T-Systems verspricht sicheren Handelsplatz für Daten

Volle Kontrolle

Einen souveränen, verschlüsselten und direkten Datenaustausch ohne zentrale Datenhaltung verspricht die Telekom im Laufe des zweiten Halbjahres mit dem neuen „Data Intelligence Hub“. Als Marktplatz für den Echtzeit-Austausch von Daten für z.B. Produktionsvernetzung, „Internet of Things“ oder Datenanalyse gedacht, soll darüber die sichere und kontrollierte Vernetzung von Unternehmen und Institutionen gemäß den Vorgaben der „International Data Spaces Association“ (IDSA) möglich werden.

  • Im Zeitalter von Industrie 4.0 kommunizieren auch Maschinen und Werkstücke miteinander – und tauschen Daten aus.

T-Systems liefert jetzt einen neuen Baustein zur Digitalisierung der Industrie. Die Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom startet mit dem „Data Intelligence Hub“ (Telekom DIH) eine Plattform für den sicheren Datenaustausch. Das Besondere daran: Der Datenverkehr wird unmittelbar und ausschließlich zwischen Unternehmen, die Daten liefern, und seinen Partnern in Ende-zu-Ende-Verschlüsselung abgewickelt – eine externe oder zentrale Datenspeicherung ist dafür nicht erforderlich.

Datenliefernde Unternehmen behalten dabei die volle Kontrolle über ihre Daten und können jederzeit steuern, an wen welche Daten in welchem Umfang weitergegeben werden. Dies dient beispielsweise dem vereinfachten Datenaustausch in Planung, Produktion und Logistik zwischen Herstellern und Lieferanten und schafft eine Voraussetzung für die „digitale Fabrik“.

Handelsplatz für Daten

Über den reinen Datenaustausch hinaus bietet der DIH den einfachen Zugang zu Tools für die Weiterverarbeitung und Analyse von Daten, wie z.B. Internet-of-Things-Services und Anwendungen für maschinelles Lernen oder Künstliche Intelligenz. Damit steht erstmals ein sicherer Marktplatz zur Verfügung, auf dem Daten gehandelt und je nach Bedarf weiterverarbeitet und analysiert werden können. Die digitalen Services für den Marktplatz werden aus der sicheren Cloud der Deutschen Telekom erbracht.

Dr. Ingo Hofacker, verantwortlich für das IoT-Geschäft in der Deutschen Telekom, spricht von einem „sicheren Marktplatz für Daten, Daten-Analysewerkzeuge sowie Algorithmen“, der von vielen Unternehmen verschiedener Branchen genutzt werden könne. „Damit erfüllt er eine wichtige Schnittstellenfunktion zwischen Anbietern von Daten und Lösungen sowie deren Nutzern, die es bisher im Bereich des Datenmanagements noch nicht gibt“, sagt Hofacker. Ergebnis sei ein Markt für Daten, „die einerseits frei zur Verfügung stehen, andererseits zum Kauf und Verkauf angeboten werden“. Unternehmen könnten auf dieser Basis einfach und sicher ihre Daten monetarisieren, neue Geschäftsmodelle und datenbasierte Produkte oder Services entwickeln, müssten dabei aber die Sicherheit ihrer Daten der Telekom anvertrauen.

Erste Anwendungen bei der Salzgitter AG

Auf der Hannover Messe Industrie zeigen die Salzgitter AG und T-Systems ein gemeinsam erarbeitetes Anwendungsbeispiel für den Daten-Hub. Dabei nutzt der Stahlkonzern die Schnittstellen des Hub, um mit einem Vormaterial-Lieferanten automatisiert Daten zum Bestellprozess auszutauschen.

Die Daten, zu z.B. Stahlgüte oder Lieferwegen, stammen aus verschiedenen Systemen und sind daher zu großen Teilen nicht kompatibel. Für eine Verarbeitung in den Systemen des jeweils anderen Geschäftspartners mussten solche Daten bislang aufwändig übersetzt und angepasst werden. Mit dem DIH erfolgt nun ein intelligenter und automatisierter Abgleich und Austausch der Daten zwischen der Salzgitter AG und ihrem Lieferanten. Dadurch steigt die Verarbeitungsgeschwindigkeit massiv bei gleichzeitig drastisch reduziertem Koordinationsaufwand für alle am Datenaustausch Beteiligten.

Steigender Datenaustausch

Nach einer Studie des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers teilen bereits 74 Prozent aller mittleren und großen Firmen in Deutschland Daten mit Kunden und Geschäftspartnern. Dabei gehen drei von vier Unternehmen davon aus, dass die Notwendigkeit, eigene Daten zur Verfügung zu stellen, in den nächsten Jahren weiter stark zunehmen wird. Gleichzeitig sind die Unternehmen von der Sorge getrieben, im Zuge des Datenaustauschs die Souveränität über sensible, unternehmensinterne Daten zu verlieren und dabei Gefahr zu laufen, Geschäftsgeheimnisse preiszugeben.

Politik, Forschung und Industrie treiben daher mit Initiativen wie der „International Data Spaces Association“ (IDSA), der auch die Deutsche Telekom angehört, die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft voran. Das Ziel des Forschungsprojekts IDSA unter Führung des Fraunhofer-Instituts ist die Schaffung von virtuellen Datenräumen, die einen sicheren Austausch von Daten und die einfache Verknüpfung in Geschäftsökosystemen auch über nationale Grenzen hinaus unterstützen.

T-Systems ist nach eigenen Angaben das erste Unternehmen, das die in der IDSA erarbeitete sichere Referenzarchitektur implementiert. „Für Unternehmen ist es existentiell, ihre sensiblen Geschäftsinformationen zu schützen. Deswegen ist es enorm wichtig, dass sie mit dem Telekom Data Intelligence Hub die Möglichkeit haben, selbst entscheiden zu können, unter welchen Bedingungen sie Partnern ihre Daten zur Verfügung stellen“, sagt Lars Nagel, Managing Director der IDSA.

Bildquelle: Deutsche Telekom

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok