstalter aufgrund der behördlichen Vorgaben in dieser Größenordnung nicht erfolgreich gestaltet werden können. „Die dynamischen Entwicklungen rund um Covid-19 haben uns zum Umdenken gezwungen, denn eine Durchführung in Köln würde dem Anspruch aller Protagonisten nicht gerecht werden“, erklärte Christiane Nägler, Group Director Zukunft Personal. „Wir sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, weshalb wir uns in gemeinsamer Abstimmung mit dem Messebeirat der Zukunft Personal für ein neues, spannendes Format der diesjährigen Zukunft Personal Europe entschieden haben: Die ‚Zukunft Personal Europe Virtual‘ garantiert im Oktober neueste HR-Trends und Networking-Möglichkeiten sowie spannende Impulse.“

Die ZPE Virtual bietet in insgesamt fünf interaktiven Messehallen Thementage zu „Recruiting & Attraction“, „Operations & Services“, „Learning & Training“, „Corporate Health“ und „Future of Work“. Elementare Bestandteile des Events sollen Matchmaking-Formate und Vorträge renommierter Referenten werden; auch Networking soll möglich gemacht werden. Der „Future of Work“-Tag wird mit einer Avatar-basierten interaktiven 3D Lern- und Arbeitswelt konzipiert. In Zusammenarbeit Partnern wird die HR-Week darüber hinaus von kleineren Live-Events begleitet – als „Touchpoints für den persönlichen Austausch“, wie es in der Presseinformation heißt.

Virtuelle Meeting-Kultur

„Virtuelle Meeting-Kultur, ‚Distance Learning‘, digitales Recruiting, die komplette Neudefinition der Infrastruktur sowie der Arbeit insgesamt: Die aktuelle Corona-Krise kann als Katalysator von New Work betrachtet werden“, konstatieren die beiden Messebeiräte Prof. Dr. Stephan Fischer (Hochschule Pforzheim) und Prof. Dr. Rupert Felder (Heidelberger Druckmaschinen). „Organisationale Strukturen haben sich von jetzt auf gleich geändert – doch was bleibt? Welche nachhaltigen Veränderungen bringt die derzeitige Situation hervor?“ Hier solle die ZPE Virtual eine Bestandsaufnahme ermöglichen und den „Diskurs für disruptive Denkansätze“ öffnen.

Neben zahlreichen interaktiven Formaten stehen auch in der virtuellen Ausgabe der Messe weiter die Produkte der Aussteller im Mittelpunkt. In verschiedenen „Räumen“ präsentieren zahlreiche Unternehmen – auf der Homepage ist die Rede von ca. 825 Ausstellern, Partnern und Sponsoren – die gesamte Wertschöpfungskette des HR-Managements: Von innovativen Softwareprodukten und Recruiting-Neuheiten, über Betriebliches Gesundheitsmanagement bis hin zur dynamischen Umsetzung von Future of Work Szenarien.

Diskurs für disruptive Denkansätze

Erst im vergangenen September feierte die Zukunft Personal Europe ihr 20-jähriges Jubiläum. Mit über 20.000 Besuchern und über 40.000 m2 Ausstellungsfläche war es das bislang größte und bestbesuchte Event der ZPE-Geschichte. Damals beschrieb Nägler die Idee hinter der ursprünglich geplanten Transformation so: „Ab 2020 verschmelzen auf der Zukunft Personal Europe eine moderne Arbeitslandschaft und eine live erlebbare, interaktive Plattform zu einem imposanten Rundumerlebnis. Die Besucher können sich auf Unternehmens- und Produktpräsentationen, Knowhow-Formate und Events freuen, die noch passgenauer auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.“ Live erlebbar wird nun leider nur sehr wenig sein.

Allerdings funkte nicht nur Corona dazwischen – sondern bereits im Januar der Verkauf des Veranstalters Spring Messe Management an die US-amerikanische Investmentgesellschaft Providence Equity Partners und ihre Beteiligungsgesellschaft Closer Still Media, einen Messe- und Konferenzveranstalter mit Hauptsitz in London. Diese Übernahme war von Entlassungen und knallharten Personalentscheidungen geprägt.

Dadurch gewinnt die Eingangspassage der Pressemitteilung, in der von „herausfordernden Zeiten“ die Rede ist, eine tiefere Bedeutung. Flexibilität und Anpassung von Unternehmen und Mitarbeitern sind ohne Frage auch bei Spring Messe Management mehr denn je gefragt. Ob die Veranstalter aber selbst bei der Gestaltung der Arbeitswelt von morgen mit gutem Beispiel vorangeht, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.

Bildquelle: Spring Messe Management

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